Camera lucida
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nung, die man copiren will , erliiilt. Doch darf bei allen die-sen Anwendüngen nicht vergessen Werden, dafs das Feld, inwelchem die Abbildungen genau ausfallen, ziemlich beschränktist, und es hält z. B. schwer, ein Quadrat, oder einen Kreisgenau zu copiren. Es gründet sich dieses auf die allgemeinenHegeln der pcrspectivischen Entwerfung, denen zufolge dei'Winkel, den die Gränzen eines Bildes irn Auge des Beobachtersmachen, nicht viel über 30 Grade betragen darf, wenn dievom Mittel enLfcrntern Gegenstände nicht verzerrt werden sol-len. Im Ganzen nehmen die Bilder, welche die Camera lucidaliefert, etwa den Raum eines Quarlblattes ein; allein nur einViertheil dieses Raumes, der diejenigen Gegenstände abbildet,welchen das Instrument gerade gegen überstellt, bildet sie ingleicher Ausdehnung ab.
Beim Gebrauch hat man vorzüglich darauf zu sehen , dafsman den Kopf hinreichend vorwärts neige, ganz senkrecht hin-unter sehe, und das Auge möglichst nahe auf das Prisma halte:auch ist es nicht undienlich, das Prisma dergestalt um seineAxe zu drehen, dafs die Kante a c beinahe in lothrechte Rich-tung komme, wodurch ihre Entwerfung noch schmaler wird,und die Bilder noch mehr der Kante a genähert werden. Ge-hörige Verschiebung des Regulator d, für jeden einzelnen Ge-genstand, je nach seiner Beleuchtung, hauptsächlich aber fleis-sige Hebung, machen bald die Schwierigkeiten verschwinden,durch welche mehrere Personen vom Gebrauch dieses nützli-chen Instruments abgeschreckt worden sind.
Die Camera lucida läfst sich auch bequem bei Mikroskopenund Teleskopen anbringen , um vergröfserte Gegenstände zuentwerfen. Nur mufs die Röhre des Erstem eine horizontaleLage erhalten. Man kann das Prisma nur mit etwas Wachs andie äufsere Blendung des Oculars kleben, oder überhaupt sobefestigen, dafs es um seine Längenaxe sich drehen lasse, undvor dem Ocular auf und nieder geschoben werden könne. BeiGegenständen, wo die aufrechte Stellung nicht wesentlich ist,kann man auch bequem irgend eine schmale reüectirende Fläche,die unter etwa 45° geneigt ist, gebrauchen; so verfertigte Söm-mebring seine Zeichnungen der durchs Microscop vergröfsertenBestandthcile der Augen von Menschen und Thiercn mit Hülfe