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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
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850
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z; 5 Des Europäischen Herolds erste Haupt-Handlung

und also mit titul und recht/ die Vorsitz-rechte Archen nach denen provinzien/deuPalriarchen/

und die vrcünstiones der ^etrcxolltenund UN- oder wie der canon e^selbst giebt/ den Bischoff Doch behält

tergebenen Bischöffe auch über sie und dero zu Constantinopel dem Römischen an die seile U Rom Bj,

sökionez die gerichtliche gemalt/ conleguenter und gleich setzten/ nur mit dem unterschiede/ vZrsi^

eine so grosse jurl^jAion hatten/ daß die Kay- daß der Römische ob cllAmtatem vsteris Köms

ser selber sich hernach dafür scheuen muffen/ und also alters halber dem Lpllcopo nov«

und kümmerlich ihre Hoheiten in und beydenen kom« vorgehen / keine prserogsuva potettan8

TeuMe kir-kirchen-fachen szlviret haben. Die Teutschea aber jenem damit verstattet seyn solte. 5lrl .Abst«.echal>e kirchen/ so viel als deren damahls des conttan- cius Pabst zu Rom war zwar so wenig als thrvn/"und seiner NachfolgerbesehlhabungUN- vamalus damit zu frieden/ und wolte seinen' terworffen gewesen / haben sich gleichwohl in thron/ wie man es aus ehrgeitz schon damahlseinem ziemlich auffrichtigen zustande und fccy- nennete/ auch über die Vtschöffe in Franck-N gMtheit erhalten und sich dem Päbstlichen stuhl reich und Teutschland aufschlagen / diese!- Fränckisch^

nicht unterworffen / wie hiervon und derer soll- den ordlmren/ relormixen und die Hoheit über

senden seculorum immerzu erhaltener Teut- sie führen. Unterdeffen/da die Pabste zum schbff«.

schen libertät/oder daß die kirchen des Christ- throne empor stiegen/ fielen die Gothen/

liehen wesens in Teutschlande nie völlig sich un- Francken/Vandaler/LongobardemSach-

ter das Pabstthum begeben oder unterziehen sen und andere Nordische und Teutsche völ-

lassen/der offt belobte Herr Schilter in sei- cter/ die nun/ da die Kayserliche macht mit der

nem wohlausgeführten trafst cle libertclte Lc. Residentz in Griechenland gewichen war/und

cleliarum (Zermania: mit grossem nutzen zu lesen. die bißher noch besessenen Römischen conczue-

Dahero wollen wir auch der sreyheit immerzu ten wieder von diesem joche befrcyet worden/

miterwehnen/ in dem wir anzeigen wollen/ wie in Italien und Gallien ein / und ob sie wohl

das Pabstthum gegen die Kayserliche ober-ge- anfangs als barbaren übel hauseten /

walt gestritten / und was die Päbste vor künste fchahe doch der Christlichen kirchen durch diese mn sich M

gebraucht/ das jus ^lajellaticum circa lacra de- Nationen ein solcher zugang / daß/ da sie den

nen Kaysern aus denen Händen zu spielen/ her- Christlichen glauben nach und nach ange-

gegen wie ciffrig oder laulich sich die Kay- nommen / sie in dem wercke selbst ein besser

sere verwahret haben / sich dieses kleinod nicht Christenthum führeten / als die altern Christen

aus Händen reisten zu lassen. derer orten und zu Rom nicht geführet hatten.

