Druckschrift 
Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
Entstehung
Seite
358
Einzelbild herunterladen
 

z;8

Des Europäischen Hcrolds erste Haupt - Handlung

cum des Insten jahrs / als auch der sieben scheu Sachsen abgötterey beruffene Irnwn-

klösier sache angehet / bestätiget worden, seul für dem hohen eher befindlich seyn soll/wel-

Zum beschluß ist noch anzumercken/daß in der che an statt eines leuchters/um kertzen darauf zu

Dom-kirche zu Hildesheim die von der heydni- stecken/dienet.

-M54Z--

Wes ersten Msa^es!reyzehenderWunct:

Von

WsmstliEcu

crm Kschoffe zuLadcrborn.

Misstungdes Bist?thums.

Jeses Hoch-S'tifft wurde vonK. Carln den. Großen Li. 79sgestifftet/ und vier jähr drauff

vom Pabst Leoü! in Person

conlecnret/ und Bisch. Hatamarn zu aus-gang des 8 leculi auffgetragen. Vor ihmaber soll/nach TcKsreuj, anzeige/kern^ull? vonWürtzburg dahin gekommen seyn undderkir-chcn obsicht verwaltet haben. Gedachter K.Carl scheuckte dem Stifft das schloß Iburg/und fieng an/eine schöne cathedral-kirche zubauen/welche aber unter dem neuntenBischos-fek.erbsri0 Ll.999mit dem kloster/ derBiblio-theck und vielen zierathen gantz abgebrennet.Anwachs des Gr. Dodecus zu Wartbcrg hat dessenSMS. Stiffts - Nachfolger Memwarcken/ der Pa-derborn mit einer mauer umschlossen / seingantz vermögen / welches in eilff nahmhasstenörtern / nemlich Wartberg / Ruinlefes/Enmgen/ Radi / Radi in Ober-Wurm-lahn/ Rothem / Gararnctt/ Rotwarts-huseu/Ilandehusen und Silihem bestan-den/ schenckungs-weift übergeben / und dieseVererbung Li. 1021 durch K. Henrichen!!coniirmiren lassen ; wie denn dieser Kayserselbst jeine sreygebigkeit darinnen angezeiget/daß er dem Bischoff das wichtige landgmHo-hunsel geschencket. Li. izi2ist nach Libster«den der Grafen von Stoppelberg derenGrafschafft ans stifft kommen. Das alte

nen Freiherren von Düren/ welche es theilslehn/thcils pfandweise lange inne gehabt/ umZs?6 Rheinische gülden abgekausst/und alldaein kostbares gebäude auffgeführet; hernachhat in denen Letzten zeiten Bisch. DietrichAdolph des geschlechts von Reck aus demvon der Schwedischen armce Li. 1646 verur-sachten stein-Haussen dasselbe wieder rep^ri-ret. Vorgedachter B. Dietrich hat auchHerssial! Li. 1608 um 17666 gsldgüldenans Stifft kauffiich wieder bracht. Zu un-fern zeiten hat dieses Hoch-Stisst einen rühmundzierde an deme wegen seiner gelehrsamkeithöchstberühmtenBischoffeHerrnFerdinandenvon Fürsienberg gehabt/ deme Herr Her-nimm Werner ein Baron Wolff Metternichvon Gracht den 15 Sept. 8. dl. i68z nachge-folget/ und nach zwantzigjähriger regierung

alters und unvermögenheit halber als c^oachu-torem cum spe luccellioriiz sich an die feite fitzenlassen dero verwandten/ und sind hernach den21 Maji dieses 1704 jahrs verschieden.DaraufMer /Mauch den stuhl eröffnet an den Hochwür-^ ^digsien Fürsien und Herrn/ Herrn FranyArnolden Bischoffcn zu Paderborn/ desheiligen RömischenReichs Fürsien/Gra-fen zu pürmont/ Frexhern WolffMet-ternich zur Gracht/:c.

Der Paderbornischen Stifsts-lande läge-ist in dem Westphalischen Kreyß/ zwischen de-de??nen Hertzogthümern Braunschweig und^^Westphalen/ dem Landgrasthum Hessen / derLlbtey Corvey und denen Grafschafften Lippe/Rietberg und Waldeck. Es werden denen-seiben zugetheilet Paderborn/ welche sich ehe«mahls in der Reichsstädtischen freyheit befun-den/und eine cousiöcrabKHansee-stadt gewesen/im sechzehnden 5scu!o aber sich unter des Bi-schofs botmäßigkeit schmiegen müssen: Dennfolgen Beverungen/ Norcholt / Dorren-trpck/ Brakel/ Dremeren/ Dueren/ Dri-borch/ Oringenborch/Fürsienberg/ Ger-den/ Hense/ Calenberg/^lenenberg/Lich-tenau/ Line/Lieppspring/Lügde/hein/Oldenburg/ pckelsheim/ Schwalen-burg/ Goltkatten/Gtenheim/ Voerden/Warburg/ Wilbaeßen/ Wunnenburg/u. a. m. (^byti-Xu; sagt/^ daß das Stifft vor-zeiten unter seinem gehorsam gehabt 24 stadre/20 schlösset'und Vogteyen/ 16 klöster und24pfarren. Welches vor einen so große clittnei

schier zuwenig angefirgetist.

Lin flössen sind in dieser lttc -cesbekandtdieNN.Alm / Becks / Dpmel / Emner / Ems/Grüne/ Lippe/Fleete und Weser; der be-rühmte Dulderborn / unweit dem dorffeAldenbecken / der alle 24 stunden wie dasmeer zweymahl ab und zufließet/ und also dennatur -kundigem mit seiner ebbe und fluth vielzu schaffen macht. So ist auch bey Lichte-nau ein fiuß/ der von der erden gantz verschlun-gen wird. Übrigens ist der boden sehr sruchl-xandMt.bar und geschlacht/ an geeraide/ Viehweideund andern flüchten. In dem mitten inne gele-genen hohen gebirge giebt es eisen-bergwer«cke/ zu Soltkotten verfertiget man saly/undsonsten hat es hier und dar/als zu Schmech-ten/Driburg/bewährte saua-und Gesundbrun-nen. Das