EINLEITUNG.
A. Die Immatrikulationen.
I. Die Handschriften der Rectormatrikel und ihre Ausstattung. Die Namen derStudirendcn, die vom Wintersemester 1709 bis zum Sommersemester 1809 bei der Universitätzu Leipzig immatrikulirt worden sind, finden sicli eingetragen in die Matrikclbände B9, 1510und Bll.
Die Handschrift B 9 habe ich in der Einleitung zum 2. Bande der jüngeren Matrikel S. xxiibeschrieben. Es genügt hier, auf das dort Gesagte zu verweisen. Die Form der Eintragungen wargegen Ende des Bandes im Gegensätze zu den Eintragungen der früheren Semester sehr einfachgeworden. War die Ueberschrift im Laufe der Zeit so zusammongeschrumpft, daß sie lediglicli imNamen des Rectors bestand, der in die den Eintragungen vorangehende Spalte flüchtig vomSchreiber vermerkt wurde, so war man im W. 1702 wieder dazu übergegangen, über die ersteColumne der Semestereintragung wenigstens den Namen, die Würde und die Angabe der von demRector bekleideten Professur zu setzen. Weiter ging man unter dem Rectorat des Johann BurchardMencke im S. 1719. Man ließ jetzt die kurze Ueberschrift jedes Semesters über die Breite desersten Blattes der Semestereintragungen hinweglaufen und machte damit besser ersichtlich, daß einneues Semester beginne.
Die Eintragungen wurden seit dem W. 1700 gewöhnlich derart vorgenommen, daß mandrei Gruppen bildete, die Depositi, die Depositi et promittentes und dio Promittentes, und inner-halb jeder Gruppe die Inscribirtcn nach Nationen, und in diesen alphabetisch nach dem Vornamengeordnet, nannte. Von diesem Brauche wurde im W. 1715 unter dem Rectorat des GottlobFriedrich Jcnichen wieder abgewichen. Es wurden drei Gruppen, 1. Depositi, 2. Depositi etpromittentes, 3. Inscripti et promittentes, gebildet und innerhalb jeder Gruppe die Eintragungennach Nationen, innerhalb jeder Nation nach dem Tage der Aufnahme geordnet. Das Datum wurde,was früher niemals der Fall gewesen war, in die dem Namen vorausgehende Spalte eingesetzt.Diese Neuerung fand zunächst keinen Beifall. Die folgenden Rectoren haben sich zwar zum Tlieilder Bezeichnung Inscripti promittentes anstatt der Promittentes bedient und damit die Studirendcn,die schon in früherer Zeit deponirt hatten, schärfer von den Depositi et promittentes geschieden,haben auch zum Tlieil an der Theilung in Gruppen festgehalten und diese in die Nationen gotheilt,die andern aber haben die Eintragungen nach Nationen stattfinden lassen und in diesen nach denGruppen der Depositi, Depositi et promittentes und Promittentes geschieden, alle aber sind zuder alphabetischen Anordnung der Eintragungen zurückgekehrt.
Die verschiedene Form der Eintragung erschwerte die Uebersicht, wenn es galt, einenNamen aufzufinden, ganz außerordentlich. Das Zweckmäßigste war jedenfalls, wenn man, wie