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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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schuldiget/ er hielte es mit den CalvinistemDer Pabst Urbanus/ und bald nach ihm I»"noceneius verdammeten unter des lanl'emi leh-re s sonderbare sähe / und folglich das gantzebuch. Weil aber die übrigen Bischöffe/ jadie Sorbona selbst zu Paris in diesem buchnichts ketzerisches fand / und doch gleichwohlder.Pabstlichen bulia zu wider nichts thun wol-len/ sonnen sie allerhand äittincAionss und tem-jierament-z aus/worwider aber die Jesuiten vielbücher/ und diese Janftnisten wieder desglei-chen gegen jene geschrieben haben/biß endlich/nachdem der eyfer zu sehr überhand nehmenwolte/ der letztgedachte Pabst des Janseniimeynung noch einsten verworffen/ und aufangeben des Cardinals Mazarin alle Fran-tzöische Bischöffe zwingen lassen wollen/ daswider die Janftnisten publicirte Königlicheedict zu unterschreiben / welchem Pabst Ale-xander vii gar eifrig inbXrirte; die bulla cia-mnationis wurde aber nicht angenommen/weil der articke! cle infslübiluZts ponttbcis, da-hin diese controvcl'tla hinaus schlug/ nicht ein-geraumet wurde. Lonftl. Ii des Herolds/fol»71. Daß durch das concilium inäeminumMienr hat diepabstltche kirchcnicht gebessert/sonderndie Romani- schlimmer worden ftl)/ hat sich IullU8 LIemensnicht "edei- ^cvtus ein Jtaliäner zu behaupten fürgenom-ftrt. men/in seinen notis ?2l!avic:ni l^itiotiamIriäentinam, welches wir an seinen ort stellen.^Was der (Zuletlsmus zu Asm und in 'Jtali-<zu.et.5mus. ^ ^ Spanischen Niederlan-

den vor grossen applaulum gesunden / ist nochiederman in frischem andencken. Der uhr-v.hio!w--5. Heber 0. Michael Molinos ein Arragdnierwar in die schul-lehre und ibeoloKiamtttylki.cam zu tiefkommen / und hatte schier den Pabstselbst und andere grosse leute mit seiner lehreeingenommen; man Lonäemmrte ihn zur öf-fentlichen rsvocatiou und buße/undzum ewigengefängniß / und die m^uilmon verfuhr scharfwider diese ftcte. Wem aber die Handel mitdem Bischoffvon Cambray bekandt sind/ derwird urtheilen / ob selbige gestillet ftyn odernicht? Die stche mit dem Markgrafen vonMeplandBurrhi ist zu weitlaufftig allhier zuerzehlen. ^

Al,gsl.urqu Die andere im Reich übliche religion ist^eConfti- hj^aige/ deren dekäntniß und auffsatz demRapser Carln aufdem Reichs-tage zu Augs-burg A. iszc) am 24 Zun. von ChnrfürstJohann zu Sachsen/ dessen söhne Heryog'Johann Friedrichen/ Georgen Marckgra-fen zu Brandenburg/ Ernsten und Fran-ken gebrüdere/ Herzogen zu Braunschweigund Lüneburg/ Landgraf Philippen zuHessen/ Fürst lVolffgangen zuAnhalt/ undden Gesandten der Relchs-städte Nürnbergund Reutlingen übergeben / und in öffentli-cher Reichs - versamlung abgelesen worden/welche bloß auf den grund der heiligenschriftc/ die klaren brünnlein Israelis/Hinwei-set/ und m folgenden artickeln bestehet: l daßein einig göttlich wesen sep/ welches wahr-haftig GOttlst /unddochdrep Personenin demselbigen einigen wesen/ gleich ge-waltig/gleich ewig/GOtt Vater/GOttSohn/ GOtt heiliger Geist; ohne stück/ohne ende/ unermeßlicher macht/ weiß-

deren «Ni-ckel.

heic und gute/ ein schöpftet und erhalteraller sichtbaren und unsichtbaren dinge.II Daß nach Adams fall alle menschcn/so natürlich gebohren w.rden/ in sundcn em-pfangen und gebohren werden; das ist / daßsie alle von mutterleibe an voller boftr tust undneigung sind/ und keine wahre gottes furcht/keinen wahren glauben an Gott/ von natur ha-ben können/ daß auch dieselbe angebohrne seu-cheund erbssündewarhafftiglich sünde jep/und verdamme alle die uncern ewigen GOt-tes zorn/ so nicht durch die raufte und hei-ligen Geist wiederum neu gebohren wer-den. Iii Daß GOTT der söhn seymensch worden/ gebohren aus der reineitjungfrauenMarin/ und daß die göttlicheund menschliche natur/ in einer personalstunzertrennlich vereiniget / ein Christussind / welcher wahrer GOtt und Menschist/habe warhafftig gelitten / sep gecreu-ytger/gestorben und begraben / und vordie erb - und würckliche sünde ein sühn-opffer worden/ it. daß er fep abgestiegenzur Hölle/ warhafftig am dritten tagevon den todten aufterstanden/ gen Him-mel ausfgefahren / sitzend zur rechtenGOttes/ da er ewig herrsche / daß er alleglaubige durch den heiligen Geist heilige/sie wider sünde und teuffel beschirme/und öffentlich wiederkommen werde/zu richten die lebendigen und die rodten.I V Daß wir Vergebung der sünden und ge-rechtigkeit für Gott nicht erlangen mögendurch unser verdienst und wercke/ sondernaus gnaden um Christus willen durch denglauben/ so wir glauben/ daß Christus füruns gelitten/ und durch seinen tod vor alle sün-de genug gethan/ und daß uns GOtt diesenglauben für ihm zur gerechtigkeit halte undzurechne. V Daß wir solchen glauben enlangen durch das predigt-amt/ evange-lium und sacramenta / weil GOtt durchsolche mittel den heiligen Geist giebt/ wel-cher den glauben/wo und wenn er will/indenen/so das evangelium hören/würckett viDaß solcher glaube gute früchte und gutewercke bringe/ und daß man zwar die vonGOTT gebotenen guten wercke thunsolleum GOttes willen/ nicht aber darauf zuvertrauen/ dadurch gnade für GOtt zu ver-dienen. Vll Daß eine heilige kirche allezeitftyn und bleiben müjft/ welche die Versamm-lung aller gläubigen/ bey welcher das evan-gelium rem geprediael/und die heiligen stcrä-menta recht gereichet werden, v i Daß indiesem leben viel faischerThristen und Heuch-ler seyn/auch öffentliche sünder unter den Wom-men bleiben / auch die sacramenta gleich-wohl krafttig/ob schon die priestt-r/ dadurchsie gereichet werden / nicht fromm sind» lXDaß die taufe nöthig zur sechgkelt/ alsdurch weiche die gnade GO tts angebotenwerde; daß man auch die kmder tauftensoll/ welche durch solche taufe GOtt überant-wortet und gefällig werden. X Daß derwahre leib und blut Christi warhaff-tiglich unter der gestalt des b. ödes undwems im abendmahl gegenwärtig fern/und daausgetheilet uud genommen werden.

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