88o Des Europaischen Herolds erste Haupt - Handlung
zwo schnüre vorn und hinten hangen / an der pen^ret oder gar absetzet/ in verbotenenlincken feiten ists doppelt / an der rechten aber buz und sonsten «.lissenlixet/ in mstrimc-ni -I undeinfach; über dieses hat es auch 4 Purpurfarbe- eheschcidungs - fachen recht spricht / die abge-lte oder schwache creutze/ welche hinten und nöthigte oder sonst zuläßliche eyde rekxirct/u. a.vorn und auf beyden feiten zu stehen kommen/ m. thut/ was nicht zu den Pabstlichen rslerva-wie mgleichen auch z nadeln / so drein gesteckct ttn gehöret.
sind: die bedeutung solcher ceremomen und zu- Die inliZnien und merckzejchen der .
schickungen ist bey den Scnpwnbus rltuslium schösse sind der krumme stab/ aus holtz und
mit mehrern zu lesen. dein gemacht / und mit christallinen oder vcr-
Die tage / daran ein Ertz-Bischoff diesen güldeten knöpffen und zierathen versehen/unten
schmuck tragen darff / sind das Christ-fest/ aber mit eisen oder kostbarem metal! beschlagen
^).Sttphans-sest/fest der beschneidung/heil, und spitzig; dann die Nischoffs-müyen/
drey Könige/ palm-sonntag/ der grünedon- welche zwey Horner theils die wijsin schafft der
nerstag/ der stille oder heilige sabbath/ drey schrifftalten und neuentestaments zu bedeuten/
ostertäge/ Pfingsten / Johannis-tag/ alleApo- theils auch anzuzeigen/ daß das volck sich vor
siel-läge/ die drey Marien-feste / allerheiligen ihme scheuen soll. Die Pantoffeln/ das weisse
kirchen - weyh / und auf dem jähr - gedächtniß leine,? chorhemdd / die handschue / der
seiner einweyhung. Was wider die über- ring / der inwendig grüne und auswendig
maßige steigerung der tsxa und einlösimg der schwarye Hut / sind auch äußerliche zeichen
Pabstlichen mämel/ die Deutschen hiebevor eines Bifthoffs/ und hat jedes sc ine besondere
gegen den Pabst vor beschwerde geführet/und bedeutung/ bey der man sich hier nicht aufzuhal-
wie sie dahin getrachtet / daß die viel und gros- ten hm.
se angeln / welche der Römische Hof zu fan- Bey zelten der in vorigen leculis vorgegan- Mißbrauchgung des reichthums ausgeworffen/ abgeschaf- genen rekormution ist diese unbeqveme Bb .fet/auch solche ämter gar eingestellee würden/ist schöffliche gewalt unter andern eine ursach wafi vemr>beym Qvläzü in den Reichs-fiwungcn Tom. vil der beschwerung / auch der vorgenommenenund 8!ei(l3no aäsnnum 1^411.IZ? zu lesen/auch änderung selber mit gewesen / also gar/ daßbereits oben hiervon mit wenigen Meldung ge- etliche örter und landschafften / die von dem ge-schehen. horfim, des Römischen stuhls sich entzogen/
Bischöfliche Die Nischöffe sollen auffther und achtha- nicht allein den Bischöfflichen namen/ sondern
«Ml Uttv ber ihnen ln einem gewissen bezircke an- auch das anu gar abgeschafft/ die lchrerund
vertrauten Heerde seyn / und des gottesdiensts Prediger wegen ihrer amter / doch unbeschadet
so wohl auch der kirchen - äilcij?!in fleißig wahr- einiger lubvickinstivn, in gleiche würde gefitzt/
nehmen / von deren zustande in der ersten kir- und dieselbe von Christo eingesetzte sMoccsti-
chen und bey folgenden leeu!^ oben gehandelt sehe art eines geistlichen regiments durch zu-
wordcn. sammen - ordnuug vieler geisi - und weltlichen
imPabfl EsbegreifftaberdieBischösslichegewalt Personen bestellet: wiedergleichen sonderlich
thum. folgende drey Haupt - stücke: So bald bey in dem vereinigten Niederlande und der
den Nömisch-Catholischen ein Bischofferweh- Schweitz zu finden,let/ conkrmiret und eingeweyhet worden/so be- Anderswo hat man die titu! und anse.
kömmt er das ju5 orcknis, welches dann dar- hen der Äifichöffe gelassen / doch ihre
mn bestehet/ daß er gewalt habe/ GOttes Wort macht und einkünfste ziemlich ctngezo-
zu lehren/und die sacramenta zu verwalten/an- gen / und ihr amt wieder hauptsächlich aufdie
dere geistlichen zu conkrmiren und zu orömixen/ zeiten der alten kirchen eingerichtet / wie in den
die prsebenclen zu verleihen/ das ckrismg oder Nordischen reichen geschehen, ^'nden mei-
heilige salbe zu machen/Aebte/Aebtißinnen und sten landen der Chur-und Fürsten Augs-
nonnen einzusegnen/ kirchen und altäre/wie burgischer colMlian ist der nähme undge-
auch andere zum hciligthum gehörige fachen zu wait der Bischöffe bey dem kirchwesen
weyhen/denbekehrten ketzern (ihrermeynung aus wichtigen Ursachen abgeschaffet/
nach) den Heil. Geist zu geben/ u. s.m. Dann gleichwohl aber der unterscheid der kir-
bekömmt er auch das ju8 cli^ceseoz, jn krafft chen-amter behalten worden/ daß an or-
deffm ihm im gantzen stifft gehorsam / unter- ten / wo viel Prediger von nötben / einer zum
thänigkeit undreverentz gebühret/ daß er auä) Oberpfarrer/ die andern aber zu /^rcbi.Oigcc.-
die macht ha? über alles/was dem stiffte ange- nen und viuconen geordnet/ und über etliche
hörig ist/ nach masse jedoch seiner cZp'tuiztiori Pfarrer in einem lande general. und specia! 5u-
zu ciltfioniren / die geistlichen guter zu vermal- perintsncZentcn / auch nach gelegenheit und an-
tcn/ die vilirstion 1 so offc es die noch erheischt/ zahl der Pfarrer und örter ihnen Hchuncki, In-
anzust. l!en / ssnoctos zu beschreiben / und die tjieKorez und vscsni zugeordnet worden find,
hierzu behörige kosten / ssnoäuticum und cutbs- Jnmassen auch oben hiervon etwas augcreget.
Zrsticum genau einzufordern / über acaäemien Und weil diejenigen/so das Evangelium lch- t-nttrbalr
und schulen die obsicht zu sühren/allerhand geist- ren / sich auch vom Evangelio nähren sollen/gÄich-
liche ordnungen zu verfassen und zu exequ-ren; haben fromme leute von anbegin der kirchen/ ke.t.
ferner und zum dritten erlanget er auch die ju- zum unterhalt der geistlichen/gewisse mil-
risäickion, vermöge welcher ein Bischoff in sei- de stiffte und Hebungen gemachet; als aber in
mm gantzen stiffts-bezirck über alle geistliche in folgenden zeiten die würde und das ansehen der
civil' und crilninsl fachen / auch über die layen clerisey gestiegen / haben die Herren geistlichen
in geistlichen-und kirchen-sachen die gerichtbar- sich bemühtt/stlche guter zusammen zu bringen/
keir verübet/ richtet und straffet/ die geistlichen davon der stand herrlicher unterhalten / und
Personen nach gelegenheit des Verbrechens lüs- der weltlichen obrigkeit die spitze geboten wer-den