urthcilende Eeusurbehördc, als der vertheidigten Sache nach-thcilig, nicht billigen mochte. Ein dumpfes, wie unterirdi-schcs Gemnrmel; ein allgemeines Geschimpfe, das trotz derEntfernung von Frankfurt, Halle, Leipzig, Hamburg wie vonBerlin und allcrwärts hcrübcrscholl, schien dieser Voraus-setzung einigen Grund zu geben. Der Aufsatz kam endlichzum Vorschein; er war ruhig und ohne alle leidenschaftlicheAusregung abgefaßt; äußerte keine unnütze Feindschaft undBitterkeit gegen die Person, ließ vielmehr eine Art vonVorneigung gegen dieselbe walten; ging aber dafür aufdie Sache ein, und nachdem er die Hauptpunkte, woraufes seiner Meinung nach ankommen mußte, sich herausgesucht,beredete er sie nach seiner Weise, und reichte dann amSchlüsse der Erörterung dem Altbefreundctcn, den er bestrit-ten, die Hand: Alles in guter Ordnung und wie es füreinen Theologen sich geziemt. Die Härte war es also nichtgewesen, die man bei ihm beanstandet hatte; vielmehr dieMilde hatte man, wenn wahr ist, was gemeldet worden,der Censur würdig befunden; und wenn er oder die Weltnoch Zweifel hegte, daß es also gemeint gewesen, so konn-ten die öffentlichen Urthcile, die über seine Rede ergingen,ihn leicht eines Besseren belehren. Eines ganz Andern, alseiner so schwachen, mattherzigcn Polemik, habe man sich zuihm versehen, wurde in bitterstem Unmuthe ihm zugerufen;die Regierung sey übel berathcn, daß nur solche pedantischeVcrthcidiger ihrer Sache sich annähmen. Es scheint alsoZorn und persönliche Jnvective werden jenseits als noth-wendigc Vestandtheile jeder durchgreifenden Polemik ange-nommen; und wer des vollen Beifalls bei Hohen und Nie-
Einzelbild herunterladen
verfügbare Breiten