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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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83
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von dem Königreiche Franckreich.

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che prXtenswn auf dem rechte/so die KöniginCatharina ttteäiL^a wider den aus unehelicherVermischung erzeugten König Oiv^lium unddessen äelcenäemen etwa aUegiren mögen/ be-ruhet.

MArrago- Auf Aeragonien und Catalonien möchtemen/Cata- hje prsetenllon, dem ansehen nach/ durch ceilionwMeIpder Graffchaffcen Roußillon und Conflans er-Men/My- loschen seyn.

md« Vas Königreich Sardinien wird daher inanspruch gehalten / weil es Hertzog Carw vonAnjou A. 1282 übergeben worden. Desglei-chen weil -^önig 'Jacob inMajorca dieselbeInsul A. IZ49 ^önig Philippen in Franck-reich vor 120000 ducaten verkaufft/ und seineschwester und erbin Johanna/ Marckgräfinin Montferrat/ A .1Z7Z ihr recht HeryogLudwigen von Anjou abgetreten. Hierzukömmt die Verpfandung/ welche A. 1462 die In-sul sunt der Grafschafft Roußillon RönigLudwigen X! gegen 300000 ducaten zuge-bracht.

Auf den Bäuerischen Insuln zc. willFranckreich die lehns-herrschafft um das jähr128s durch einen mit dem Bischoff von Mont-pellier aufgerichteten vergleich erworben ha-ben. . .,

Der hauptsachlichste grund der pi-Xtcnlionauf das Heryogthum Mepland ruhet aufder belehnung/welche vom Raxser Maxinü-lianenM.isos V.önig Ludwigen X! wieder-fahren/ dafür 150000 goldfl. gereichet werdenmüssen.

M5nacl, Hiernechst so ist auch das Königreich Ettgel-idüd. land vom anspruch nicht befreyt. Denn weilLudwig Vlll/ PhilippiAugusti sohn/von denenwiderspenstigen Engellandern Ll. 1216 zu ihrenKönig beruffen und gesalbet worden/ so meynendessen luLLellores in der Cron Franckreich einunverwerffliches recht dadurch auffEngellanderlanget zu haben/ob gleich derselbe wenige zeitdarauf sich mit seinem widerpart vergleichen undnach hauße reteriren müssen.

«ufdieSpa- Uber dieses hat die Cron eine starcke anfor-derung auf die Spanischeti Niederlande/absonderlich die Provintzien Flandern/Artois/^ennegau/L-Uxemburg/ die alte bürg vonGent und deren äepenäentien / und ließ A.Frany A. is)7 vor sich im Parlament/ allwoäans lelit 6s juNice saß/gegen Carln vonOesterreich durch den General - AdvocatenCappel plaiäiren / und die conklcstion derGrafschafft Flandern / Artois und Charleroywegen begangener Felonie suchen. Man 6e-eretirte auch aufeine eckNal-cltZtwn und provl-lionZl Verordnung/ daß alle lehn - leute dieserGrafschafften ihrer pflichten erlasen / und anFranckreich gewiesen werden solten. Wel-che anfoderung mit dem schwerd und feder ver-fochten/und endlich/vermittelst desPyrenaischenfriedenS/dahin gebracht worden/daß Spaniender Cron franckreich gany Artois / wenigausgenommen/und einen theil von Flan-dern und Hennegau abgetreten/ ^rt. Z5^ z6l'raär. t^renX. ^u^ormit man an GpantsherSeiten gemeinet / es wäre diese pr^eissongründlich abgetan; zumahl die KöniglicheJnsannn Maria Theresia eidlich renuncüret.Der König in Franckreich aber hat/ nachdemZweite Haupt-Handlung.

diese sine gemahlin mit dem Dauphin gesegnetworden / und der tod Rönig Phllippi iv inSpanien darzu kommen / behaupten wollen/daß diese Verzicht null und nichtig/ und dahergantz revocabel/mithin aufdie Königin die tuoceMon der souverainete des HeryogthumsNrabant/llnd anderer Spanijchen Nieder»landlfchen provmglcn/vermöge des äevoM-tion-rechts/worvon oben ein mehrers angefüh-ret worden/ gefallen wäre. Darüber es auchzum feder-kriege/ und endlich zum schwerdtschla-ge kommen.

WeilA. 1590 die stadt Genua sich Rönig Auf Genug.Carla Vl mittelst einer solennen abordmmg un-terwürffig gemacht/ hat A. 1558 der Hertzog da-selbst / Östrus kul^olluz, sich anderweit an dieCron ergeben / dergleichen auch A. 1499 durchLaptittlnum^ulAollmngeschehen/wie denn nichtwenigerH. 1528 die stadt sich abermahl kubmie-t>ret. So hat die Cron Franckreich auch aufden principat dieser Republigue prXter>6iret/we!-che aber wenig daran gestehet. Wie dennauch in dem tractat/ welchen im nahmen desKönigs Mr. Colbert mit dem Herrn MariniA. 1685 geschlossm/und nach welchem die lublws-lion des Doge und der vier Senatoren gesche-hen/nicht das geringste von diesem anspruch ge-meldet worden/da sonst zum wenigsten einig re-lervat der alten Prätention halber würde gesche-hen seyn/ wann Franckreich daran was gelegenoder dessen befugt gewesen wäre. Man brauchteauch nicht sowohl das wort grace als bisnveillan-ce; bonte, faveur Lcc, gegen den König. Indessenist ih: derKönig inKanckreich anitzo zwey Millio-nen schuldig/ welche die Stande von LanguedocLi. 1701 nicht allein zu bezahlen über sich genom-men/sondern auch noch 8^0000 pfund/ so siedem König bewilliget/ von dieser Republique er-borget : Ob aber dieselbe / bey wiederfoderungdes capitals und erfolgter Weigerung/allzu gros-ses recht an dem Frantzöisthen Hofe finden wer-de/ stehet dahin/und mag sich selbige immittelstan dieA. 1684 erlittene bombardirung erinnern/wovon bey der beschreibung des Staats vonGenua ein mehrers gedacht werden soll.

AufdaS äomirnum maris imkNittel- meereMhgFZg.hat Franckreich auch sine prXtenllon, und ver-^"'""^--langet/ daß vor den Frantzöisthen flaggen alleteVme^^andere das stgel streichen sollen.

Auf Savoxei! und die zugehörige landerAuf Savos-rühret daher einiger anspruch: Als philibert^'li Hcryog zu Savopen ohne männliche erbenverstorben/und dessen halb-bruder / HertzogCarl / lucceäixete / ssrach ^önig Frnny i inFranckreich die landschafften Bresse/Nizza/Vercelliund Zaussigny wegen seiner frau Mut-ter/Hertzog PhilibertS vollbürtiger schwester/als erbe an / und trieb Hertzog Carln mit demdegemaus seinem lande/darüber er aus unmuthzu Vercelli starb. Hertzog Emanuel Phili-bert reven^irte sich zwar etwas in der schlachtbey St. Quintin ; es muste aber doch Turin/Pignerol/Chierasto und andere wichtige platzeeine lange zeit in der Frantzostn Händen bleiben.

Wann sich der fall solte zutragen / daß Se.-nigl.Hoheit/der jetzige Hertzog zu Savoyen/ oh-ne mannliä)e erben verskerben/ und die Duchessede Bourgogne deeo tod erleben oder kinder ver-lassn würde/ so dörffte Franckreich zum wenig-^ 5 sten