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Friedrich Leutholfs von Franckenberg Europäischer Herold, Oder Zuverläßige Beschreibung Derer Europäisch-Christlichen Käyserthums, Königreiche, freyer Staaten und Fürstenthümer; Nach ihren Natürlich- und Politischem Zustande, Kriegs- und Friedens- Religions- und weltlichen Verfaßungen : Biß auf dieses 1705 Heil-Jahr
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DtS Europäischen Herolds erste Haupt-Handlung

Aritq mit

der CrvttFranckreich

Nlcmegbscher friede.

ret/und auch einen theil der Churfürsten/ son-derlich Chur-Pfaltz/wiewol unte^emem andernvorwand / schon eingenommen hatten. Zugeschweigen/daß unter den articuln des A. 1657Zwischen Franckreich und Cromweln geschlosse-nen verbündnissen enthalten/ was Massen dieserproteäwr von Engelland zusagte/ darzuzuver-helffen/daß die Kaysers-wahl ausdie Könige inFranckreich fiele/oder zum wenigsten das haußOesterreich darvon ausgeschlossen würde.Dem Höchsten aber war gefällig / Ihre Maj.auf den thron zu erheben/und dasErtz-Her-tzogliche hauß Oesterreich bey derKayserlichenwürde zu erhatten. Sie wurden bald darausmit in den krieg zwischen Schweden undBran-denburg / wider welche Cronen sie als König inUngarn und Böhmen/ auch Ertz-Hertzog inOesterreich dem bedrängten Königein Polenund selbiger Republic succurs geleistet/verwi-ckelt/welcher nachgehends durch den Olivi-schen frieden/ und nun in dem jähre 1660/nach-dem der Pyrenäische friede auch zum ständekommen/ das friedens-feft undjubiläumin dergantzen welc celebriret wurde. Von demTürcken-kriege in Ungarn/ wie auch der Lotha-ringischen hostilität imElsaß/denenBremischen/Münsterischen/Erfurtischen und Braunschwei-gischen belagerungen und re6u6kionen/ demwildfangs - kriege zwischen Chur - Maintz unddero Alliirten/undChur-Psaltz/ dieLadenbur-gischcn Händel/ wie auch anderen kleinen mc>-tibus hat die Reichs-ruhe sich zwar etwas krän-cken lassen müssen.

Das gantze Reich aber hat davon eben sosonderbare empfindungen nicht/ als aus dem' Li. 1672 entstandenen Frantzöischen kriege ver-spüret/da diese Cron die vereinigten Nieder-lande mit hülffe der Teutschen Mitten unter-zudrucken bemühet/und schon ziemlich weitkommen war/auch die gröste gesahr demWest-phalischen und andern nahen.amRhein gelege-nen Neichs-kreißen bevorstünde/ daheroderKayser zu bedeckung derReichs-grentzen den ho-stilitaten derFrantzosen zu wehren/auch denHol-ländern luft zu machen/dero armee unterm com-mando des General-Lieutenants Montecucu-li erstlich in Westphalen/ und hernachmahts/als am Ober-Rhein der seind übel hausete/an den Rheinstrom marchiren ließen/darüberdie schönen lande am Rhein/ Mayn/ Mosel/Necker und anderswo alle feindstligkeiten er-dulten/unddas Reich/die Cron Franckreichals feind zu erklären/sich nöthigen lassen müs-sen. Gleichwie Schweden durch die procs-cluren in der Marek Brandenburg dergleichentleclarÄtivn auch wiederfahren.

