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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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379
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Groß-Vezier/ließen sich entschuldigen/sie hättenan der rebellion ihres Fürsien keinen theil/ erbo-ten sich zum gehorsam. Jener ernannte denHcslcium Lerciai, einen aus den drey abgeordne-ten/ zum Printzen/ vertrieb den Ragotzi/undzog wieder nach Constantinopel zurück.

Unterdessen versiarckte sich dieser / und woltesein glück auffs neue versuchen/drang sich aber-mal ins Ku'siemhum ein/und zog sich ein großcorpo der^ürckischen macht wieder übern hals/mit dem er unveruiuthet fechten muste. Hierließ er seine tapfferkeit und valor zwar sehen/musie aber wegen empfangener wunden nacherWaradein fliehen/und den grcsien theil seinervölcker zerhauen/und die artilicrie samt der ba-gageimstiche lassen. Er stlbsi starb 8 tage her-nach.

Türckck w Die Pforte bediente sich aufcu ralhen desAlyMn GM Bassa dieses vortheils/und belagerten Groß-^ ' Maradein mit 50000 mann / unter dem vor-wand/ daß fl'lbige sich der rebellion theilhaffriggemacht. Die innwohner suchten bey dem Käu-fer succurs/ mit Verstellung/ wie hoch JhroMai» an der erhaltung dieser vortnauer undschlüffel der Kayscrtt erblande gelegen wäre.Erhielten zwar hierzu das worc; die allzulangeVerzögerung aber, dieses iuccursts machte ih-nen alle Hoffnung zu wasser. Älso gicng dieserhauptwrt nach sehr grossem widerstände/ wel-chen der Obriste Ratz Janos biß an seinen todthäte/und da der Aly Bafla zweymal schon aufder fahrt war abzuziehen/ dennoch durch ver-ratherey eines übcrläuffers wieder snim.retwurde/noch einen stürm zu wagen/endlich am27AW. 1660 durch accord über/woran der Ver-llust des (lommanäantens/der mangel an mann-schafft/und die erloschene Hoffnung des.entsa-tzesschuld war.

Der tapffere kannus OoatiX, Graf Aico-taus vonSerini/ mischte sich in diese tc^oe-äie mit ein / und rierh Ihr. Kayserl. Maj.die vestung Lanischa wegzunehnien / weildoch dieTürcken/ durch einnehmung Wara-dein/m erst den frieden gebrochen ; der Kay-serl. hvf aber wolte nicht brechen / welchesdiesem Helden mißfiele / daß man seinem heil-samen räch nicht folgen wollen. Mitterwei-le setzten die Stände in Siebenbürgen denBerciai ab/ und wählten den LKimensanos ^hiebevor Generalen des Ragotzi / zum Prin-tzen ; ersuchten den Kayser nochmals um hülf-se/ und erhielten so viel/daß etliche Kayserl»trouppen in ihre vestungen Verleger wurden.Welches die Turcken dermaßen verdrossen /daß sie wider den Kayser feindselige thätigkei-tenzu üben anfiengemUalig des Und dieses war der rechte ansang desSieges" in Türcken-krieges in Hungarn. Deflen ver-Hutigm. anlassung die Türcken unter andern auch den:Kayser deßhalben beymassen / daß er widerden frieden -- schluß die vestung Neu - Se-rinwar in Nieder - Hungarn aufzubauenverstattet/und solches auf so inständiges an-halten der Pforte nicht wieder schlaffen lassenwollen. In der campagne des i66r jahresctinjanZirte sich der General Graf Monrecu-Lult mit dem ß^emini ssnoz, mit der relciluliongegen den Basst fortzurücken/ und ihmeine schlächt zu liefern. Dieser suchte die-MeM Haupt - Handlung«

Siebenbürger unter sich selbst uneins zu ma-chen/ und stellte den Michael Abaffl auf den Michael.Fürsten-thron. Durch solchen bey der Otto-NmU-mannischen Pforte wider die Christen allzeit wMZtfl.glücklich prseilc-rten Staats - streich / erregteer die einwohner wider sich selbst/ und hattemehr vortheil/ als wenn er ein treffen gewon-nen. Denn dadurch wurde die christliche ar-mee zerzogen/und dem Ali Baffa hernach nichtschwer/das treffen bey Clausen bürg/ darin-nen die Christen fast alle blieben / oder zu ftla-ven wurden/zu erhalten. Kemini^nc s mustesich in Hungarn r-anren/ da er mit dem Kay-strl.cletacbcmcnr und seinen neu dazu geworbe-nen trouppen etwas voick wieder recoMg rw/und sich nun bey dem Fm'stemhum zu msinle-niren trachtete. Als es A. 1661 zwischen ihmund dem (^2U? ^Komer zun: treffenkam/wurde anfangs sehr zwciffclhafft gefoch-ten; endlich brachte der Türcken grosse men-ge die Christen in Unordnung / und darauf indie flucht/in welcher der Fürst Temim 5^,05 vompferde fiel/und dermaßen zertreten worden/ daßman seinen leib nicht finden können.

Also vereinigte sich nach dessen tobe Sie-benbürgen mit den Türcken/ welche Clau-senburg nunmehr angriffen / wegen unver-gleichlichen Widerstandes aber und gefaßterombrage davon abziehen Mttsten. Die Tür-cken machten zwar mine/ ob wolten sie gernefriede haben / fanden auch am Kayserff Hofeglauben/ allein dieses zu keinem andern ende/als sich zn versiarcken/ und mit grossem: Nach-druck die Kayserl. erb - lande zu überziehen ;gestalt dann ber Groß-Vezier kkbemec özssamit7OOOO Lombsttsnren / oder wie anderemelden wollen / mit 200000 mann und izc>stücken groben geschützes gegen'Griechisth-N)cissenburg anmarchirte / und als er mitden: Kayserl. veputlrren/ ö-iron cls (Zoes, zu re-den kam / zu bezeugung seiner treulosigkeitausdrücklich sagte: Er verlangte keinen frie-den/ sondern kriege

' Der Kayserl. Hof erwachte nun vom schlaf/sormirte A. !66z vier armem / eine unterdem Grafen äs Soucbe,, die vorigen troup-pen zu verstärken / die andere unter Graf^omecuculi,Neu!)auscl und Aaab zu bede-cken/ die dritte unter Graf Kenm in Croa-tten / worbey der kern der Teutschen war:Die vierdte bestünde aus der HungarischenNation unter dem ?s!arins. Graf For-gatsch bekam samt seinem corpc» ä 5000mann den ersten schlag ; welche victorie die

ffcken behertzt und die Tartarn so kühnmachte/ daß sie über den paß der Waag setz-ten/ bey zoOÖ Kayserl. niederhieben / und inMähren und Oesterreich biß 8 meilen gegenWien streiffren / alles verheerten/ und die be-ste mannschafft mit wegführten.

Hrgegen äsfenclire sich der Graf8erim inNeu-Serinwar mit ungemeiner relMentz/ unvmusten die Türcken mit Verlust eines ihrer be-sten Generalen des Hrnolä ffzCi, und über7000 mann / abziehen. Neuhäusl abernahm A.i66z am27 Sept. der Groß-Vezier Turckett er.nach einer harten belägenmg imd sieben stur-"men nicht ohne grosse einbüße der ftinigendurch accord ein. Der belägerr warn 50000BböZ mann/