Druckschrift 
7 (1828)
Entstehung
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v. Martin Luthers Auslegung des VacerUnsers für einfältige Layen.

Vorrede.

s wäre nicht noth, daß man meine Predigt und Worte aufdem Lande irre führet; es sind wol andere Bücher vorhanden, diewürdig und nütze waren, dem Volke zu predigen. Weiß nicht,wie durch Gottes Geschick ich ins Spiel komme, daß etliche zurFreundschaft, etliche auch zur Feindschaft, mein Wort sahen undtreiben. Derohalben ich versucht, diß Paternoster, vorhin durchmeine gute Freunde ausgangen, wiederum auszulassen / auf daßich mich weiter erklare, ob es möglich wäre, auch meinen Wi-derparten möchte einen Dienst erzeigen. Denn mein Sinn istja, daß ich jedermann nützlich, niemand schädlich wäre.

Da die Jünger Christi baten, daß er sie lehrete beten, sagteer, Matth, ö, 7. 8. 9: Wenn ihr betet, sollt ihr nichtviel Worte machen, als die Heyden thun, die dameynen, sie werden erhöret, wenn sie viel Wortemachen. Darum sollt ihr euch denselben nicht glei-chen. Denn euer Vater, der im Himmel ist, weißwohl, was ihr bedürfet, ehe ihr ihn bittet. Darumsollt ihr also beten- Vater Unser, der du bist in demHimmel, geheiliget werde dein Name zc.

Aus diesen Worten Christi lernen wir beyde, Wort undWeise, daß ist, wie und was wir beten sollen. Und diese zwevDinge sind noth zu wissen.

Zum ersten die Weise, wie wir beten sollen.

Die Weise ist, daß man wenig Worte mache, aber viel undtiefe Mepnungen oder Sinnen. Je weniger Worte, je besser Ge-bet; je mehr Worte, je ärger Gebet. Wenig Worte und viel