Gravitation.
JÜJ9
Anwendungen des Trincips der allgemeinen Gravitation ver-mehrt, erweitert und berichtigt hat, sondern zugleich uns inseiner Mecanique celeste ein schönes Lehrgebäude alles dessen,was bis jetzt aus diesen Gesetzen der allgemeinen Schwere her-f geleitet ist, gegeben hat. Sein in rein analytischer Darstellungausgeführtes Werk wird wohl ohne Zweifel fiir alle Zeiten ei-nen vorzüglichen Werth behalten. Diejenigen Mathematiker,
! die sich um einzelne Anwendungen Verdienste erworben haben,sollen da, wo von diesen Anwendungen die Rede ist, genanntwerden.
Die Gesetze der allgemeinen Schwere haben sich bis jetztals fast durchaus ausreichend zur Erklärung aller Erscheinungengezeigt, welche die beobachtende Astronomie uns kennen lehrt.Die Bemerkung von Encke, dafs man vielleicht bei den Kome-ten auf einen Widerstand Rücksicht nehmen müsse, kann nichtals ein Einwurf hiergegen gelten ; wohl aber kann es seyn, dafsdas Gesetz, die Attraction sey der Masse proportional, noch eineBeschränkung leidet. Nach Newton’s Ansichthat die Beschaf-fenheit der Materie, woraus ein Körper besteht, keinen Einilufsauf die Attraction, (die sich eben dadurch, wie Newton sagt,von der magnetischen Kraft unterscheidet) 1 und wir bestimmendaher das Verhältnis der Massen der Planeten nach der Stärkeder Attraction, welche sie auf einander ausiiben ; es könnte aberwohl seyn , dafs die Stärke der Einwirkung desselben Planeten| auf einen zweiten, die Masse des erstem anders angäbe, als dieEinwirkung eben desselben auf einen dritten sie giebt, und dannwürden wir allerdings eine nicht blofs von der Menge der ma-teriellen Theilchen abhängende Grölse der Attraction zugestehnmüssen.
; Ob die Anziehung in die Ferne eine Grundeigenschaft der
Materie sey, untersuche ich hier nicht, da im Art. Anziehung 2davon das Nöthige angeführt ist. Unter den auf andre Voraus-setzungen geführten Erklärungen der Erscheinungen, dafs dieI schweren Körper gegen die Erde, die Planeten gegen die Sonnezu fallen ein Bestreben zeigen, hat die Hypothese des Descak-
1 Prine, ph. nat. Lib. III. Prop. 6. 7.
2 Th. I. S. S24.
Kkkkk 2