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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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317
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von dem Königreiche Polen.

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schätz beylegen können. Es mildert sich aberdieser verdacht/ wann man erweget/ daß die un-treu und conlpirLeion der Zaporovischen Cosa-ken unter dem Feld-Herrn Samuelowitz/ itemdie falschheit des Wallachischen Hospodarn /und des Tartar Chams starcke gegen-wehr vie-le hindernisie gegeben. So hat auch das con-certv mit Moscau nicht recht zutreffen wollen/und wurde der General Gallyzin der verräthe-rey beschuldiget. Sonsten hat der König sichauch durch erbauung verschiedener hauser inReußen und andern Provintzien ein gedächtnißgestifftet. Insonderheit aber ließ er z kleineweilen von Warschau ein zierliches lust-hauß/vUla nova genannt / auserbauen / und selbigeskosibarlich meuteren. Er starb den 17 JuniiA. 1696 im 66sten jähre seines alters an derwaffrsucht/und hinterließ von seiner numehrzu Rom wohnenden Gemahlin / l^lane Lakmirel^cm/le 6ela(Zrsnßs»Henrichs lVlarcj.liz 6' /^r-quien tochter / nebst der Princeßin 'rkere^cnKunigunden/ Chur-Fürst MaximilianEma-nuels in Bayern Gemahlin/ drey Printzen/nemlich Iacoben/deffen Hoheit demHerrn Va-ter bey verschiedenen Z!c;r!?ulen sÄ't'nen/sonder-lich bey Wien/beygewohnet/Alexander» undConstantinen/welche sich die Hoffnung mach-ten/ daß einer unter ihnen die Königs Crone da-von tragen würde.

Die auf St. Nach des Königs tödtl. hintritt nahm derW-regie/Cardinal RadZiejowskx/als Ertz-BischoffMMjAvotj Gnesen UNV?NMS8 «.egni, gewöhnlicherftiiMwG maßen die Reichs-Verwaltung über sich/ undberathschlagete mit denen damals zu Warschauanwesenden öenaroren über der eigentlichenweise und bequemen zeit zur neuen Königs-wahl zu schreiten. Ob nun schon der grosseReichs-tag auf den 29 Augusti obgedachtenjahres anstellet werden solte; so verursachtendoch die vielerlei) kompetenten und die Uneinig-keit des Adels/daß die eröffnung sothanesReichs - tages allererst aufden is Vtaji A. 1697geschehen.

Anfanglich waren die vornehmsten Kompe-tenten höchstermeldter Königs Priny Jacob/

ferner derprintzvott Lonri, vonl.jvio0cls-

lcbalcbl und prmy l>om8 von Baden. Zu-letzt aber langeten Se. Churfl. Durch!, zuSachsen Heryog Friedrich Augustus mit8c>oc) mann an der Polnischen gräntze an/und vermehrten die zahl der^anö-Uaten/nach-dem sie sich zuvor zu der Römisch-Catholischenteligion bekennet hatten. Endlich bliebennicht mehr als zweyCron-Lomperenten ü-brig/nehmlich höchstgedachte Se. Churfurstl.Durch!, zu Sachsen und der Printz von^onri.Dazmna! war der Cardinal Primas, nebst ei-ner grossen anzahlWoywoden/auffdesPrin--hen von (^onti stite / und den 26 sumi, wel-ches der wahl-tag war/ erschienen die^na-ten und der Adel im felde / unter dem so ge-nannten Schoppen / welches ein zu solchemende von holtz aufferbautes großes hauß oderHütte ist/ da denn der Printz von (mmi zweyund dreyßig/ und also vier stimmen mehr alsSe. ChurffDurchl. hatte/worauffihn der?«-ms; und seine partey so fort als König zu procla-m,rcn voreylen wolle. Jedoch weil dieses son-der einwittigung deögesamtenReichs -tages ge-

schehene unternehmen ohne kranckung der kun-cjamenrsl-gesetze nicht geschehen konte/ protellir-ten die von der Sachsischen parthey darwider/und nachdem Printz Jacob wol sähe/ daß seinepartey sich fast gar verlohre/ stunde er dem Hau-se Oesterreich und Sr. Churfürsts Durchs zuliebe von seinem vornehmen gantzlich ab/ undvereinigte sich mit den Chursächsischen/ also daßdiese partey nunmehr die eontische überwoge/und der Bischoff von eujaven dem Cardinalschreiben konte; Es stünden 40 sahnen Edelleu-te/ die vor Sachsen gegen eonci sich zusammenverschworen/die es auch des andern tages / alssie wiederum im felde erschienen/ dahin brach-ten/ daß/unerachlet der Primas kegn, sich zurpr<;c!amarior> nicht wolle gebrauchen lassen/derBifchoff von Cujavien Se. höchstgcdachteChlirfürfts Durchs als Konig in Polen aus-rieft/worauf alsofort eine Gesandschafft an sieergienge/selbige um annehmung der Crone zuersuchen. Nichts desto weniger beharrete derprima, nebst des Printzen von Lomi partey beyder ersten wähl / und ermahnte denselben durchabgefertigte couriers sich ungesäumt ausFrankreich in Polen zu verfügen/da immittelstder Cron-Groß--Feldherr I^blonorvsk)?aufChur-Sächsischer / der Groß. Feld-Hervvon K.itthnuen/ Fürst Sapieha / aber aufContischer feite war; allein weil sich der Gou-verneur von Krakau gleichfalls zu den Chur-Sachsischen hielte/ so ersuchte er den Cron-Groß-Feld-Herrn und seine armee/ die stadtKrakau in besitz zu nebmen/ aklwo/des starckeni^okoick ungeachtet/Se.^önigl. tNaj.HereAugustusit den is Sept.mit folgenden tsica-mtäten gekrönet wurde.

^ Es siynd nehnttich bey dieser krönung fünffKönigl.Krö,solenne zu sehen gewesen: nung.

Der erste hat bestanden in einem sehr prach-tigen einzuge / welcher den 12 3epc. vollzogenworden ist.

VerändereHAuz bestund!» denen sxequ!'en/ welche folgenden tages in der schloß - kirchenvor Ihro Majestät den letztverstorbenen Kö-nig/höchstsel. andettckeNs/ in prs-senria JhwMajestät des neu-erwehllen Königs/und vielervornehmen standes-personen/geist-und welt-lich/ gehalten worden styn/ ob gleich die leichenicht gegenwartig/ sondern von dem kosolckin Warschau bedecket war.

Den dritten tag seynd Ihro Majestätmit einem grossen comnac vom schloß auff denealimitt-berg nach der dortigen kirä)en5kaj^genannt/ in welcher der BischoffLcanjz-Iauz vondem König lZoieslac» /^u6aceA. ic>7L'V0r demaltar in stücken zerhauen worden/zu fuß wall-fahrten gegangen; da dann die deutsche milir?zu suß und pftrd vom Königs schloß biß angedachten ort in zweyen linien ran^iret gewe-stn.

Der vierdte.^Äus,welcher den tsden gedach-ten monats geschehen/ war die Königs Ord-nung / da sich dann Ibro Majestät mit-tags nach «2 uhr in einem cüraß mit einem'salaroder Chur-mantel beoeckt/ aus der resi-dentz über den kirchhoff/ unter begleitungder Herren Senatoren-insonderheit des HerrnCron-Marschalls Fürst ^ubomirs^, welchermit dem Marschalls-stabe vor Ihro Maje-Rr 3 stäe