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aber weggelassen. Oft wird diese Spalte durch Angabe des Ortes der Deposition erweitert.Doch ist es verhältnismäßig selten, daß diese Spalte so vollständig ausgefüllt wird, wie im W. 1727,wo genau der Ort der Deposition angegeben wird, wie Lipsiae 18. Octobr. 1721, Jenae 5. Nov. 1725u. s. w. Bemerkenswerth ist, daß einzelne Studirende die Deposition an mehreren Universitätenüber sich haben ergehen lassen müssen. Häutig findet sich nur die Angabe der Universität, an derdie Deposition stattgefunden hat, ohne die des Datums, oder es steht nur da: „deposuit olim “ohne Angabe der Universität. Ja, nicht selten ist diese Spalte bis auf wenige Ausnahmen garnicht ausgefüllt worden, wie S. 1727, AV. 1735, S. u. W. 1739, S. 1744, S. u. AAL 1745, AV. 1746,S. u. AV. 1748 und sonst noch sehr oft. Jedenfalls kann von einer durchgängigen Ablständigkeitder Angaben nicht die Rede sein.
2. Die Nationen. Die Anführung der Inscribirten nach Nationen und die wechselndeReihenfolge der Nationen ist in der Matrikel seit 1720, wie wir sahen, in AAmgfall gekommen. Nurist in der Regel die Zugehörigkeit jedes Einzelnen zu einer Nation durch einen hinzugesetztenBuchstaben bezeichnet worden. Nach wie vor wechselten die Rectoren jedes Semesters nach derNation. Bei dem lieber wiegen der Landeskinder im academischen Lehrkörper, das mit der all-mählichen Abwandlung der AAbtuniversität in eine Landeshochschule eintreten mußte, war manjedoch nicht mehr im Stande, den AA T echsel der Nationen im Rectorat fest zu halten. Häufig mußteman geborene Meißner zur sächsischen oder bayrischen Nation ftberschreiben, „saxonizircn“ oder„bavariziren“, wie der Ausdruck lautete, während die Polen, zu denen ja die benachbarten Schlesierund vor allem die zum Kurfürstenthum Sachsen gehörigen Lausitzer gehörten, im Lehrkörper,mit einer Ausnahme im AAL 1808, immer vertreten waren.
3. Der Stand der Immatrikulirten. Wie früher, so werden bei jedem Inscribirtendie academischen AVürden, die er etwa besaß, angemerkt, und falls er vom Adel war, wird diesdurch das I’rädicat „a“ oder „de“ oder durch den Zusatz: „eques“, „ nobilis “, „ comes “ u. s. f. hervor-gehoben. Sehr stark ist der Adel Norddeutschlands, vor allem der des Kurfürstenthums Sachsens,Thüringens und Schlesiens vertreten. Gegenüber dem 17. Jahrhundert ist auch der Besuch derUniversität durch Angehörige des hohen Adels wieder gewachsen. Die Matrikel nennt 6 Herzogeund königliche Prinzen von Sachsen, 2 Herzoge von Holstein-Oldenburg, einen Herzog vonPIolstein-Gottorp, einen Herzog von IIolstein-Beck, 4 Herzoge von Oldenburg,'einen Fürsten vonSchwarzburg-Sondershausen, einen Landgrafen von Hessen-Darmstadt, einen Landgrafen vonHessen-Kassel, 8 Grafen Reuß älterer und jüngerer Linie, 3 Grafen und Fürsten Lippe, einenGrafen Schaumburg, 11 Grafen Solms, 12 Grafen und Fürsten Schönburg, 5 Grafen Hohenlohe,einen Grafen Bentheim, 8 Grafen Stolberg u. s. f. Der Brauch, das Rectorat einem fürstlichenStudenten zu übertragen und die Geschäfte während einer solchen Zeit einem Prorector zuzuweisen,ist im 18. Jahrhundert nicht wieder erneuert worden. Auch gegenüber den Prinzen des kur-fürstlichen und königlichen Hauses hat man ihn außer Acht gelassen.
Ansehnlich ist die Zahl der Geistlichen, Juristen, Mediciner und Professoren, derenNamen sich auch im 18. Jahrhundert in der Matrikel finden. Nach wie vor wurden auch Personen„honoris causa“ eingetragen, auf deren Schutz und Fürsprache man in schweren Zeitläuftenrechnete, wie im AAL 1807 Simon Morellot, prof. quondam historiae naturalis in academia Parisiensi,am 22. IAL 1807 Job. Julian. Maria Savary, tribunus militum stipend. in magno Imperiali Francicoexercitu, questor secundi ordinis etc. und Jac. Pe. AAullemancy, stipendiorum militarium quaestorprimarius, aerario magni exercitus Imperialis Franc, praefectus u. a. m.
Hinsichtlich der Confession wurde man im 18. Jahrhundert duldsamer. Katholiken, Re-formirte, auch Juden hat man anstandslos inscribirt. Personen, die zum evangelischen Glaubenübertreten wollten, „Convertendi“, kommen noch vereinzelt vor. Bedingung aller für die In-scription war der Glaubenswechsel nicht mehr.