Druckschrift 
8 (1928)
Entstehung
Seite
10
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1(1 Predigt am ersten Sonntage des Advents.

den Philosophis und Heyden die Wahrheit suchen, die doch nichtein einiges Stück von diesem allen gewußt haben, und lassen unsmit Meuschenlehren blenden und wieder in die Nacht führen.Es muß ja kein Licht seyn, was dieser Tag nicht ist; St. Paulusund alle Schrift würden sonst nicht allein diesen Tag aufwerfen,und das andere alles Nacht Hoisten. Es muß eine große Plagegottliches Zorns seyn, daß wir wider so helle, klare Sprüche derSchrift ander Nebenlicht suchen, so sich der Herr selbst der WeltLicht und Sonne nennet.

So laßt uns ablegen die Wercke der Finsterniß, undanlegen die Waffen des Lichts.

Gleichwie Christus die Sonne, und das Evangelium der Tagist, so ist der Glaube das Licht oder Sehen und Wachen an die-sem Tage. Denn es hilft nichts, daß die Sonne scheinet undTag machet, wo die Augen nicht empfinden das Licht. Darum,obwohl das Evangelium in aller Welt ist aufgegangen und Chri-stum prediget: so sind doch nicht dadurch erleuchtet, denn allein,die es aufgenommen, und durchs Licht des Glaubens vom Schlafaufgestanden sind. Denen Schlafenden aber ist die Sonne undder Tag unnütze; denn sie haben davon kein Licht, sehen eben sowenig, als ob keine Sonne noch Tag da wäre. Das! st nun dieZeit und Stunde, davon er sagt: Lieben Brüder, so wir dennnun solches wissen, daß biß die Zeit und Stunde ist, aufzustehenvom Schlaf ic. Eine geistliche Zeit und Stunde ists, doch in derleiblichen Zeit aufgegangen, und noch taglich aufgehet, darinn wiraufstehen vom Schlaf und ablegen sollen die Wercke der Finster-niß -c. Damit zeiget an St. Paulus, daß er nicht rede zu denen,die noch im Unglauben sind. Denn, wie gesagt ist, er lehret hiernicht den Glauben, sondern die Wercke und Frucht des Glaubens.Er spricht, sie wissen, daß die Zeit da sey, daß die Nacht ver-gangen und der Tag herbey kommen sey.

Er nennet hie die Wercke der Finsterniß nicht Waffen, aberdie Wercke des Lichts nennet er Waffen, und nicht Wercke.Warum das? Ohne Zweifel, zu beweisen, daß es ein Streit sey,Mühe, Arbeit und Gefahr koste, zu wachen und gut Leben zuführen; sintemal solche starcke drey Feinde, Teufel, Fleisch, Welt,ohn Unterlaß, Tag und Nacht uns widerstehen, daher auch Hiob,7, 1, sagt: Des Menschen Leben auf Erden ist ein Streit undAnfechtung. Nun ists ein groß Ding, ohne Unterlaß das gantzeLeben im Streit zu stehen, darum es wohl noth ist guter Posau-nen und Heerpauken, das ist, solcher Predigt und Vermahnung,