von diesen. Und wie sollte ich nicht, wenn ich unser aller ge-meinsames Mutterland, Deutschland, wenn ich mein Vaterland,dem ich als Bürger und Untcrthan angehöre, wenn ich meinencdeln, guten König und Herrn, Friedrich Wilhelm, liebe. O,es war so schön, so heimisch geworden bei uns am Rhein und inWcstphalcn. Die gemeinsame Bildung, die dort unter der weisenFürsorge der Regierung in alle Klassen des Volkes gedrungenwar, hatte, im Bunde mit der wohlthatigen Heilkraft der Zeit,die Wunden des religiösen Hasses und Zwistes geschlossen; manbegann zu fühlen, daß man die Gebote des Heilandes am bestenerfüllte, wenn man sich gegenseitig duldete und liebte. Und großeGeschicke waren vorhergegangen; gemeinsam hatten Protestan-ten und Katholiken des Himmels Züchtigung, die fremden Oran-ger, getragen; gemeinsam war der Hauch der Begeisterung übersie gekommen, und gemeinsam hatten sie gekämpft für diethcucrstcn, heiligsten Güter, für Freiheit und Hccrd, für Königund Vaterland; gemeinsam hatten sie gesiegt; auf dem Schlacht-felds von Leipzig, auf den Höhen von Paris, in den blutigenDefilccn von Waterloo hatte die Sonne der göttlichen Erbar-mung, die uns den Sieg verlieh, alle Confcssioncn beschienen;sie alle sangen gemeinsam das TV sie alle umarmten
sich als Brüder; das Blut aller Confessioncn war in einenStrom zusammengeflossen. So kehrten die Kampfer in die Hei-math zurück; das Band der Brüderschaft hatte die Herzen festaneinander gekettet und Keiner fragte: „Bist du Katholik oderProtestant?" ; auf den Schlachtfeldern, in Hunger und Entblö-ßung, in Gefahren des Todes, die jeden Schritt umschwebten,hatten sie alle nur eine Religion gelernt: die Religion des Hei-landes, die der Liebe; einen Glauben, den an Gott und dieVorsehung. Wer war es, der zuerst wieder erinnerte an dieGlaubcnstrcnnung? Pius VII,, als er gegen die Vundcs-acte protestirte. Aber die damalige Zeit überhörte die Protc-station. Die Liebe behielt den Sieg; die Duldung ging in'ö ganzereligiöse Bewußtsein über; man duldete sich, denn man liebte undachtete sich, und das hatte man gelernt Angesichts des Todes.