76
II. Die Freiherren von Kielmansegg
verheiratet und hat wie es scheint auf diese Weise die erstenverwandtschaftlichen Beziehungen der Familie nach Österreichhergestellt, welche später wahrscheinlich ein Hauptgrund fürdie Übersiedlung fast seiner gesamten Nachkommenschaftdorthin waren.
Das ihm verliehene Wappen zeigt kaum eine Ähnlichkeitmit jenem der württembergschen Kielman, deren Wappen in derBeilage No. I, 2 (S. 54) abgebildet ist. Es wird also wohl keineVerwandtschaft mit der Familie des Obersten FeldzeugmeistersAndreas Kielman von Kielmansegg bestanden haben, obwohlletzterer und unser Konrad Zeitgenossen waren. Ob irgendwelche Beziehungen zwischen ihnen bestanden haben, dafürfehlt bisher jeder Anhaltspunkt. Doch soll eben deswegen diedokumentarisch erwiesene Tatsache bemerkt werden, daßAndreas I. und seine Söhne mit der Familie Walterskirchenzu Wolfsthal eng befreundet und sozusagen verschwägertwaren, und daß Konrads Nachkomme Heinrich Kielman, Zeit-genosse der Söhne des Andreas, ebenfalls in engen Beziehungenzum Hause Walterskirchen stand. Beide Kielmanseggsche Familienkönnen einander daher nicht ganz fremd gewesen sein. Beidewaren ursprünglich evangelischen Bekenntnisses, woraus immer-hin auch auf eine gemeinsame Abstammung geschlossenwerden könnte, wie sie später behauptet wurde.
Bei seinem Tode hinterließ Konrad vier Söhne und zweiTöchter.
Dritte Generation.
24 Der älteste der ebenerwähnten Söhne Konrads, Arnoldmit Namen, war der einzige von allen seinen Geschwistern,welcher dem heimatlichen Herde treu blieb. Er war Bürger-meister zu Hattingen und mit Anna, geborenen von Hüsers,aus einem fuldaischen Geschlechte verheiratet, welche ihm dreiSöhne und eine Tochter gebar. Als Stammvater der späterenFreiherren von Kielmansegg nimmt eigentlich nur er unsereAufmerksamkeit in Anspruch, weshalb wir über seine Ge-schwister hier billigerweise hinweggehen und in Bezug ihrer