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I. Die Kielman von Kielmansegg
Als solcher scheint er fast ausschließlich in Ungarn geweiltzu haben, wie aus seiner regen damaligen Korrespondenz mitder Hofkammer in Wien, die zum Teil noch erhalten ist, her-vorgeht. 1 )
Andreas Kielman wird im Mai 1566 „zum Hauptman inKomorn angenomen“ 2 ) und befindet sich im Oktober desselbenJahres im Feldlager bei Raab. 3 ) Zu jener Zeit, wo fast ganzUngarn unter türkischer Herrschaft stand, waren die vonKaiser Rudolf II. dem Reiche erhaltenen Grenzgebiete mit denFestungen Kanizsa und Komorn von ganz besonderer strat-egischer Bedeutung. Wurde gerade damals auch kein eigent-licher Krieg mit der Türkei geführt, so gab es doch stetsGrenzgefechte und mußte der Rest ungarischen, oder richtigerund besser gesagt österreichischen Landes, gegen die Einfälleder Türken fortwährend verteidigt werden. Sie hatten es be-sonders auf diese festen Plätze abgesehen.
Kielman muß sich damals ganz außerordentlich aus-gezeichnet haben; dies beweist der ihm am 13. Februar 1568von Kaiser Maximilian II. ausgestellte „Freibrief“ (Beilage Nr. I, l),laut welchem seine früheren Dienste so rühmlich hervorgehobenwerden, und in dem es heißt, daß ihn der Kaiser dieserwegendann zum Obersten der äußersten und vordersten Grenzegegen die Türken, nämlich des Schlosses und der^Stadt Komorn,bestellt und deren ganze Besatzung zu Wasser und zu Landin seine Verwahrung übergeben und seiner Verantwortung an-vertraut habe.
*■) K. u. k. Reichs-Finanz-Archiv: Gedenkbücher, Ungarn, 392 (1564bis 1566), fol. 61, 62, 63, 70, 77, 148 und 178.
-) „1566, Augsburg, 31. Mai. Andre Kielman wird mit monatlich150 fl. zum Haubtman in Comorn angenommen.“ (Gedenkbuch 100, fol. 105.)
3 ) „1566, Veldlager bey Raab, 1. October. Andreen Kielman wirdseine järliche auf der Mauth in Linz angewiesene Provision von 150 fl.auf 200 fl. erhöht und Zusicherung gegeben, dass nach seinem Todeseine Ehewirthin Eleonore von Taxis 100 fl. järlich erhält.“ (Gedenkbuch100, fol. 221.) „1566, Wien, 1. December. Demselben neue Verschreibungum 8000 fl. alten und neuen Darlehens, verzinsbar in Linz und nachzwey Jahren rückzuzahlen.“ (Gedenkbuch 100, fol. 258.)