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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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316
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DesEuropäischenHerolds zweyte Haupt-Handlung

gantze Ukraine in seine gewalt / nachdem erNaar erobert / und A. 167s wurde mit belage-rungen mehrentheils zugebracht / darum derTürcken fehler war/ daß sie nicht re<sta auf diePolen losgegangen/ sondern mit Plünderungdes platten landes sich vergnüget. A. 1676gienge ausser der grossen rencomrsmnweit^o-nicwiow, darinnen der Türcken bey 8^00 ge-blieben/und des Tartar Chnnrs epdam mitunter den todten gewesen/ nichts denkwürdi-ges vor/und erfolgte noch in itzt-gedachtem jäh-re der friede zwischen Polen und der Pfor-te/ mit dem vortheil vor die Leon/daß die vo-rigen nachtheiligen arttcul / sonderlichvom tribut/abgethan/ und nur Podoliensamt Caminiec den Türcken überlassenwurde. In der Ukraine solte der König den

grösten theil/nemlich IZialacsrkievv, l>svvo1o?k,

Kalnstc und d^iewcovve? behalten / das übrigeaber/ ausser was die Mosiowiter besitzen / demGeneral derer Cosaken Dorosenzko verblei-ben. Ob nun wol dieser friede sehr kavorabel«-..sonn-- war / so fände er doch Verwunderung. Dieden frieden klugen hielten dafür: Franckreich habe denmit der grösten theil daran. Es wäre conrra rarionemBfortt. bey einem so wohl verfaßten kriegs - Heer/

und da der König selbst ein soldat/ auch fast al-lenthalben glücklich wäre / den Türcken Cami-niec zu lassen/ daher auch derPabst durch sei-nen covtraäicirte. Mossau wvltesich post fekum mit Polen conjunßiren/ kriegteaber empfindliche antwort/weil man es nur proforma angebracht zu werden aufnähme. Nachdiesem hat dieser hochverständige und großmü-thige König/ nach glücklicher zertrennung derFrantzöischen imrixuen bey Hofe und unter denGrossen / A.l6Fz mit Aayserl. Maj. sich inein vortheilhafft oSsnüv - bündniß wlderden Türcken stngelassen. Dessen conditio-ne5 unter andern diese waren; daß der Kayseralle aus dem vorigen kriege l>er zu fordern ha-bende lu!)6ä>en-gelder fallen ließ/ und das wahl-äiplamavordenErtz-Hertzogzur castacion wie-der zurück lieferte. Der Kayser solte inclusiveder garnisonen 66666 mann/und die NepublicPolen/ so lange der krieg währete /46666 mannauf den deinen halten. Der Haupt - zweckwar/Podolien und Ukraine samt deren schlüs-sel Caminiec wieder zu erobern; Und also demTürcken cliverlion zu machen / daßerinHun-garn nicht zu mächtig wäre. Die Polen hat-ten beym antritt des feldzugs 2000^0 thl. tpL-cie8 zu geniess'n/mit eingerechnet der Pabstli-. chen collecken/ die in Polen angewiesen werdensolten. Die --e^-tät dieser alliantz erwiese sichdarinnen/daß/da der Groß-Vezier die Kayserl.residentz und Vormauer der Christenheit/ nem-lich Mien/ sihr scharffangegriffen/und diesilbein grosser gefahr schwebete/der König in Polensich mit seiner armee dahin begeben / und samtThür - Sachsen und Vaxern einen solchentapffern anfali aufdas Türckische lagergethan/daß der feind/ init Hinterlassung der völligen ar-tillerie/bagageund zelten/(worvon K. Johan-nesund die Polen/sonderlich an golde/ den be-sten antheil bekommen) davon gelauffen / und

sich kaum wiederum bey Barkan sitzen können;da deun Jhro Köm'gl.Maj. im verfolg densel-

ben abermal hauptsächlich geschlagen / und

Gran mit accord erobern helffen. Nach derhand A. 1684 haben sie theils mit ihrer armee/theils durch die Zaporovischen Cosaken undCalamukkisihen Tartarn agiren / und Jaßlo-witz nebst Niemerow wegnehmen / auch dieTartarn undTürcken ein und andermal tapferklopffen lassen.Der Hospodarin dcrWallacheyolksrirte sich dem Könige zur conjuvÄion derwaffen mit 20006mann. Man torristcirte dieplätze und schlösse:Zwanice/Chozim und andere/um Caminiec(welches die Türcken nun gern andie Cron Polen abgetreten hätten/wann sie denKönig zur nemraMät bewegen/ und von derKayserlichen alliantz abziehen können) desto ge-nauer einzuschließen. Und drungen die Cosa-ken biß an den ?omum L«xinum,und gegen imt-tag biß an Bialogrod an der Donau mit ihrenstreisssreyen. Die folgenden rampagnen sindohne sonderbare sckicm mit Polen abgegangen/indem die armee langsam zu fclde gekommen/und sich Caminiec so nicht überrumpeln lassenwollen/dieTartarn undTürcken auch durch ver-schiedene einfälle schaden gethan/weßhalber derSultan jenen auch die gantze Ukraine eigen-thümlich übergab und schenckte. ^onsten istdas concerco dieses gewesen / daß Jhro Kön igl.Maj. zur cliverliun des erbfeindes/ auch damitman Kayserl. siiten in Ungarn von Ofen destoeher meister werden könte/ in podolien uiidMoldau / darein er auch A. i6Z6 mit seiner ar-mee gerücket / des Hospodarsresidentz-stadtJaß/wie auch Stephanopolim erobert und st>r.cMciret/agiren sollen; zu desto besserer aussüh-tung dieses wercks wurde in diesem jähre ein off-und äekeriliv. bundniß mit den beyden Czaarenwider die Türcken geschloffen. Das merck-würdigste bey dieser alliantz war/daß 1) der ewi-ge friede zwischen Polen und Mosiau aufge-richtet / 2) die titul der Monarchen beeder-siits bewilliget / z)die abtretung der städteund länder nach dem tractat cle A. 67 befestiget/4) die von Mosiau an Polen/ und vonPolen anMosiau rcciproceabgetreteneCosaken des eydesund pflichten er!ass'n/s)die nicht wiederaufbau-ung der städte und länder am ufcr des Bory-sthcnis von Chiovia biß an den fluß Tasminfest gestellec / 6) die noch übrige gräntz-irrun-gen/sonderlich Chiovia durch comrmlstoa erör-tert / 7) die christliche religion in denen Ma-humetanischen Provintzien stabil,ret/ und dasexercmum derCatholischenzuKiowund Smo-lensko aufgerichtet worden. Das übrige ge-hörete zur krieges-opsr-auon und frieden mit derPfone. Der estecst von dieser Verbindungwar / daß die Cosaken alsobald stärcker insschwache meer streiffeten / und Constantinopelin furcht und brod - mangel sitzten. Die Mo-siowiter haben auch in folgender zeit Assffweg-genommen und behauptet. Die Polaken Hes-sin aber zu / daß Caminiec von neuem verpro-viantiret/wurde/ und als nach der Hand aufPolnischer siite/der beschworen alliantzen un-geachtet/so wenig Protesten geschahen/geriethedieser König in verdacht/als ob das Frantzöischegeld seinen sonst tapffern und siegreichen sabelzurückgehalten hätte. So viel ist gewiß/ daßer das geld sihrgeliebet/ und keine geschenckeausgeschlagen/daherman auch nachgerechnet/daß er jährlich bey nahesOOOSv rthl.in seinen

schätz

7.

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