Druckschrift 
4,1 (1827) F
Entstehung
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F u n k e 1 n il e r S l.er n e.

nm Faden vorbeigeht, 10 bis 20 Sec. förtriickt, dann zuriick-jkehrt, den Faden noch einmal rückgängig und dann abermalsrechtläufig pnssirt. Zuweilen trennte der Stern sich in zweiHallten , oder es zeigte sich ein doppeltes Bild des Sterns.Diese Erscheinung mul's eben so erklärt werden. Gesetzt, essteige, statt der schnell wechselnden warmen Luftströme, auswelchen das Funkeln hervorgeht, ein gleichförmiger warmerLuftstrom auf, der eine Seitenrefraction von 20 Sec. hervor-brin°t, so wird der Stern anhaltend um 20 Sec. von seinemwahren Orte weggerückt seyn , und erst an seinen rechten Hatzzurückkehren, wenn jener Lichtslrom nicht mehr da ist. Wäredieser Lichtstrom so beschränkt, dafs neben ihm vorbei nochein zweiter Lichtstrahl in gerade]: Linie ins Auge käme, sosähe man den Stern doppelt, genau so wie bei der Luft-spiegelung (Mirage). Ich selbst habe eine ähnlichedauernde Verrückung wahrgenommen, wenn ich bei starkerHitze mikrometrische Messungen der Sonnenflecke vornahm;die im Heliometer entstehenden doppelten Bilder waren zuwei-len mehrere Secunden lang in Berührung, und trennten sichdann wieder; offenbar auch nur, weil der die eine Hälftedes Objectivs treffende Lichtstrahl durch eine anders brechendeLuftmasse ging 1 .

Dieses Funkeln der Sterne ist ungleich bei verschiedenerMutierung. Ein ganz ruhiges , gleichförmiges Licht der Sternebei heiterem Himmel scheint zuweilen Vorbedeutung von Re-gen und Sturm zu seyn 2 . Das sehr lebhafte Funkeln der Sternebei heiterem Frostwetter kann vielleicht zum Theil durch diealsdann oft in der Luft zahlreich herabfallenden höchst feinenEisblättchen veranlafst werden 3 4 . In der heifsen Zone scheinendie Sterne zuweilen nicht blofs zu zittern, sondern hin und hei;zu fliegen, wie v. Humboldt erzähltL 23 .

Fufs, S. Mafs.

1 Bocles Jalirb. 1824. S. 166.

2 Kastuers Archiv X. S. 256,

3 Vgl. Konigl. Vetensk. Selsk. nya llandlingar. XXIV,

4 G. VI. 190.