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' von dem Königreiche Franckrcich. »5
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' verjaget hatten/so wurden sie A. 17QQ genöthi- gen fälle/welche fähig synd/Unordnungen und
get/sich dieserwegen an dem Konigl. Hofe durch die blutigsten kriege hervorzu bringen/von wei-
' 1 'M ihre vevuttrten / nebst Überreichung eines ge- tem zuvor sehen / und sich zu dero abwendung
',. schcnckes von 4000^0 pfund / zu entschuldl- desjenigen Verstandes gebrauchen sollen/ wel-
- / . gen. chen sine göttliche weißheit über sie ausbreitet;
, ^ ^ MrmaM Als nachgehcnds der Hertzog von Anjou un- so erfüllen wir solchen Vorsatz zu der zeit / da'
'5 H, serkM mit dem Nahmen PHLlippi V/ als vermeinter te- wir mitten unter den freuden-bezeugungen UN-
'stamentanscher erbe/den Spanischen thron in sers Königreichs einen traurigen künffugm
besitz nahm/ gieng der krieg zwischen dem Kay- zufall / dessn stets währende abwendung wie
s r/König in Franckreich / und dem vermeinten von GOTT bitten / als eine solche sache anse-
Königs in Spanien A. 1701 zu allererst in dem hen / welche sich ereignen könte. Zu eben der
Meyländischen an / welches Se.Kayjerl.Maj. zeit / da wir das testament des verstorbenen
als ein Reichs - Lehn vmäiciren wolten. Uber Königs in Spanien annehmen; da unser viel-
dieKayserl. armee fuhrete das ober-commando geliebtester und werthester söhn der Dauphin
PrintzLuAemu8von Savoyen/ über die Fran- sich seines wohlgegründeten rechts auf diese
tzöische und Spanische aber anfänglich der re- Crone / zu liebe seines zweytgebohrnen sohnes/
gierendeHertzogvonSavoyen / welchem die des Hertzogs von Anjou/ unsrs vielgeliebte-
r >7 beyden Marschalle von Villeroy und Catinat sten und werthesten enckels begiebet / als wel-
^' i zugeordnet waren / biß hernach sothanes com- chen der verstorbene König in Spanien zum
>- "' ch' mando dem Duc de Vendome aufgetragen universal-erben eingestzet z da auch diestr nu-
-.7^ > ' wurde. Indessen seynd die Kayserl. gerechten mehr unter dem nahmen Philipp V/Königs in
-ü" Waffen durch gottl. beystand in der campagne Spanien/bekanntePrintz bereit ist/sich in sein
' 7.'^ jetztgedachtes jahres an demstuß Oglio und Ad- Königreich zu verfügen / und seiner neuen un-
da gegen ihre feinde so glücklich gewesen/daß sie terthanen inbrünstigen wünschen ein genügen
K5 stlst)'n allen rencontren den sieg darvon getra- zu rhun / so hält uns diese gross begebenheit
- ., ..'^7 -AtN7und bereits ein-' ziemliche anzahl feindlicher nicht ab/ unsere äugen weiter/ als auf die ge-
ü mannschafft erleget haben. Wie sie denn auch genwärtige zeit / zu wenden. Und indem un-
in folgendem jähre 1722 unweit Borgoforte im sere nachkommenschafft am allerbesten bestellet
.I .' I" '7.'^ Mantuanifchen gebiet einen ziemlichen sieg mit zu seyn scheinet/ so halten wir davor / daß es
'^7 ' einer an mannschafft ungleich schwächern armee sowol die pfiicht eines Königs / als eines va-
befochten. Und ob schon im wincer besagtes ters/erfodert / unsern willen vor das zukünff-
jahres die meisten von den Kayserlichen bese- tige/ der meynung/ welche uns diese beyde ei-
^ tzete örter in Italien wiederum an den feind genschafften eingeben / gemäß zu erklären.
