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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
Entstehung
Seite
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Beilagen,

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gleich zum Überflus und zu uerhüettung aller Inconuenienzen derHochlöb. N. Ö. Cammer gehorsamb Vermelden wollen.

Im Jahre 1607 den 29. August erschien Andreas KielmanseggsFiskal (Advokat), mit Namen Nikolaus Bende, vor dem Schem-nitzer Senat und protestierte im Namen seines Klienten dagegen,daß in seiner Prozeßangelegenheit gegen die Haagschen Erbendie niederösterreichische Hofkammer und nicht die ungarischenhohen Gerichtshöfe das Urteil gesprochen hätten.

Den 10. November desselben Jahres befand sich AndreasKielmansegg in Wien, von wo aus er beim Schemnitzer Senatabermals schriftlich gegen das Vorgehen der niederösterreichischenKammer protestierte.

Den 17. Dezember desselben Jahres befahl dann König(Kaiser) Rudolf dem Erzherzog Mathias, dem AndreasKielmansegg wegen des ungerechten Vorgehens gegen ihn, volleGenugtuung zu verschaffen. Trotzdem wurde Andreas Kiel-mansegg im Jahre 1608 in Wien auf Anordnung der niederöster-reichischen Kammer wegengewalttätigen Vorgehens und Nicht-respektierung des niederösterreichischen Kammerurteils, welchesVergehen alsCrimen laesae Maiestatis qualifiziert wurde, ge-fänglich eingezogen. Er wurde zwar durch die Vermittlung ein-flußreicher Verwandten und Freunde noch im selben Jahre ausder Gefangenschaft befreit, ja er erhielt sogar durch die im Jahre1609, den 8. Mai, aus Preßburg datierte und vom ErzherzogMathias ausgestellte Urkunde eine Art Freibrief die Ver-sicherung, daß er seines Prozesses wegen in Zukunft nicht wiederbehelligt werden dürfe. Doch zu dieser Zeit war der so schwergekränkte Mann bereits seinem Ende nahe.

Wohl war er aus der Gefangenschaft wieder entlassenworden und hatte sogar einen Freibrief in der Hand. Dennochhatte ihm aber die niederösterreichische Kammer eine Strafe von4000 Dukaten auferlegt! In dieser seiner Not wandte er sich umHilfe an den ungarischen Palatin, Grafen Georg Thurzo, indemer ihm die ganze Geschichte seines Prozesses darlegte. Dieser warhierüber entsetzt und meldete denhaarsträubenden Sachverhaltvon seinem Schlosse Arwa aus in einem schriftlichen Vortragevom 3. März 1610 dem Könige (Kaiser). 1 ) Nun erging der Befehl,

0 Abschrift dieses Einschreitens im k. u. k. Reichs-Finanz-Archiv,Gedenkbücher: Ungarn (16081615), fol. 94.