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Nachtr. 2 (1841)
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bracht und dennoch verhältnißmäßig am seltensten die doppelte Conditionszeit getrocknet wurde;anderntheils kann aber auch, bei einem so mangelhaften Verfahren und bei den nicht sehr zahl-reichen Beobachtungsreihen, der Zufall die großen Ungleichheiten in den Gesammtresultaten derdrei Beobachtungsgruppcn herbeigeführt haben. Das Mittel aus den drei einzelnen Mittelzahlenbeträgt 0,616 Z, so daß also hiernach das neue Verfahren die Seide um 0,682 g vom Gewichtder absolut trocknen Seide trockncr darstellt, als das alte Verfahren. Aus den vorstehend an-geführten Gründen muß ich aber die oben ermittelte Abweichung von 0,576 Z zwischen den bei-den Verfahrungsartcn für die richtigere halten.

3. Den Deputirten Combier und Arnaud-Coste von Privas war schon im Anfangedes Monats August die Liste der im Jahre 1838 und 1839 angestellten Beobachtungen vorge-legt worden. Sie erklärten in der Sitzung vom 8. August, daß nach diesen Beobachtungen dasneue Verfahren um 0,631 Z strenger sei, als das alte Verfahren. Nach den vorstehenden Ta-bellen berechnet sich für die Beobachtungen der beiden Jahre nur eine Differenz von 0,596 Zvom Gewicht der absolut trocknen Seide, so daß die obige Angabe der beiden Deputirten ent-weder auf unvollständigen oder fehlerhaften Daten, oder auf einer unrichtigen Berechnung be-ruht. Die Kommisston hat übrigens gegen diese Angabe keine Ausstellungen gemacht.

4. Das in meinem ersten Nachtrage mitgetheilte Resultat von 61 Versuchen der Jahre1838 und 1839, wonach der mittlere Feuchtigkeitsgehalt der in Lyon conditionirten Seide13,25 Z beträgt, bezieht sich auf das Gewicht der feuchten Seide. Dieser Gehalt, auf dasGewicht der absolut trocknen Seide bezogen, berechnet sich zu 13,695 g. Nach den vorstehendenTabellen aber hatte die zur Condition gebrachte Seide im Mittel einen Feuchtigkeitsgehalt von14,352 Z vom Gewicht der absolut trocknen Seide gezeigt, der sogar in 6 Fällen auf 17 Z an-stieg und in keinem Falle weniger als HZ betrug. Meine früheren Angaben über den gewöhn-lichen Feuchtigkeitsgehalt der Seide (im Mittel 12 Z) sind also, wie diese Untersuchungen lehren,noch immer zu niedrig gegriffen gewesen.

Nach diesen Versuchen konnte es nun keinem Zweifel mehr unterworfen sein, daß das alteVerfahren in Lyon im Mittel mehr als 10 Z Feuchtigkeit in der conditionirten Seide zurücklasse,daß also, weun bei Einführung des neuen Verfahrens nur 10 Z vom absoluten Gewicht fürFeuchtigkeit hinzugerechnet würden, damit ein offenbarer Nachtheil der Seidenproducenten undMoulinirer verknüpft sei. Darum trugen auch sämmtlichc Dcputirtc, mit Ausnahme eines ein-zigen, darauf an, wenigstens 11 Z für Feuchtigkeit in Anrechnung zu bringen; drei Deputirtebeantragten sogar den augenscheinlich übertriebenen Satz von 12 Z. Der letztere Antrag, sowie auch die Forderung mehrerer Deputirten, es möchten noch ein ganzes Jahr hindurch, oderwenigstens in den noch übrigen Monaten des laufenden Jahres, vergleichende Versuche mit demalten und neuen Verfahren in Gegenwart von Deputirten der Seideproduzcnten und Moulinirerangestellt werden, wurde von der Kommission abgelehnt.

Am 2. September versammelte sich die Kommission zu ihrer Schlußsitzung. Nach reiflicherErwägung aller vorliegenden Thatsachen vereinigte sie sich zu folgenden Beschlüssen:

1. Es bleibt erwiesen, daß die Auswahl von 30 Strängen aus einem Ballen Seidehinreicht, um darnach genau das absolute Gewicht des ganzen Ballens bestimmen zu können.

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