Des Europäi schen Herold s erste Haupt-Handlung
Güstrow/ Mecklenburg-Schwerin und die Protestirenden elendiglich/und ist ihr gro»
Rarzebuzg/Minden Hollstetn Glückstadt/ gleichsam in zween Haussen getheilet / die nicht
Wöllstein - Gottorss/ Anhalr/ Henneberg/ minder Verbitterung auf einander als aufPa-
Hirschfeld / Camin / Mompelgard / Plast pisten haben. Zu geschweigen / daß die Nor-
sau / Villenburg/ Ost-Frießland / Oettin- VischenKönige/die der Catholischen ihre gegen-
gen/ die vvta curlZta der zwei) N)etteraust macht am nachdrücklichsten balancixen sollen/
^?enund Fräncklschen Grafen. Wenn in steter jalousie begriffen sind. Hätten
man nun Lübeck darzu nimmt/ werden sie Schweden und Frankreich im vorigen TeUt-
zusammen Z9 vota des Fürsten - Raths aus- schen kriege gethan / es würde/ nach menschli-
machen ; im städte-rach sind hergegen die cher macht zu reden / um die Protestirenden
Augspurgische Eonfeßions - verwandten die schlecht genug gestanden haben.
conl?6erabelsten / denn die wichtigsten an - see- Auf öeputations - tagen soll/ den Reichs- Gleichheit
und handel-städte (ausser Cölln und Aacken) corckitucionen gemäß/dieglejchheitderreli,
sind Evangelisch/ Augspurg ist vermischter re- gionen gehalten werden. Nachdem aber die
ligion/ und wenn man Bremen (mit vorbe- Churfürsten mit den Fürsten in ein collegium
halt der Schwedischen Prätention und rechte) nicht treten wollen / so ist die abgezielte «quaü-
hierzu nähme/ ist sie die eintzige/ so reformirt tät in dem Fürsten - Rathe nicht zu erlangen:
ist/ die übrigen Reichs-städte / sie mögen ver- denn ob wohl zu erhaltung sothaner Parität die
mischt oder Catholisch seyn / sind nicht be- sleernirung imChurfürstlichencollegiodermas-
trächtlich. sen statt hat / daß unter den dreyen Protesti-
Welchereli- Allein/ wenn man die macht ermessen renden Churfürsten ein vierdtes unter ih-
wandte^e wolle / ist es ungewiß / ob man den prore- nen altsrnirendes Votum zugelassen. Weil
mächtigste- ftirenden oder Catholischen mehr zu- aber solche alternativ!, nur auf dem äeputati-
schreiben solte. Denn an feiten derCatho- ons-tagcle A. 1657 angesehen/ seither auch
tischen stehen nebens den Ery - Bischöffen das Pfältzische Chur-votum Catholisch wor-
und sehr reichen und mächtigen Bischöffen zu den / so waltet die Ungleichheit desto mehr
Bamberg/ tBüryburg/ Münster/ Osna- fort.
brück/Lürtichund anderen mehr/ja dergan- JmhöchsterwehntenFürstlichencollegiofin-tzen clerisey/ das Königliche Ertzhauß Oester- den sich an seilen der Catholischen Fürsten Oe-reich/ mit so schönen und gewaltigen provin- sterreich/Nurgund/ lBüryburg/ Costniy/tzen / das Königreich Böhmen/ die Schle- Münster/Bayern/der Prälat von N)em-stschen lande/ zc. das mächtige Hauß Bay- garten/ und der Fürst von Fürstenberg/ern/ Pfaly und Baden - Baden/ u. s.m. jämt denen eben in diesem gemache sitzenden äs-welche fast zwey dritte! von Teutschland ma- putirtenStänden Cölln/Aach und Ubcrlin-chen sollen. Hergegen vermehret sich der Pro- gen/ und bringen also eilffstimmen zusammen,tcstirenden Stände gewalt und macht durch An der Protestirenden Fürsten selten aber sinddie beydenPsordischen Rönige/welche wegen Sachsen - Altenburg/ (und nunmehr Go-ihrer provintzen und lande hieher gezogen wer- tha)Vrandenburg-Culmbach (mit welchemden können. Brandenburg-Anspach auch theil haben will)Wer weiß nicht/was der eintzige groß- das Hauß Braunschweig und Lüneburg/mächtige Churfürst von Brandenburg/ und Pommern/Hessen/Mecklenburg/vvürten-in vorigen kriegen Chur - Sachsen gechan ? berg/die tBeeterauische Gra fen/ und dannwie conliclerabe! sich durch die jüngsten allian- die Reichs-städte/ Regenspurg / Nürnberg/tzen das mächtige Hauß Braunschweig und und Straßburg/ welche zwar auch so vielLüneburg gemacht? Der Smalkaldische stimmen ausmachen; wenn aber Jülich/ wel-bund kan zeuge seyn/ was die Protestirenden ches hiebevor allezeit mit in der clsputation ge-Stände im Reich vor macht an kriegs-volcke standen / wieder zur aufruffung kommen solle/aus die deine dringen können. Wollen die hatten die Catholischen zwey vots mehr / alsProtestirenden Stände nur in guter einig- eins im Chur - das andere im Fürsten-Rathe.keit zusammen setzen/und die privat-interef-
sen nicht ansehen / würden sie eine unüber- Bey Präsentation der Cammer-richter/ ?r-e-
windliche macht versammle» / und sich wider üäenten/ Assessoren und anderer bedienten des der Cammer,
männiglich mit Nachdruck schützen können/oh- Kayserlichen und des Reichs Cammer,ge- "
ne daß sie die Cron Engelland und den rLchts zu Speyer/ soll die gleichheit der
Staat von Holland zu ihrer protection anruf- religio» auch oblsrviret werden. Allein/es
fen dörfften; wiewohl/ wenn es daran komt/ haben die Catholischen den Vorzug 6e facto, daß
daß die Evangelische sreyheit von dem Kayser die Cantztey bey der Cammer / wie auch bey
oder clerisey zum tavor des Ertz-Hauses Oe- dem Reichs - Hofrache zu Wien gantz aus Ca-
sterreich unterdrucket werden wolle / Franck- tholischen bestehet / und in diesem hohen colls-
reich sich pro vinclics libertstig LermanicX auf- ßio selbst sehr wenig Evangelische / dargegen
zuwerffen weiß. Allein / darinn haben die aber eine grosse anzahl Carholischer Reichs-
Catholischen großen vortheil/ daß sie un- Hof - räthe sind: nicht weniger/daß der Cam-
ter sich zum wenigsten äußerlich/ und ^uoaä mer -richrer und ein Präsidente / welche der
66em exrernam ziemlicher maßen einig sind/ Kayser auch zu bestellen hat/ der Catholischen
und alle den Pabst vor ihr sichtbarlich Haupt religion beygethan sind. Der ässessom zu
erkennen/ welcher mit räch und gelde «sstiret. Speyer sollen an der zahl fc> seyn / und nach
Der eyfer und bemühung/ die religion fortzu- ausweiß folgenderabtheilung xrsessntiret wer-
pflantzen/ ist bey der Päbstlichen clerisey auch den.durchgehends grösser/ hergegen trennen sich
Catho-