Meteorologische Betrachtungen. 13
Meteorologische Betrachtungen.
Die Vorbedeutung für die Witterung des nächsten Tagesoder der nächsten Tage, die man aus der Abendrüthe hcr-ncluucn kann, würden, wenn ein recht kundiger Beobach-ter sie dar stellte, rvohl zu vielfachen Betrachtungen Veran-lassung geben. Aber thcils bin ich nicht mit so vielen Be-obachtungen ausgerüstet, thcils scheint cs bei diesen Vorhcr-bcstimmungen auf manche kleine Verschiedenheiten, welchedas Auge wohl erkennt, die man aber schwer in Wortendarstcllcn könnte, anznkommen, thcils scheint auchwirklich der Erfolg nach sehr übereinstimmend aussehenderAbcndröthc keinesweges immer gleich zu seyn; ich begnügemich daher mit einigen wenigen Bemerkungen.
Wenn bei schönem blauen Himmel die Abendröthc denHimmel mit einem sanften Purpur leise zu überziehenscheint, und am Horizont nur sehr wenige Fcdcrwolkcnoder geschichtete Fcdcrwolkcn von ihr roth gefärbt erschei-nen, so bedeutet dieses ziemlich sicher fortwährend gutesWetter. Sind aber der geschichteten Fcderwolken mehrere,so ist die Anzeige schon trüglichcr, so wie diese Wolken-Artüberhaupt ganz verschiedene Witterung anzeigen kann, jenachdem sie den Federwolken selbst ähnlich, in ziemlichunveränderlichen Gestalten fortbesteht, oder im Gcgentheilschnellen Wechseln unterworfen ist.
Eine weifslieh gelbe Abcndröthc pflegt, wie der weifs-lich blaue Himmel, eben kein schönes Wetter zu ver-sprechen. Besonders deutet es, nach einer allgemeinenBehauptung der Landlctitc, die ich oft bestätigt gefundenhabe, auf stürmisches Wetter, wenn die Sonne in einemso weifsen Lichtglanze untergeht, dafs man sic selbst in demhellen Scheine, der den ganzen westlichen Himmel über-zieht, nur wenig vorglänzend und dabei mehr weifs alsgelb sieht.
Die sehr rotho trübe Abendröthc, die bei gröfstentheilsbedecktem Himmel zuweilen das Grau der Wolken miteinem tiefen feurigen Purpur überzieht, Scheint auch keineVorbedeutung auf besseres Wetter zu geben, B.