988 Des Europäischen Herol!
luk conditions der sührunc; des Turcken-kriegsgeschehen/das möchten sie wohl endlich ein-räumen/ hcrgegen aber zehn ausfluchte vor einefinden/ daß man ihnen damit 26 ep
nes proc«züu8recvperatorii schwerlich wird bey-kommen können/ bevorab da zum epempelK- Carl IV pabst Urbanum/der sich zumTürcken-kriege schon mit etlichen Königen ver-bunden hatte / hinderte/ daß die waffen nichtwider den Sultan zu rettung der
Christenheit ergriffen wurden. Daß RapftrAlbrecht / der seines Herrn vaters kaNa undnicht übern Haussen werffen wolte oderkonte/ weiter nichts vergeben / ist schon gnug/daß er durch neue conkrmationdes Pabsts be-fitzungen verstärcket. Rapftr Henrich vil hat/ehe er nach Rom kommen/ die Privileg undjura des Pabsts in bester form und mit einergrossen Erweiterung bestätiget; und als er zuRom in abwesen des Pabsts gegen die Guelfenallda einige strahlen seiner Majestät ausschoß/die Huldigung forderte / geissl begehrte/ diefesten örter der stadt mit garnison belegte undtribut eintreiben wolte / geriethe die stadt inaufruhr / und wurde der Kayser doch gedrun-gen/ die clefenlion der kirche mit cörperlichemeyde zu versichern/ und darinnen zugleich allepollelliories, sonores und jura des Pabsts loten-niter zu conlirmiren. Man meldet zwar/daßder lenatus populusczue komanuz jhme gleich-sam durch einen neuen legem kegiam die ober-herrschafft übergeben/ und eine mlcrsstion mitdiesen Worten äecliciret: Lgo coronztum coro-no mundi^ue caput, conürmo principi potella-tem, lil)iczue lubjicio civit^tes, gentiumizue na-tiones; tueantur zczuilse gloriam meam. Abertsmuß ein schmeichler und l^perboliste gewesenseyn/ der unter dem nahmen der stadt Romdiesen fuchsschwantz verkauffen wollen. Washatte doch die gute stadr vor eine conkrmstionzu thun? die unter dem joche des Pabsts seuff-zete/ und was waren es Vorstädte/die sie demKayser gleichsam in dotem geben konte? washatte sie doch denen nationibus gentium zu be-fehlen? I'beobsldus äs Oampo klorse und an-dere Urlmer/ zu welchen sich R. Robert vonNeapolis geschlagen/und 6000 pferde in Romgeworffen/ machten dem Kayserden grossenblutstürtzenden tumult; und so bald als diekrönung/ welche/weil von denen Ursinern S.Peters Münster als der ordinär ort der krö-nung besessen und das castell 8. ängelo tapferund unüberwindlich dekendiret wurde/ in deml^aterzno geschähe/ vollbracht war/ und derstuhl zu Rom sähe/daß der Kayser viel zuschwach/die Guclftn und Gidelliner unter einenHut zu bringen / welches der Pabst/deme deydetheile fast auch zum haupten wachsen wollen/gern gesehen hätte / obligirten die Cardinaleden Kayser mit seiner schönen armee/dabey fastalle Reichs-Fürsten waren/ (denn in die6ojähr zurück war kein Kayser über die Alpen ge-zogen/) daß er aus derstadt Rom sich begebenund nach Tivoli verrücken muste. Was er her-nach mit dem Pabste Wegen der independen?und über dem geleisteten eyde/ ob der Kayserdem stuhle und S.Petern den eyd der treueund devot,NN geschworen? vor dizreputirlichedissmen gehabt/ iässet sich hier nicht weit-
s erste Haupt-Handlung
läusstig ausführen/ vid. Qementin. l^.zi'.y.
RapferL.uidwtg aus Bayern verfiel tief-fer in den bruch über der independen? desReichs mit dem Pabstlichen stuhl. Denn eswar nicht gnug / daß die Kayser das pstrimo-nium O.Petri mit solchen Fürstenlhumen undlanden dotiret/ die päbste rvolten auch we-gen der krönung die kayser zu ihren va-st:!len machen. Nun glückte es ihme zwarso weit bey seinem Romzuge/ daß er pabst^johannem xxil absetzte/ und die indepen-den? des Reichs mit dem degen in der saust be-hauptete/ auch deshalber öffentliche Reichs-schlüsse publicirte; er konte aber doch des ban-nes beschwerlichen würckungen nicht entge-hen/weniger die absetzung Clementis Vi ver-meiden/ am allerwenigsten aber die einmahlweggegebene Reichs-Fürstenthümer undstäd-te wieder an sich bringen; gestalt denn auchderPabst den Vicsristum lmpeiü inJtalicn perdecretum verdammete/und der ermüdete Kay-ser öffentlich durch seine Gesandtschafft gegenpabst Benedictum XII deprsciren / unddennoch in dem bann sterben und unbegrabenstehen bleiben muste. R.Carl IV conürmir-te des Ottonis, kriäerici II und bZenrici VII di-
plomata,und war abermahl freygebiger als dievorfahren/ nachdem er die hoffärtige con-ürmattons -schrifft über seine wähl von PabstElementen vi verschlucket hatte. Als er zuRom die Kayserliche Crone holere/ welches derPabst noch alleweil zu seiner xrXeminen?üverden Kayser ausdeutete/ setzte er die Kayserlichesutorität in den fast unauslöschlichen schimpff/daß er pabst Innocemio vi eydlich gelobete/er wolte seinen solennen einzug in Rom nichthalten/ehe er von dem Cardinal vonOstia wür-de gekrönet seyn/auch daß er noch eben den tagnach beschehener krönung sich wieder aus Romheraus aufs land begeben/ auch in Italien oh-ne des Pabsts conlens keinen statthalterüberdie Kayserlichen städte und lehnschafften setzen/diese aber zum schütz des Pabsts gebrauchen/und die Gibelliner in zaum halten; im übri-gen alle Königreiche/ (so weit gieng nun derunersättliche geitz der Päbste) Fürstenthumeund lande dem Pabste lassen wolte; alle städteschlössen ihme bey dem rückmarch gleichsamvor der nase die thore zu/ Cremona liesse ihnein / aber shne gewehr undgefolge / und musteer sich des andern tags wieder heraus packen/so theuer käme ihm diese an der lubmillron^.an; und daß er auf seine bullen graben lassen
dursste: Koma caput mundi, regit orbiz trenarotundi, kostete ihm Viel Fürstlich-und ade-liches blut/ denn von seiner svite kamen sehrwenige in Teutschland zurücke. Sein söhnund Nachfolger Rapser N)enyel gäbe seinerGesandtschafft Bischofs Ekharden zuU?orms / und Conradum von GießenheimVomdechanten zu Speyer volle gewalt indem creditiv an pabst Gregorium/ das jurs-mentum üdelitstis in seine seele zu schweren/und dazu haben Churfürsten und Stan-de consentiret / als die aus dem tage zuFrankfurt A. iz?6 gegenwärtig waren.Nach der zeit hat Rapser Siegmund A. 14z?alles das vorige coniümiret und darüber zu al-len heiligen geschworen. Raps Friedrich m