übergangen / Mantua auch von seiner langwie- Gleichwie wir also versichert seynd / daß der
rigen bloqvade befreyet worden: So lebet man König in Spanien / unser enckel / jederzeit vor
dennoch der beständigen Hoffnung / es werde zu- uns / vor sein hauß / und vor das Königreich/
> letzt noch ein glücklicher ausgang die gerechte darinnen er gebohren worden/ eben dieselbe
. svche krvnen. Sonsten wurde auch A. 17c-r zuneigung und dieslbe meynung / worvon er
^ zivischen der Cron Franckreich/ Spanien und uns so viele kennzeichen gegeben/ erhalten/ und
Portugal! eine alliance geschlossen / deren ei- daß sin exempel/ indem er sine neue untertha-
^ - 7. 'Z gentlicher innhalt in des zweyten Haupt - vor- nen mit den unsrigen vereiniget/zwischen ihnen
^ , Iiis trags drittem haupt-theile zu befinden. eine immerwährende freundschafft und das
7i ' WM Im vorhergehenden jähre 1790 aber hatte vollkommenste vernehmen stissen werde: Alss
'7 derKöistg wegen der Cronen-folgein Franck- würdenwir ihmauch/unserm erachtennach/
- . reich/ seinen ausdem Spanischen thron sitzen- unrecht thun / worzu wir zwar nicht fähig- den Enckel anlangende/folgende Genres xatemes seynd/und unsrm Königreich ein unersetzliches
?ubUciren lassen: ^ ^ nachtheil vermachen /Ivenn wir hinkunfftig
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7 Von GOTTes gnaden / Ludwig / König einen solchen Wintzen/ den wir dem einhelligen
in Franckreich und Navarra: Allen gegen- begehren der Spanischen nation verwilligcn/
.'.'SUlis in Franckreich
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.... M wärtigen und zukünfftigen unsrn grüß. Die als einen fremden ansehen wolten.
7I7'I,Wit glücksligkeiten/wormit uns GOTT zeit wäh- Aus diesen Ursachen/ und aus andern wichti-
" render unser regierung nach sinem gnädigen gen berrachtungen/welche uns hierzu bewegen/
gefallen überschüttet/ synd vor uns lauter be- haben wir aus sonderbarer gnade / völliger ge-
wegungs - gründe / uns nicht allein vor die ge- walt und Königl. autoritat gesprochen/ erkläret
. 7 -'7A genwärtige / sondern auch vor die zukünfftige und befohlen/ sprechen ^ auch / erklaren und be-
. Zeit zu bemühen / den Wohlstand und die ruhe fehlen/wollen und gesället uns/ daß unser viel-
. 7' dervölcker zu befördern/ über welche uns sine geliebtester und werthester enckel/ der König
' göttliche Vorsehung die hersschafft anvertrauet in Spanien / das recht seiner geburt jederzeit
hat. Seine unerforschliche gerichte lassn uns behalten^ solle / eben auf die art und weis /als'
. 7 Iii nur sehen/ daß wir unser vertrauen weder auf ob er würcklich in unsrm Königreich Hof hiel-
unsere macht/ noch indiegrösse unserer länder/ te. Wie nun unser vielgeliebtester und wer-
7' ' 7 7 7^7 viel weniger in eine zahlreiche nachkommen- ehester einiger söhn/ der Dauphin / der wahre
schafft setzen sollen /und daß diese vortheile/wel- und rechtmäßige Nachfolger und erbe unserer
... ,- 7 WDG che wir eintzig und allein von seiner gute em- Crone und länder / und nach ihm unser vielge-
pfangen/ keine andere beständigst haben / als liebtester und werthester^ enckel / der Hertzog
7 I nur allein diejenige/ welche er ihnen nach sinem von Burgund / rechtmäßiger erbe ist : Also/
. ^ ^77, göttlichen willen beyleget. Gleichwie er aber wenn es sich zutrüge/ (welches doch GOTT
unterdessen haben will/daß die Könige/so er zur verhüte!) daß unser ermeldeter enckel / der
lI regierung siner vvlcker erweblet/ die zukünffti- Hertzog von Burgund / ohne mannliche teibes-
Fwexre Haupt-Handlung. D erben/