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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
Entstehung
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801
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Beilagen,

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meiner Königin besonders wert war. Dieser Verlust und die da-durch herbeigeführte Aufregung raubten mir auch in dieser viertenNacht den Schlaf. Doppelten Wert wußte dann Ihrer Majestätraffinierte Güte dem wiedergefundenen Fächer beizulegen, indemhöchstdieselben ihn selbst reparieren und mit zwei Schrauben-köpfen aus Juwelen versehen ließen.

Am folgenden Morgen übergab ich der Kammerfrau IhrerMajestät in hochderen Gegenwart jeden einzelnen Stein undSchmuckgegenstand nach dem Inventar, und niemand konnte frohersein als ich, als auch kein Steinchen fehlte. Drei oder vier Tagegestatteten mir Ihre Majestäten in Gmunden zu weilen und dieSchönheit der Gegend zu genießen. Jeden Tag zur königlichenTafel gezogen, wurden dazu auch meine Verwandten, Graf undGräfin Wallmoden-Gimborn, aus Ischl, geladen. In jeder Weisewurden mein Sohn Alexander und ich mit Huld und Güte über-häuft. Beim Abschied verehrte mir die Königin das Bild beiderMajestäten mit deren Haaren in einem goldenen Medaillon, undsollte mich dieses wertvolle Andenken an diese inhaltvolle Zeiterinnern, in welcher mich nichts so sehr beglückte, als die Be-weise schrankenlosen Vertrauens, durch welche mein König undmeine Königin mich ehrten.

Während meines verlängerten Aufenthalts in London hattenmich die Herzogin von Cambridge und Prinzessin Mary von Eng-land, vermählte Herzogin von Teck, sehr gnädig aufgenommen.Erstere lud mich verschiedentlich zum Essen ein, erlaubte mir,sie öfters morgens zu besuchen, und durfte ich sie ins Theaterbegleiten. In Coventgarden wohnten wir der Vorstellung in derLoge der Königin Viktoria bei. Prinzessin Mary lud mich eben-falls zum Diner mit Alexander und Baron Klenck. 1 ) Sie bewohnteden Hauptflügel des Schlosses von Kensington, und bewundertenwir ihre schöne Einrichtung mit indischem Mobiliar. Auch derHerzogin von Inverness, Witwe des Herzogs von Sussex, einerGönnerin meines Sohnes Alexander, machte ich auf ihr Verlangeneinen Besuch und wurde darauf zweimal von ihr zum Dinereingeladen. Auch sie bewohnte einen Teil des Schlosses vonKensington.

*) Ditmar von Klenck, früher hannoverscher Finanzrat, war damalsder Vermögensverwalter Georgs V.

Kielmansegg, Familienchronik. 51