Wenn man die kennzeichen der wahren Zu beklagen war / daß ihrer viel zur ketzerey

kirchen und die merckmahle der abgefallenen des äru anfangs verführet worden / welches

kirchen aus denen Paulinischen schrifsten ge- doch unlängst hernach Röntg Clodoväus FränckW

gen einander hält / so wird man bald das lacit verbessern/ und die wahre lehre von des HErrn

und den bestand finden/ oder auch zugleich von Christi göttlicher und menschlicher narur in nmiKit

der apvttalia uttheilen können; wir wollen die Neustrien und Auftrasien biß an illyncum ^ r<i>gi»k»

taAa erzehlen/ so weit es zu unserm vorhaben pflantzen liesse / und hat Röntg Dagobert

in kurtzem dienlich seyn wird. aus Fränckischem stamme den rühm und das

Was Massen der Kayser donlkar,tmu8 merieum, daß er in Thüringen das sttffe zu

^germOri-^^ Kayserlichen sitz zu Constantinopel oder S.Peter hernach in Erfurt errichtet / und

«nt wollen Byzantz aussgeschlagen / ist anderwerts her die Christliche religion in diesem qvartier ein-

»or demPab- / dessen und der folgenden ebenmäßig geführet hat. Die Apostel derTeutschen/

Aezu Rom allda rekäirenden Kayser fürnehmste Hof- so weit selbige nunmehr zu des Christenthunis

haben. Prediger / Beichtväter und Patriarchen nun pflantzung sich gebrauchen lassen/ sind S. Se-

wolten denen Römischen nicht weichen / weni- verinus/ S.Rupereus/ S. Rrlianus / in

ger samt ihren unterhabenden und umrten Schwaben Columbanus / in der Schweitz

Ertz-und Bischöffen dem Römischen die ober- S. Gallus / in Sachsen p)lttlbrordus und

ste stelle bey denen conclliis und synocli8> be- Luiclbertuz und lange hernach S. Vomfa-

nebens der jurisäiAion und pnncipat gestatten, cius.

Daher waren auch die Griechischen l^rres mit So sehr nun die Päbste zu Rom ihren Pri- PMeMn

tti-ronymu. ^liel Lateinischen so offt cliscrepZ'n. und ttiero- mat und ober-thron zu erhöhen bcfiißen wa- barke! "ul'tk

n nnr die nymuz vermeynte gnugsame Ursache zu haben ren/ und durch'olle^irung derer appellationen alle weit.

^Äby?o- epistola acl ^larcellam, die kirche zu Rom die an sich aus aller Welt ihre juri8cl,ötton zu erwei-

ntlche'bure' Vabplontsche hure zu nennen / und die of- tern suchten/ je weniger waren die Kayserc zu

fenbarung S.Johannis zu seinem behuff zu Constantinopel bemühet / ihre jura ^isjettsnca

sllexiren. Es bliebe auch die Mißbilligung gegen sie zu behaupten. Was die Orientaii-

der Päbstlichen greuel nicht bey pnvae leuten sche kirche noch that / das war es fast alles,

oder Bischöffen noch frommen lehrern der kir- Sie komen aber doch nicht verwehren / daß

chen/ sondern es liessen die drey Kayser Valen- nicht in einigen concllm, bevorab dem eb.-!-

^^"^"tinianus, Valenz und (-ratianu8 wider den Zeitz ceäonenll A. 451 von 15O Bischöffen einge-

Rom. der clerisey zu Rom ein gesetz ausgehen / wel- räumet wurde/ daß der Pabst jure bumana öl vvltvg.

ches sehr notabel und das XVI ist lu. cle politico die prX50A3tiv vor allen andern chrlst-

Lpilcop.öc cler. cocl. I'keocl. welches hernach lichen Bischöffen haben solte. Doch blieben

von Vslentiniano u, Ibeo6olio und ^rcsclio in dem Patriarchen zu Constantinopel noch alle-

lib. 27 6e Lp. öc cl.. Ib. bestätiget wurde, weil jurs T^ualla vorbehalten. Welche clau-

Und diese allzu grosse ehre und geldgejy lulareiervatoriaaber derzanckapffel war/wor-

bewog die Kayserliche Majestät und die l>stre8 über diese beyden grosse geistlichen und alle ihre

conciln ^onkantinopolitani ^eneral-5 Z8l, Nachfolger so gar biß auf die verketzerung ei-

daß sie/ bey einer anderweiten abtheilung derer nes gegen den andern gestritten haben. Es

musten