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Der erste Triarier : an Joseph von Görres
Entstehung
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Und dicseö Wort habt Ihr uns in's Vaterland geschleudert;wie ein Blitz hat es das schöne Gebäude unserer Nationalitätzertrümmert, welches auf der gegenseitigen Achtung der religiösenUcberzcugung ruhte; wir haben aufgehört, Deutsche zu sein; wirsind nunmehr Protestanten und Katholiken. Herr Gorres, ha-ben Sie je gehört von jenen Wunderkindern aus Siam, die eineLaune der Natur durch unzertrennliche Bande aneinander ge-bunden hatte; die, verwachsen zu einem Leibe, zwei Seelen,zwei Willen hatten? Sie liebten sich und waren glücklich.Denken Sic sich den Fall, sie hätten sich gehaßt; hätten Sieein Wort für diese Unscligkcit? Das ist das Bild der deutschenNation; für ihre Unscligkcit gibt es keinen Namen.

Ja, Herr Görres, die Geschichte wird Ihre katholischeKirche, d. h. die Hierarchie, bei der Nachwelt verklagen, daßsie unscrm Volke dieses Leid gcthan. Verderbt war diese Kirchezuerst durch die Welt, der sie durch eigene Schuld anheimgefal-len war. Man mahnte sie, sich zu bessern; man forderte, zu-letzt drohte man. Die Kirche wollte sich aber nicht bessern, siecludirte alle Versuche einer friedlichen Reformation; von Romwurden diese Elusioncn geübt. Da stand Deutschland auf undfiel von dem Papste und seiner Kirche ab. Die halbe Nationbeharrtc in der Trennung: Rom fluchte ihr; sie bildete eine Kir-che: Rom nannte sie eine Teufelsbrut, ein Institut der Verdam-mung; es setzte Himmel und Erde in Bewegung, um diese Kir-che zu vertilgen; ein Religionökricg flammte über Deutschland;unser Volk fühlte alle Schrecknisse desselben. Doch die neueKirche konnte nicht vertilgt werden; in siegreichem Waffcnkampfe,rang sie mit der katholischen während lOl) Jahre; sie erkämpftesich gesetzliche Existenz im deutschen Lande. Da protcstirtc Rom,und es hat seit Wfl Jahren protcsiirt; es protcsiirt noch heute.— Beide Kirchen hatten sich in Deutschland anerkannt; die Zeithatte den Haß, die Leidenschaft getilgt; das Leben hatte die Con-fcssioncn genähert; man hatte sich näher kennen gelernt; manbegann, sich zu achten. Da zog der Frieden in die Gcmüthcr;man wohnte ruhig und friedlich zusammen in denselben Gauen,