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Familien-Chronik der Herren, Freiherren und Grafen von Kielmansegg
Entstehung
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BEILAGE NO. I, 4.

(Zu den Textseiten 27, 28 und 29.)

Der Prozeß der Maria von Haag wider Andreas (II.) Kielman vonKielmansegg wegen des „Rubigallischen Hofs in Schemnitz“ (Selmec-

bänya) in Ungarn.

(Auszug aus den dortigen städtischen Archivsakten, verfaßt vom ArchivarEduard Richter in Schemnitz 1908—1909.)

Nach dem Ableben Paul von Rothans, genannt „Rubi-gallus“ und nachdem auch sein einziger Sohn Theodor infolgeder in der Türken-Schlacht bei Karpfen erhaltenen Wunden ge-storben war, erbten das bedeutende Rothanische Vermögen diezwei Töchter, Aurelie, verheiratete Molner, und die wunder-schöne, drei Jahre in türkischer Gefangenschaft gewesene Apollonia,Gattin des Laurencius Freiherrn von Döczy. Diese zweiErbinnen verkauften dann den Maierhof samt allem Zugehör demdamaligen Schemnitzer Oberstkammer-Grafen David von Haag.Als David von Haag im Jahre 1599 starb, wurden durch KaiserRudolf II. (als König von Ungarn Rudolf I.) am 20. März 1600für die hinterlassenen Haagschen Kinder, Rudolf, Barbara undMaria, Johann Wildten und Daniel Gundelfinger zu Vormündernernannt.

Doch da Rudolf Haag großjährig, Barbara aber schon anPompeius von Paar verheiratet war, benötigte bloß die minder-jährige Maria von Haag einer Vormundschaft, welche derSchwager, Pompeius von Paar, an sich brachte. Bei der Erb-teilung wurde Rudolf von Haag ausgezahlt und Barbara vonHaag, verehelichte Pompeius von Paar, bekam ebenfalls ihr Erb-teil. Der der minderjährigen Maria von Haag nach dem väter-lichen Testamente zukommende sogenannte Rubigallische Hof samtPertinentien in Schemnitz aber wurde durch den Vormund Pom-peius von Paar sofort an Andreas Kielman von Kielmansegg,und zwar schon am 17. April 1600 verkauft, und erlegte letzterer