Letzltch und nachdem die Cron Franckreichwegen unterschiedlicher unglücklichen streicheden frieden so sehr als Teutschland verlangte/wurde vermittels des zu Niemegen Anno 1679aufgerichteten frieden-schlusiesTeutschland vonden kriegs-drangsalen und derFrantzosen grau-samkeit zwar in etwas wieder befreyet/und demKönig an statt der vestung Philippsburg / diefürnehme und feste stadt Freyburg im Breiß-gowsamt den darzu gehörigen dörffern/lehn/Metzhaustnund Kirchzart eingeräumet/ imübrigen aber das fundament beederley fteund-schafft und des allgemeinen ruhestandes aufob-

gedachten zu Münster in Westphalen geschlos-senen frieden gesetzet / und an selten des Reichsverhoffet / dessen erwünschte fruchte zu gemes-sen.

Es ist aber leider am tage/nachdem die Kay- Dessen unsöserlichen Waffen bald nach dem frieden aus al-^^'len Plätzen abgeführet und in die Kayserlicheerb-lande gezogen/ auch guten thcils abgedan-cketworden/daßoffrbesagte Cron dero troup-pen unverlangt darauff in und gegen dasReich anziehen und unter dem vorwand deräepencleniien/ zugehörungen/counexen/und der-gleichen lpcciöser titul/durch aufrichtung zweyerso genannten reumons -kammernzuMetz undBrisach/ gantze Stiffter/Bistthümer/ Fürsten- ^an^i.chethümer/Graf-und herrschafften/sammt viel für- reuniönesnehmen Reichs-städten/indem sie alle unter dem Nereusschirm des neugemachten friedens sich sicherachteten/ eigenmächtig vom Reiche abreißenlassen. Absonderlich aber wurden der CroneFranckreich von solchen reunions- kammern diezehen Reichs-städte im Elsaß zugesprochen: DiePfaltzgrafen aber von Zweybrücken/Bircken-feld und Veldentz/ wie auch der Hertzog vonMümpelgard nebst denen Marggrasen vonBaden / solten die lehn bey dem König inFranckreich suchen/und als sie sich dessen wei-gerten/ musten sie aus ihren ländern flüchten/ausgenommen Pfaltzgraf Christian zu Bir-ckenfeld/welcher sich bequemste und Frantzöischedienste annahm.

Und ob man wohl an seiten des KayserlichenHofes und des Reichs nichts unterlassen/ damitsolche unleidentliche contraventiones in meäiapace ohne Weitläufigkeit in der güte beygelegetwürden/und man endlich mit Franckreich in ru-he leben könte: Jnmassen zu solchem ende durchschickungen und schreiben / zumal bey dem con-ßrels zu Francksurt am Mayn viel fieiß und mü-he angewandt worden; so hat doch Franck-reich keinen ernst zu beylegung der ällkeremienspüren / sondern dargegen wider die friedens-tractaten und gegebenes wort in iplo limineconZressuz so wohl die Reichs - lehnbare stadtCasal eingenommen/ als auch die freye Re ichs-stadtStraßburg A. 1681 zur Übergabe genöthi-get; mit occupatio:, der schlösset' Arenberg/Stein-Callensels und anderer mehr fortgefah-ren / und thätlichkeiten mit gewalt gehauffet/und dargegen eine blinde cellion, alles was ein-genommen worden/begehret/ alle cklcullion undexaminirung der gründe/ob solche reunionez zurechte beständig oder nicht / verworffen / undnicht ohne bedrohung mehrer ungelegenheitdas gantze vorhaben der conkerentz interverti-ret.

Endlich hat man an feiten des Reichs in be-trachtung der aufm halse habendenTürcken-ge-fahr der noth weichen/und zu Regenspurg beyder daselbstigen Reichs - Versammlung A. 1684einsrmittitium aufzwantzig jähr unter folgen-den fast 26 nutum der Cron Franckreich einge-richteten conditionen schließen müssen/daß nem-lich alle weitere Kottilitäten / 1 euniones, einzie-hungen und dergleichen thätlichkeiten in Wah-rung solcher zwantzig jähre eingestellet/ und derallerchristlichste König in ungehinderter pollelsder stadt Straßburg/ desKehler - forts und an-derer Rhein-schantzen/wie auch aller derer län-

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