Latente Wärme.
291
Weglassung des einen, anscheinend ein zu kleines Resultat ge-benden Versuches, zu 538° C.
Die hier milgetheilten Resultate weichen in der That weni-ger von einander ab, als die Schwierigkeit der Experimente er-warten läfst. Indem nun insbesondere die von Uiie und Desmetzgefundenen Bestimmungen das meiste Zutrauen verdienen, sokönnen wir hiernach unbedenklich die latente Wärme des sie-dend heifsen Wasserdampfes in runder Zahl zu 540° C. anneh-men, d. li. eine gegebene Menge siedendheifser Wasser dumpfwürde hinreichen, um 5,4 gleiche Mengen Wasser vom Null-puncte zur Siedehitze zu bringen, oder würde 540 gleiche Men-gen um 1° C. zu erwärmen vermögen I .
Ueber die Dämpfe anderer tropfbarer Flüssigkeiten sindungleich wenigere Versuche vorhanden. Hierhin gehört eineallgemeine Angabe von Gay-Lussac 2 , wonach in Gemäfslieitseiner Dntersuchungen über die Dämpfe die latente Wärme desDampfes von Wasser , jLlhohol und Terpentinspiritiis sich wie1: 0,435 : 0,226 verhalten soll, welches durch Substitution deroben für Wasserclampf angenommenen Bestimmung für Alkohol-dampf 235°, 44 und für den Dampf von Terpentinspiritus127°, 04 C. giebt. Ungleich umfassender, und grofses Zutrauenverdienend sind die Bestimmungen von Uiie 3 , welcher durchseine oben beschriebenen Versuche die latente Wärme der Däm-pfe von folgenden Flüssigkeiten bestimmte.
Wasser ......
537°, 22
Alkohol ( sp. Gew. des Alk. = 0,825 )
• 245,56
Schwefeläther (Sieclepunct = 44°,44)
. 168,00
Terpentinspiritus ....
- 98,82
Petroleum .....
. 98,82
Salpetersäure (sp. Gew. = 1,494
Siedep. == 73°,89)
296,66
Fliiss. Ammoniak (sp. Gew. 0,978)
465,15
Essigsäure (sp. Gew. 1,007)
486,11
1 Die Bestimmungen von Sharpe und Thomson S. unten.
2 Ann. de Chim. LXKX. 213. Daraus in G. XLV. 333.
3 a. a. O. p. 389.
T 2