8 Die Berlin-Stettiner Eisenbahn.
In der Pfarrkirche zu Buch befindet sich das mar-morne Denkmal deS Ministers von Viereck, der imI. 1726 diese Kirche erbauen ließ. — Hinter diesem letz-ten Orte macht die Bahn einen leichten Bogen undgeht dann gerade auf das Städtchen Bernau zu.
Der Bahnhof dieser ersten Station befindetsich eine kleine Viertelstunde von Bernau. Die Stadthat ZWO Einwohner und soll im Jahre 1144 vomersten Markgrafen von Brandenburg, Albrecht demBären, gegründet morden sein; Otto III, kaufte sieim I. 1260 von einem der Herzöge von Mecklenburg-Schwerin, welchem die Stadt bald nach ihrer Grün-dung zugefallen war. Sie hat im Mittelalter, vorzüg-lich im 14. Jahrhundert eine nicht unbedeutende Rollegespielt. Der Probst Nicolaus von Bernau war es,welcher, ein Feind des damals über die Mark Bran-denburg herrschenden Bairischcn Hauses, es mit demHerzoge Rudolph von Sachsen hielt, um ihm zurHerrschaft der Mark zu verhelfen. Wegen dieser feind-lichen Absichten wurde er, als er in der Marienkirchezu Berlin im Jahre 1336 predigte, daselbst auf demneuen Markte verbrannt und Berlin in Folge dessenmit dem Bannfluche bestraft, welcher 28 Jahre hin-durch die Stadt traf. Besonders berühmt wurde Ber-nau im Hussitenkriege, Kurfürst Friedrich I. war1431 als Feldherr der Rcichsarmee gegen die Hussitennach Böhmen gezogen, und kehrte geschlagen nachDeutschland zurück. Bernau allein widerstand dem An-dränge der Hussiten, deren Absicht, die Mauern Ber-nau's zu erklimmen, dadurch vereitelt wurde, daß ihnendie Bürger heißen Brei und siedendes Wasser auf dieKöpfe gössen. Während dessen kam Kurfürst Frie-drich I. mit seinem Sohne Johann herbei, und ver-trieb abermals mit Hülfe der Bernauer die Feinde.