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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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313
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worden/ auf400000 stelen/ohtte was durch diescharffe des schwcrdts umkommen. Mitler-weile bemächtigte sich Rönig Gustav Adolphin Schweden/ mit einer wolgefaßten armee/des Chur-und Tieflandes grösten theils/ undnahm auch nach der Hand den rest vollends ein/welchem einige machtige platze in preussennachfolgeten. Die Polnische Feld - HerrenSspieks und Xoniecpolzky bekamen derbe undblutige schlage. Dantzig clekenclirte sich abernachdrücklich / und machten sich die Polen gros-se Hoffnung auf den Kayserl. iuccurs, welchender General Arn heim commandirte. Jedochals deren conjunckou geschehen/griffsie der Kö-nig in Schweden bey Stum an / und erhielteden sieg/ schlug auch hernach die Polen in derp.llsße bey Weißenburg / und machte sie fastmürbe. Endlich wurde von A. 1629 biß A.16Z4ein stillstand getroffen/und Schweden die po,-lelzvoniLlbing/Memel/ pitlau/ Brauns-berg/ und des meisten Tieflandes überlassen.Darüber starb König Sigmund A. 1652. A.1655 kam es zwar zur Verlängerung des stillstan-des auf26 jähre / und erhielten die SchwedendasgantzeLieffiandund die würckliche Enthal-tung des tituls und wapens von Schweden/Gothen und Wenden/ welche worte / weil keinander siegel bey den trattaten zu Stumsdorfs/dabey Englische / Hollandische und FrantzöischeGesandten die!^eäiacic>nführeten/ vorhandenwar / der Polnische Cantzler im abdruck ausdem rochen wachse auskratzen muste. WiderdieTartarn war die Nation glücklicher/ undschlug derselben bey 60000 zurücke. Der Kö-nig hatte von ZWoGemahlinnensso leiblicheschwestern / undiLry-Heryog Carls zu(Kranz röchter waren / verschiedene kinderverlassen; unter denen ihme der älteste PrintzUladislaus im Königreich folgte / und zwarvermittelst ordentlicher wahl/bey welchenttomi-tiizLleÄioms diestadtDantzig dieses sonderba-re Privilegium erhielte/ daß siekünfftigbey derwähl jederzeit eine stimme haben solte. DieMoseowiter vermeinten ihre lande nun wiederan sich zu ziehen / und rückten vor Smolensko/der König schlug sie aber aus/und eroberte dasgantze lager. Hierauf suchten sie hülste beymTürckischen Sultan / welcher auch denAbaziBassa mit einer grossen anzahl Türcken undTartarn bey 55000 mann zur clivsrUon gegenChozim und Caminiec anziehen ließ. DerKliuiecpolzky aber setzte diesem bey Caminiecmit einem solchen tapffern angriffe zu/ daß sieden kürtzern zogen/ und nach empfangenem ver-tust der mannschafft und des raubes zurück lief-fen. A. 1654 schloß der König friede mitUloscau/ in kraffc dessen der Czaar auf diemächtige zürstenthümer Smolensko undCzernichow rsauuciiren muste. Mit Schwe-den wmdeA. 1635 zu Stumsdorffauch ein vor-theilhaffter accord getroffen/ und die Preußi-schen örler an Polen reMkuiret ; weil nachder Nördlinger Wacht / und Chur-SachsensjncZinsriou zum friede mit dem Kayser derSchweden ihre korruu jn Teuts6)land schlipfrigstunde. Die cnnZ.tiones dieses 25zigjährigenarmittitii sind bey dem l>un6c,sp.'p.z.f.Z7l zu le-sen. A. I6Z7 sieng sich der Cojüken-trieg an /woher Polen viel unheil zugeflossen. Die ver-Zwcxre Haupt-Hundlnng.

anlassung diestr Cojakifchen unruhe war fol-gende : Es verursachten nemlich die Privilegi-en/ welche die Cosaken von K.Stephan Batho-rn erlanget hatten / daß sie sich von tag zu tagevermehreten: Denn als die bauren in denbenachbarten Provintzien von ihrenHenen sehrgepresset wurden/lieffen sie hauffenweise :n dieUkraine/ wodurch die Cojaken sich dermaßenverstärckten/ daß sie zum öfftern in die Türckeyeinfielen / und den Polen selbsten auch nicht we-nig sorge und omvrsge verursachten. Nach-dem aber einige Polnische Magnaten sich in derUkraine angekauffethatten/ hielten sie davor/daß es ihren gütern zuträglicher seye/ wenn dieCosaken an statt der räubereyen / so sie im Tür-kischen gebiete verübeten / genöthiget würden/ihre nahrung mit dem ackerbau zu suchen. Hier-durch fasseteK. Uladislaus vu den Vorsatz/ dieCosaken zum gehorsam und aus ihrer freyheitzu bringen/ da zwar diese sich anfangs tapfferwehreten/ und den bau der festung Hudnck znverhindern trachteten/letzlich aber durch die Po-len geschlagen /und ihr General Paulak/ nebstandern vornehmen Cosaken enthauptet wurde.

So dann beschlösse man auf dem Reichs-tag/daß ihnen alle Privilegien / samt der festung Te-ctimorow/welche ihnen von K. Stephan verlie-hen worden/wiederum abgenommen/ und eineandere art der militz an ihre statt aufgerichtetwerden solte. Solches nun zu bewerkstelli-gen/ rückte die Polnische armee unverzüglich in 'die Ukraine/welche die Cosaken zwar mit bluti-gen köpffen abfertigten/ jedennochaber endlichder Cron Polen treu zu seyn versprachen / fallsman ihnen ihre alten privilegia lassen würde.

Dieses wurde ihnen versprochen/ aber nicht ge-halten / indem man ihnen unter andern auch ih-re Griechische kirchen nahm; daher die unruhevon neuem angieng/ absonderlich da die Cosa-ken den Bogdan Chmielinsky zum Generalbekamen/ und nach Uladislai vsi todte einengrossen sieg erfochten/ auch einige städte erober-ten. Unter dieses Königs regierung kamen1647 die posten zum erstenmal in Polen auf/wel-che man nach der Teutschen art einrichtete.

Sonst erbauete er auch die stadt vlsckzjsvjZman den pucensischen ufern. Er hielte zu Ver-einigung der drep religionen im Reiche das(Kolloquium zu Thorn/handelte Kayser Ferdi-nanden lli die Hertzogthümer in Schlesien/

Ratibor und Oppeln/um 1200000 güldenwiederkäufflich ab/ und starb A.1648 ohne lei-bes-erben/und litte die glückseligkeit von Polennunmehro eine grosse revolucion.

Dessen Herr bruder/ Printz Johann Ca st- AAKmir/hatte sich einige zeit vorher zu Rom in den mir wiroIesuiter - Orden begeben / und war vomKsememPabst luoocemio X zum Cardinal/ noch vor und Cardi-ausgang der prob-jahre/ ernennet worden/legte Kvnig.aber mii dem Hute die Geistlichkeit nieder / tratnach vorgehender wähl die Aönigl. regie-rung an / und verheyrathete sich mit Päbstli-chem conlenz an höchst-besagtes seines Herrnbruders Uladislai hinterlassene stau wirtib/^x^,fr. Marien Collen / gebohrne (-on^zZ-n aus kneq z/ehetdem Hause kranm-z. Er fand das Reich/ zumalder Cosaken halber/in voller unruhe/ und muste sich,sich des Adels Hitze wider dieses volck mit theil-hafflig machen/hatte auch das glück/ A. 1651 ei-R r nen