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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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848
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848 Des Europäischen Herolds erste Haupt-Handlung

Massen behalten / und schreibet (^pwnu-- Lp. des eigennutzes willen seyn wolte / bevorab

5 Sc -8 und andere / sonderlich die compila- da sichs auch in der that bei) solcher luccesswn

tores conLiliorum, daß nichts hauptsächliches und Ordnung zutrug / daß die reihe des vor-

zu dieser zeit ohne vorbewust und einstimmung sitzes manchen betraff/ der dem vorsteher-amte

des Christlichen volckes in der kirchen vorge- nicht gewachsen war/ und darneben vor undil-

Attfanq de- nommen worden wäre. Es litten zwar diese tich/ auch vielleicht um der äusserlichen umstän-

verfolgungs -zeiten keine universal-kirchen- de willen unprsüicsbe! gehalten wurde/ daß

Versammlungen/ doch kamen etliche gemeinden die geschicktem und mehr begabten bey hno.bey wichtigen vorfallenheiten zusammen / und äul-versammlungen unten an sitzen/ die unge-untersuchten die schweren casus, communicir- lehrtern ältern aber die oberstelle einnehmenten hernach mit ihren amts - brüdern ander- sollen/ ist man zu der wähl geschritten/ und hat

wärts/ und suchten nach GOttes wort die ir- zum Präsidenten-amt denjenigen bestellet/

rungen in der lehre und im leben Christlich und welcher die meisten stimmen vor sich hatte,

sonder figur des Processus bey Welthändeln zu Wiewohl dennoch auch dieses Vorzug keine

entscheiden. Sie correlponclirten auch fleißig mehrere gewalt und höhere würde über den

mit einander / und wiesen die partheyen aus priester-stand nach sich gezogen/ weniger ihnenxrTjuäicla, die den grund in liebe und billigkeit ein richterliches amt und herrschafft zugele-halten / dabey die conssürenden oder mißstim- get / sondern ihren Handlungen nur eine mchre-migen theile sich / gleichwie an einem will- re autorität und das ckreäiorium auf maße/

Entscheu ktthrljchen rechte/ begnügen liessen. Die wie ein evangelischer Superimendens etwaMubens- religions-fragen wurden dann auch nach bey den lyuoäis in gewissr ssb-zräination ha-fragen und einträchtigem consentemeut erörtert / und die ben möchte/ zu Wege gebracht / und galten die-

gefährlich abstimmenden und halsstarrigen jenigen Bischöffe das meiste / die in den

vor unwürdig des Christlichen bruder - nah- haupt-städcen der provinyien waren,mens / endlich gar vor ketzer erkläret/ wiewohl Weil aber diese als menschen/ die den pass-

sich doch der antichrist bey vielen lehrern schon onen und der ehrsucht unterworffen sind/ her-

so starck regte/ daß menschliche pMones und nach immer mehr ansehen undrespect suchten/

regiersucht ziemlich starck mit unterliefen/und und die Bischöffe über die sresb^eros, diese

der vor einen ketzer erkläret wurde/ den die über dieHiaconos und andere geringere geiftli-

meisten dafür hielten /oder der doch nicht alle- che einen Vorzug Marten/ und das kirchen- .Wchetmp

mahl gnugsam mit seinen erklärungen gehö- regiment nach dem weltlichen staat ein- mu-lftMi

ret worden war / welches gewiß schon eine zurichten anfangen/ käme es mit der zeit dahin/

grosse äecaäen? von der ersten liebe und verfol- etwa unter und nach der regierung Kayserö llaat.

gung der fußtapffen des Heylandes. Constantini des großen / welcher/ wie er im Cs-On-Zm dritten Im dritten secuta gienge es noch mehr auf weltlichen staat verschiedene neue ämler ein- kirchell ch.Utdasle'bem ubfall der Lauterkeit des wahren !e- führete/ also auch in die kirche den staat und De.

diseChri- bendigen Christenthums/ ob gleich herge- fleischliche adsichlen eindringen ließe/daß daherdie kirche unter und nach denen verfolgun- viel neue geistliche litul und ehren-nahmen die

gen äusserlich zunähme und erweitert wurde amts-brüder in der christlichen kirche von ein-

durch der Kayser ausgelassene essAz und an- ander äMmguixen solten. Man hatte einen

stalten. Und war in diesen drey iccuüs der zierlichen pr^texc, daß zu vermeydung / wie es

kirchen-staat ein blosses Lehr-amt und hieße/allerconsusionuud Unordnung/ auch zu

xrivat - Wesen ohne einmtschttttg weltlicher erhaltung guter Harmonie und Verständnisses

autorität. Denn der Heyland/ die Apostel/ der Bischöffe und oberstenPriester macht in ge-

deren Jünger und ausgesandte Lehrer / Bi- wisse 6i«celcs gefasset / und viele einem Gry- ordni-Wn

schösse und Vorsteher waren unter dem weit- Bischöffe/ Metropolitan oder Primaten ^

lichen Reiche und potettät derer heydnischen unterwürffig/ diese aber alle in einer grossen

Kayser/ vor die sie baten / und denen sie alle provintz oder Königreiche / in gewissen Den

gebühr und gehorsam leisteten. und stücken an einen Patriarchen / als cllrs-

Bestellung Bey bald folgenden zeiten hat man/um bes- üorem eines gantzen grossen synock und äiceces,

«mm/ serer ordnung willen/ vor nöthig befunden/ gewiesen würden. In der that aber war es

oberste und auffseher/weiche man die intrväuKion einer neuen regjments-form

-ro^Aevrcks genennet/zu bestellen/ ihnen in den in die kirche / und ansang zur Verwirrung des

Versammlungen eine mehrere prseroßstiv und reichs Christi und dem rewhe der weit. AAes

Vorzug unter ihren amts-brüoern beyzule- Dergleichen Patriarchat-dignirat denen Rcici)sClM

gen/und die oder-stellen einzuräumen/ wie- ÄischöffenzuRem/zuConstantinopel/zuA-

wohl doch nicht in der meynung/ob wäre einBi- Lerandria/ zu Antiochia und zu Ierujalem Pstt-arOi-

schoffhöder und besser als der andere / sondern mit einer sonderbahrcn pr-eminsny des A-A

weil er älter von jähren und am amte war. rangs/dem rechte zu ordinircn/kLagen von

Denn es war das lehr -amt noch kein sonder- den sskskernen in der zweiten mssiny und

sicher orden/ der zumahl denen layen entge- der appelktion anzunehmen / und andere

gen gesetzt worden / dahero sie sich auch unter obrigkeitliche -Nus zu üben / verhänget/ oder

einander aus gut apostolisch brüder genennet, gar zugeleget worden/biß es endlich bey weitem;

Als aber die liebe und der respect gegen die mißbrauch dieses LxsrcKars oder Ober - Bi-

ältesten erkaltete/ und die lehrer und fürsteher schöffiichen gewalt durch Verhängnis der-

eine Ungleichheit in denen gaben suchten / ab mischen Kaysere dahin verfallen / daß sich der

so daß einer gelehrter und geschickter vor dem Bischofs zu Rom zu einem Oberhaupte Bischoffzu

andern seyn wolte/ also auch mehr auswiche der kirchen aufgeworffen/ und das geistliche -?vm mW

ehre suchte und bey grösser» gemeinden um regiment nach und nach/ fast auf art der welt- Wupper

lichen kirchm auf.