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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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Des Europäischen Herolds zweyte Haupt-Handlung

i Der Iustiy-Rath/welcher Hofretten

oderRsnungzramd genennet wurde / da derDrotset prselläirte/ und neben sich '4 Reichs- 8e-O»tore8,6 Edelleute/ und 6 Gelehrte zu beysitzernhatte / und in gewissen fallen die appellation^annahm.^ Diese- rractirten vornemlich dieReichs-Handel der Schweden / gleichwie dashof-gerichtezu Norköping/ so einen Reichs-Rath zum Präsidenten / und zwölffbeysitzere/halb Edelleute/ und halb voKoreg hatte/ vor dieGothen; das zuAbo vor die Zinnen/ das zuDörpt vor die Tiefländer/und das zu Wiß-mar vor die TemsiHen Provintzien gehaltenworden.

il Oer Kriegs-Rath/ dessen Präsidentwar der Reichs-Marsk oder Reichs- Feld-Herr/nicht Reichs-Marschall/welches viele auto.res der Schwedischen Reichs-beschreibungenmit jenem vermenget. Sein vornehmstercol-Zega aber war der Ricksens-Tyghmeester/oder der Artillerie-General/ und die beysi'tzerewaren vier Zeld - Marschallen/ so zugleichReichs-Räthe. Hieher gehören alle falle/ dawider die kriegs-gesetze oder RriSZartiklar ge-sknidigetwird.

in Der Admiralitäts - Rath / da derReichs-Admiral / nebenst vier Vice-Admira-Len/so Reichs-Räthe/ die see-und Admiralitäts-geschäffte berathschlaget und expeäiret.

IV Der Lantzellex-Rath/ dessen Präsi-dent der Reichs-Canylar/ deme vier Reichs-Räthe/ und einige Staats-Secretarien alllMr-ten. Daselbst werden anitzo die Versammlun-gen mit den Reichs-Ständen angestellet/ alleV0N dem Könige el'theilten privilegia und revibo-lies der gerichte/Lcatma der Provintzien und m-ttfuÄionez der Gouverneurs abgehandelt.Hiernechst war auch noch eine besondere Hof-canyley vor des Königs eigene si^irex, darin-nen der Hof-Canylar und seine dolleKen diegeschaffte berathen/ und allwo heutiges tagesalle verbündnisse und geschäffte mit auswärti-gen Potentzen tractiret werden.

v Der ktnsny-oder Rammer-Rath/ des-sen Haupt und vireÄoi- der Reichs-Schatz-meister/wurde aMiretvon vier Reichs-Rä-then/gewissen Commissarien und Rechen-Rä-then. Dieser Schatznieister pflegte den Rö-ntg!. schay/unb die Reichs-lnbAmen/Crone/Reichs-apstel/Aepter undSchwerdt zu ver-wahren. Er hatte die aufsieht über dasReichs-müny-weftn/und cliriZirte die zahl-ämter beyHofe und bey dem kriegs - Lstat. Dieser funffhohen ^ontiliorum Presidenten waren die fünfffürnehmsten Herren des Reichs/aufdenen dashauptroerck der König!, regierung vorzeiten mitbestünde/ und die in vormundschafft eines un-mündigen Königs stlbstregierten.

vi "jm Rath der connnercien präsidirteein Reichs-Rath/und hatte vier Ncichs-Rathezu beysitzern.

Vii 5OerVerg-Rath hatte auch einenPm-sidenten/und so vielbeysitzere.Die Reichs-Ständc in Schweden warenNnigseichs vor dieser zeit I die sLrb -Fürsten /2 die Grafen/Schweden. Freiherren und Adel/ Vormahls Affrvachegenannt/ z d:e Geistllchkeit/tLry -Vischoffeund Priester 4 die soldaten und kriegs - be-diente/5- die bürgexschafft in städten/ und

dann 6 der gemeine landmann oder die bau-ren. Von dem ersten Stande oder den itzi-gen Fürsten vomgeblüte ist oben einige anzeigegeschehen.

Der zweyte Stand/der Grasen/ vor al-ters Jen genannt /derer ^ 20 famsi

lien/ der Freyherren/ derer 34/ und darunter19 zur Reichs-Raths-würde guslikcirte Häuserwaren / und deren Rittere und gemeinenAdels/welcher in 596 immaniculirten geschlech-ten bestanden/ besitzt viel herrliche freyheiten/sowol wegen ihrer eigenthümlichen güter/als auchwegen ihrer Personen/und wurden aus diesemStande vormahls der hohe König!. Rath/unddie fünff hohen Reichs - amter genommen.Dergleichen werden aus diesem zweytenStan-de die fürnehmsten Hof - ämter/ als Marschall /

nicht weniger die hohen und Mittlern kriegs-chargen/ General - und Special - Gouverneursder Provintzien und platze aus dem mittel desgrossen und kleinen Adels ersetzet und bestell/auch einige ämter der Land - Officirer beyjustitz aus ihnen versorget. Wobey denrnijchtzu übergehen/daß so wohl die adelichen söhnetöchter in slloäialibus luccecliren. Jedoch be-kömmt der söhn zwey thei le / die tochter aber nurden dritten theil/welche erb-theilung derReichs-Gouverneur/BirgerJerl/vor mehr als Z50 jäh-ren eingeführet hat. Anitzo sind die vornehm-sten geschlechter dieOxenstierna/Brahe/Lö-wenhaupte/Horne/Banner/ Torstensöh-ne/Wrangel/Steenbokke/ Bielken/ Gül-denstierna. Das Gräflich Gardische hauKist so hoch kommen / daß auch Graf^ßno de!-»«arcke König Carl Gustavs schwester / diePfaltzgräfin Maria Eufrosina/zur ehe gegebenworden. Die Grafen Königsmarck/ Stren-berger/Tott/ Lilie/ Kagge / Dohna/ Fläming /u.a.m. Dann vom Freyherren-stande / die vonSparre/Jorbuß/ Taube/Mörner/ Stiarn-schield/ Horn/ Ribbing/Rosenhahn/ Soop/Flennning/ Baath/ Bonde/ Ulfssparre/ Sper-ling/Kurk/Kreutzcn/ Wachtmeister / Helmfeld/Linde/Ungern/ Leyenhufwud/ Schütte/ Küf-wenhüller/Scheding / u.a.m.

Oer dritte Stand begreifst in sich denLry-Vischost zu Upsal/ welcher vormahlsprima- in Schweden genennet wurde/ auch der

stände des

nigreich schönsten) kirchen Zu falben / und dieReichs-kleinodien ihnen zu übergeben pfleget.Ihm sind acht Nischöffe / als 1) der zu Linkö-ping /2 )Skara/Z)Stregnes /4 )Arosten oderWesteras /s) Wepio /6) der zu Abo/ 7) Wi-burg/und8)Rcval; wie ingleichen auch dieSuperintendenten zu Calniar/ Carolstadc/Gothenburg/Dörpt /Narve/ Gothland/und Hernosand samt denen unter die Bischof-fe und Superintendentengehörigen canonici;,Pröbsten/Pfarrern/Dorff-PriesternundEap-lanen/unterworffen.

Man rechnet aus/ daß die gesamte Schwedi-sche Geistlichkeit fast in 4000 perstnen bestehet.Ihre vornehmsten einkünfste bestehen in denkirchen-gütern und dem dritten theile des zehn«den: Denn die andern beyden theile gehören

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