Die Berlin-Stettiner Eisenbahn. 7
Die Bahn beträgt in ihrer Gesammtlänge 36,923preuß. Ruthen, oder circa 17^ Meilen. Der ersteSpatenstich zur Ausführung geschah am 3. August 1843.Am 1. August 1842 wurde die Bahn von Berlinbis Neustadt-Eberswalde eröffnet.
Wir macheu die Fahrt oon Berlin aus und ha-ben uns zu diesem Zwecke nach dem Bahnhofe, vordem Oranienburger Thore in der Invaliden-Straße begeben.
Die Bahn macht bald nach ihrem Austritte ausdem Bahnhofe, gleichsam als wolle ste sich dem Sand-meere des Wed ding entwinden, eine bedeutende Krüm-mung, bis sie zu dem Vergnügungsort, dem Louisen-brunnen, gelangt. Dieses freundliche Thal tauchtplötzlich aus dem Sande hervor. Die Quelle desBrunnens wurde von König Friedrich I. im I. 1731auf der Jagd entdeckt. Der König fand das Wasservorzüglich kräftig, und ließ die Quelle ärztlich unter-suchen, was durch die Inschrift auf einer steinernenTafel in der die Quelle umgebenden Halle angedeutetwird. Im Jahre 1799 erhielt daS hier angelegte Badzu Ehren der hochseligen Königin de» Namen „Loui-senbad." In ziemlich gerader Linie führt die Bahnvon hier bei den Dörfern Pankow (wo sie die Ber-lin-Pankower Chaussee und hinter diesem Dorfe dieVerlin-Penzlauer Chaussee durchschneidet), Blan-kenberg und Buch vorbei. Pankow (1 Meile vonBerlin) ist ein sehr beliebter Vergnügungen der Ber-liner, und steht durch eine Allee mit Schönhausen,einem freundlichen Dorfe mit einem von König Frie-drich I. erbautem Lustschlosse und sehr schönem Parke,in Verbindung. Auf dem Kirchbofe zu Pankow ruhtder berühmte Komiker Schmelka. Alljährlich wirdhier ein Volksfest, „das Fliegen fest", gefeiert. —