75»
Des Europäischen Herolds erste Haupt-Handlung
Sleligions-
ir?unsm.
ihro deshalber ein gewisses schütz - geld. Dieflejscher daselbst tragen ihre wohlgebautemetzig - und fieischhackerey von denen HerrenTruchscssen vonlValdburg zu lehn.Pn'silegieti. Wider das Hofgerichte zu Rothweil istdie stadt sonderlich privilegiret»
Der religio» wegen haben sich bey demstadt - regiment ehemahls viel irrungen erho-ben/ darüber der üatu8 pubücus leiden/ unddie Evangelischen patncü und Raths-fähigePersonen sich eine zeitlang von obrigkeitlichenamtern ausschließen lassen müssen / biß end-lich durch den Mestphalischen frieden ver-sehung geschehen / daß in dem geheimdenRathe vil Rathsherren aus denen ge,schlechter» erwehlet/und aus diesen zwee,ne stadtpflegere/ einer von Carholischer/der andere von Augspurgischer Confeßiongenommen werden/ die übrigen zCatho-lisch und 2 Evangelisch fepn: die übrigenRathsherren des also genannten innernRaths / wie auch die SMdici / Neysiyerdes Stadtgerichts in gleicher anzahl.bey-der religion / und allenthalben die pari-tät auch der slternativ wegen gehaltenwerden sollen. Jnmassen das mKrumcutumpscis /^rt. V §. 4 6c l'ey. hiervon ausführlich ^is-xoniret. Wiewohl sich nach der Hand/ derexecutior, wegen/ anderweit schwürigkeiten undMißverständnisse ereignet / und an feiten derCatholischen/ so obrigkeit als gemeinde/sehrharte schrifften bey der Reichs-versamlung ein-gegeben / auch dargegen von denen der Aug-spurgischen Confeßion verwandten Churfür-sten und Ständen geeyffert worden / welchezwar endlich zur erledigung und austrag kom-men/ die hlouüen aber und aufhetzungen auch sogar der Geistlichen haben doch nicht gesteuretwerden können / biß die gemeine noch mehr ei-mgkeit an die Hand gegeben.
Und dieses ich das unglück / welches die gutestadt in denen nächsten zwey jähren von denenseindlichenBayrischen undFrantzösischen arme-en mittels der grossen drangsalen und 6eva-ttation durch das bombarclement, wegnehmungdes geschützes/ schweren und biß auffs blutaussaugenden tyrannischen einqvartirung/wieauch durch den Verlust und absterben fast desachten theils ihrer bürgerschafft erlitten. Derletzte bedruck war die hinwe^gschleppung ihrervier geißeln / darunter der ältere Stadtpfle-ger und ein Bürgermeister sich gefunden / die/üm nicht in die lerviwt oder härtere weitere ge-fangniß verführet zuwerden/ 50000 thlr. zurrantzion in Strasburg bewilliget; welche sum-ma abzuführen und einige inäemnilat-on beyallem ihren min vor die arme stadt zu erlangen/der klsgitti-at bey Kayserl. Majest. und demReiche sehr beweglich gesuchet hat / es dahinzurichten und mitleidentlich zu verfügen/ daß<i) die 75000 gülden geißel-gelderalscinbey-trag gereichet/ (2) das geschützt/arnmuni-tion und gewehr/ benebens andern aus derstadt hinweg nach München und Ingolstadtgeführten fachen und stücken m natura ohne ent-gelv aufBaytische lassen zurückgebracht/ (z)die reparstur der schaden auf 4 Millionen gol-des/ aus den Chur. Bayerischen landen zu er-Heden und ihnen zu lieffern/ veranstaltet / (4)
Zchtverwi-chene trüb,selige f-il»Her ßadt.
die überHebung der Reichs' prsettanciorum aufeine geraume zeit biß zur Wiedererholung be-williget werden möchten. Die Reichs - vex,samlung hat auch zu erlangung dieser billigtenan Ihr. Majest. den Römischen Rönig/ alswelcher damahls das Bayerische wesen zu re-gliken von dero Herrn varer der Rom. KaysMajest. committiret war / im monat Novem-ber ^704 interceülonales ergehen lassen / dieauch so viel gefruchtet/ daß die stadt das ge-schütz und gewehr wieder zurück bekommen.Ob wegen der andern sonderlich des letzternpuncts sie ihren zweck erlangen dürfften/daöwird sich zu seiner zeit finden.
Das stadt-wapen ist ein mit roch undsil-ber die länge herab getheiltes schild/ in welchemein grüner tannzapffen auf einem xottementruhend zu sehen.
IL! Dürnberg/ eine von den fürnehmsten MMg.und wohlgelegensten/ auch wohlgebautestenstädten desgantzen Reichs/wo nichtvongantzEuropa/ soll zu erst/ soviel das schloß und denumliegenden flecken belangt / wider die ein-fülle der Hunnen von denen Noricis, oder viel-mehr/ anderer memung nach/ d^rileiz erbauetworden seyn/ zu welcher zeit auch Venedig sei-nen Ursprung genommen. Von ihrem nah-men/ ob sie Weronsburg/oder Nahrungs-berg/ oder Nur ein berg/ oder Worichsberg/Worberg/Wörenberg/ von ihren erbaucrnzu nennen/ ist unser absehen nicht/ etwas zumelden. Der hochmüthige Frantzösische 8«-neral aber/ der sie Warrenberg nennete/ wür-de kerne narren sondern edle tapffere leute all-hier gefunden haben/ wenn er nicht vor der zeitin seinen thorheiten bey Biindheim auch in sei-nem glücke blind worden/ und alle seine gros-sen desseins auf einem andern berge verdorbenwären.
Wann dieser ort zu einer stadt gemacht wor-den/ und ob sie so bald dem Reich unmittelbarunterworffen gewesen / oder ob sie vorhero än-dere Herren gehabt/ ist so ungewiß als dieses/daß sie zu ende des neundten secull nach GrafAlbrechts zu Bamberg tode und durch Kays.Ludwigs Verordnung erst'zu ihrer Reichs-fteyheit gelanget seye; dann weiln damahlsTeutschland mit keinen sonderbaren »istoncisversehen gewesen/ haben die nachfolgende / soviel dieses betrifft / mehr aus betrüglichenmuthmassungen/ als aus gewissem gründe ge-schrieben. DasCapelgen S.Caroli/sonochvorhanden / soll ein unbmüglich merckmahlseyn / daß die stadt schon zu denen zeiten KayseeCarls des grossen unter denen Teutschen städ-ten im flor gewesen: Wie wenn aber 200jähre hernach ein frommer mann zu ehrenund andencken des heiligen grossen KayserCarls eine capelle dahin erbauen lassen ? Imeilfften leculo will sichs näher äussern/daß derort schon von conticlerstion gewesen sey/da sichHerhog Heinrich in Schwaben desselben im-xstromtte / und daraus vielerley unfug/untermpr-etext, die straffen von bösen leuten rein zuhalten/getrieben / darüber er aber auch diescharffe leiden müssen. Er kroch aber baldzum creutz und restituirte solchen ort an dasReich/ da denn seinbruder Kays. Conradusu, 8«lku«.genannt/ statt der schlechten grüben
zilGtlh'
»Li
An,