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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
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Beilagen.

vertauschen. Dieser Wunsch war auch in dem Briefe ausgesprochen,den ich vom Herzog von Cambridge zu übergeben hatte.

Die kurze Audienz auf der Marienburg gestattete mir nur inEile um die Genehmigung zu bitten, Kronen und Szepter nebstwenigen andern zurückgelassenen Wertsachen und den entleertenKassetten auf irgend eine sichere Weise später nach England zubefördern. Die Herzogin von Cambridge hatte sich bereit erklärt,die Sachen demnächst von Rumpenheim aus mit nach Englandzu nehmen. Im Laufe des Sommers wurden sie denn auch ineiner von mir sorgfältig gepackten, mit Leinen übernähten Kistedurch meinen Mann selbst bei der Frau Prinzessin Louise vonHessen in Rumpenheim deponiert, mit der Bitte, sie alsbald derFrau Herzogin von Cambridge übergeben zu wollen. Später er-hielt ich dann die Anzeige, daß auch der Inhalt dieser Kiste beiCoutts in Sicherheit gebracht sei.

In London wurden wir in jener Zeit von den hohen Herr-schaften von Cambridge sehr gnädig behandelt. Auch die Herzogingab uns ein Diner und mit der Großherzogin Auguste von Mecklen-burg wohnte ich der ersten Lesung der Reformbill Disraelis bei.In der Loge des Speakers des „house of commons“ und dessenGemahlin hörten wir von fünf bis neun Uhr abends interessanteReden verschiedener berühmter Redner für und wider mit an.

Vorstehenden Bericht habe ich niedergeschrieben und, fürmeine Kinder bestimmt, im Archiv in Gülzow deponiert.

Julie Gräfin Kielmansegg,geb. von Zesterfleth.

B.

Meine zweite Reise nach England 1869.

Im Mai 1869 kamen die beiden Schwestern, Gräfinnen Thus-nelde und Julie zu Münster aus Binder, eben von Hietzing heim-gekehrt, mit einem geheimen Schriftstücke Seiner Majestät desKönigs Georg V. und einem ostensiblen Briefe der Königin Marie,welcher auf den ersten bezugnehmend, mir den Auftrag gab, die1867 dem Herzog von Cambridge übergebenen Kronjuwelen deswelfischen Königshauses zurückzuverlangen und Ihrer Majestätwieder zu überliefern. Ich antwortete sogleich und erklärte mich