Druckschrift 
Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
893
Einzelbild herunterladen
 

M,

»»'lO

2'N

»

>«^ ?««^">s'»»i

-,»5^

>'!PPIll!

AlkditzKly

ÄWW

R

ü

?

' MF

ÜÜÄ

W

M

K»''

vom heil. Röm. Reich.

8N

Vereiniggung dererreligionmim Reichewird vergehlich gesucht.

Durch con-ferentziettUNdcvllv-<iui».

selben Staats der zustand der religionen kei-nes wegeS geändert werden«

Allermassen dieses letztere durch die ReichS-conttitmionez und fundamental-gesetze im heil.Römischen Reiche Teutscher nation also ver-fasset worden/ und biß zum endlichen vergleichalso verbleiben soll. Wiewohl doch diese be-hutsamkeit darbey vorzuwenden / daß keineGOtteslästerung wider den weit - HeylandChristum und dessen gebenedeyete mutter ver-hänget/noch ein Mischmasch von religionen oderdes 8yner«tiimi einschleich veranlasset werde;weil es aber bey einem Staat / worinnen un-terschiedene religionen gedultet werden / er seyauch sonsten so ruhig und so wohl verfasset/als er immer wolle/ nicht ohne trennung dergemüther/Zwietracht/ mißtrauen undjalousienpstegt abzugehen/ auch insonderheit die aäapublica bezeugen/ was beschwerliche effettendie im heiligen Römischen Reich spaltige reli-gionen nach sich gezogen / wie im vorigen undjetzigen leculo so viele jähre mit 6eäu<Iionen derßravaminum, so eine religions-parthey widerdie andern gehabt/ mit entladenen Verbitte-rungen/ con5«clerationen/ Uulvnen/ und dar-auf erfolgten höchstverderblichen kriegen ver-zehret worden/ ehe man den wmhen religi-onS-undWestphalischen frieden erhandelt/ unddennoch der hierbey angezielte zweck durchgän-gig nicht erhoben worden/ ist man sorgfamlichbedacht gewesen/ durch allerhand diensamemittel die Vereinigung der religionen imReiche zu erheben.

Und zwar vom ansang der reformatio» bißauf unsere zelten hm man in-und ausserhalbTeutschlandes vielfältige colloguis undäiss»».tationes, deren einige ihr absehen auf des ge-gentheils überwind-und gäntzliche Widerlegunggerichtet/dergleichen die meisten gewesen; an-dere aber haben auffried-und freundliche Ver-einigung angezielet / und solcherley gattungsind die zu Worms/Regensburg und Tho-ren inpreufsen gehaltene collo^ma gewesen;zwischen den Protestirenden und Papistensind nachfolgende confsrentzen und gesprächegehalten worden:

A. 1519 zu Leipzig zwischen o.Luthernund v.Ecken/ welches der ablaß-krämer Te-yel gar ungern gesehen/ und aus Unwillen beyansang dessen gesagt: Ey das walte der teu-fel:c. und ist er/ indem obgedachte beydevo-Äores von dem ablaß clifputiret haben/ indemDominicaner-kloster daselbst plötzlichen todesverfahren.

A. is2i gu Furch aufm rathhaußzwischen^^inglio.unddes Bischoffszu Costnitz Statt-halter I^ann Fabro/ darinn jener obgesie-get/ uno ist darauff die reformatio» angegan-gen.

In eben diesem jähr ist zu Groningenzwischen den Dominicanern und Pfarrern derMarlins-kirchen von des Pabsts Monarchi-scher gemalt gestritten worden.

A. 1526 zuIliantum in Graubünden / istaber auf eingezäncke hinaus gelauffen.

In eben diesem jähr haben ^inglius, o-eo-u. a. m. zu Baden in der Schweitz /wider fabrum > Lccium und venerum ingegenwart der Bischöffe zu Tostnig/ Ba-

sel/ Thür/Losanne/Abgesandten cklputi-ret; Es ist aber diese Handlung zum tmnultund Verwirrung hinaus geschlagen/ also / daßauch die neun Cant0nsZwmgeinexc.mmu»i-ciret/ und dasPabstthum behalten haben.

In ietzt - besagtem jähre hat LandgrafPhilipp zu Hessen/ durch Frauciscum Lam-bertum einen Frantzosen/ und AdamenTraronem von Fulda/ wider die drcy Papi-sten Nicolaum Arborn emsnMmoritc-/denGuardian zu ttllarpurg / und JohannSperbern äilputiren lassen/ worauss die refor-matio» aller Heßischen kirchen erfolget.

Noch in diesem jähr zu Oldersheim inFrießland zwischen einem Dominicaner undGeorg Aportano.

A. 1527 zu worden in frießland/ allwoHeinrich kelmz den Abt zu Norden Lynelliumüberwunden / und die reformatio» verursa-chet.

DesselbenjahtS zu Upsat in Schwedenzwi-schen 0!ao und ketro (ZMo, nach welchemKönig Gustav das Pabstthum in seinem Rei-che abgeschafft.

W eiter zu Bern ' zwischen Kaller» und^l--Zcio Lraä. welche dem Pabstthum allda auchden garaus mitgebracht.

A. i sZl zu Ulm zwischen Oecot3l»pacho undNucero, u. a. m. und Georg Dßwalden/darauf das Pabstthum daselbst auch abge-schaffel worden.

A. isZ4 zu Gencve zwischen karello und für-bito, darinnen der Papist muer gelegen.

Denn ferner daselbst in besagtem jähre ha-ben nebst dem gewesenen Franeiscaner Mön-che Jacob Bernhardten/ einige Protestan-tische I beoloZi VON (-enevs, l^on und <Zreno°bls wider Carolum einen Sorbomsten / undChappusium einen Dominicaner / mit dem er-folg clifpukiret/ daß sie öffentlich ihre irrthümerwiederruffen/ und darauf die völlige austrei-bung des Padstthums erfolget ist.

A. tsZ9 zu Fcanckfurt am Mapn am 59April, in gegenwart des Kayserl. commiNariiund verschiedenen Chur-und Fürsten Geland-ten/und ferner am t Augusti zu Mru-berg.

A. t s40 stellte König Ferdinand/ weil derPabst nicht an ein freyesconcitwm motte/undnur seine staats-sacheu/nicht aber der kirchenheil versorgte/ zu Hagenau einen convent an/da eine grosse menge Carholischer und Luthe-rischer l)o<5toren / beyseyns Thur-Tmer undPfaly/ ir. Hecysg Ludwigs in Baxern/und Bischoff Wilhelms von Strasburg/als intercelforen/ clif^utiren solten; man kontesichaberüber dem tormular nicht verglichen/darum wurde der con^refz abgebrochen undnach lVorms verlegt.

Daraufhat zu ietztbesagtem tVorms Phi-lipp Melanchthsn wider D. Ecken Mjm-tirt/im beywesen des Pabstlichen Legaten Car-dmals^ampeßii, worbeyaber Rarste Tartgar bald innhalt gethan/ und die fache auffden Reichs» tag nach Regensburg ziehen heißsen; der l)ite6lor dieses collogmi war im nah-men des Kaysers der verschmitzte ^icolLUz ?c-renottus Lranvellanus, weicher drey Spani-sche Ibeologos bey sich hatte. Es kanr auchUuu uu 3 der