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2 (1909) Die Immatrikulationen vom Wintersemester 1634 bis zum Sommersemester 1709
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Zum Theil waren diese Baccalarien, ehe sie vereidigt wurden, schon recht lange deponirt. Rechnetman ihr Studium von der Vereidigung ab, so erhält man eine durchschnittliche Dauer von 4 x / 2Semestern.

In demselben Semester, am 29. I. 1674 erwarben 19 Baccalarien den Magistergrad. Davonhatte einer 10, zwei 7, einer 6, vier 5, vier 4, drei 3, drei 2 und einer 1 Semester gebraucht, umdie Baccalariatswürde zu erreichen, im Durchschnitt also ungefähr 4 1 / 2 Semester. Um Magisterzu werden haben sie eine verschiedene Anzahl von Semestern an der Universität zugebracht:einer 10, sieben 5, vier 4, fünf 3 und zwei 2 Semester. Man erhält daher eine Durchschnittszahlvon 4 bis nahezu 5 Semestern, für die ganze Studienzeit also beinahe 9 Semester. Im Allgemeinenhat sich, wie zahlreiche Nachprüfungen mir ergeben haben, die durchschnittliche Studienzeit derer,die die Magisterwürde erwarben, im 17. Jahrhundert auf 69 Semester erstreckt.

II. Die oberen Facultäteii. 1. Die Handschriften. Die Promotionen der theologischenFacultät sind bis zum Jahre 1643 dem Liber facultatis theologicae entnommen worden, das vonmir in der Einleitung zum 2. Bande der älteren Matrikel eingehend beschrieben worden ist. x )Die folgenden Promotionen vom 30. April 1650 an habe ich den Collectaneen entlehnt, die derMagister Wilhelm Ferdinand Vetter, Notar und Offizial der Iuristenfacultät, für die theologischeFacultät verfaßte und am 22. November 1789 den Professoren Rosenmüller, Burscher, Morus undHempel widmete. Ueber diese Handschrift, die unter der Signatur F 5 im Archiv der theologischenFacultät aufbewahrt wird, hatZarncke 2 ) ausführlich gehandelt. Vetters Collectaneen sind, wo es sichum die Listen der Promovirten handelt, im Großen und Ganzen zuverlässig. Freilich waren seineVorlagen nicht immer lückenlos und genau. Hinsichtlich der Promotionen der Juristenfacultät binich den von mir im 2. Bande der älteren Matrikel beschriebenen Handschriften gefolgt. 3 ) Eben sowenig wie die theologischen lassen sich die juristischen Promotionen lückenlos für die Zeit bis 1709anführen. Schlimmer noch ist es um die Angaben der medicinischen Facultät bestellt. Die vonmir in der Einleitung zum 2. Bande der älteren Matrikel angeführten Handschriften, ferner einigehandschriftliche, im Archiv der medicinischen Facultät aufbewahrten Promotionsprogramme gebenfür das 17. Jahrhundert einige wenige Namen an. Erst für die Jahre 16941699 und für denS. 1703 gelang es mir, noch einzelne Promotionen von Baccalarien der Medicin zu Licentiatenfestzustellen. Für die genannten Jahre haben sich die Prokanzellariatsacten der MerseburgerRegierung erhalten. Sie finden sich im Königl. Staatsarchiv zu Magdeburg unter der SignaturSachsen 247 XI. 8 Diplomata Procancellariatus facultatis medicae Lipsiensis. Enthalten sind inihnen die Gesuche der medicinischen Facultät an die Stiftsregierung, in denen regelmäßig derName des Candidaten, der sich um die Licenz bewarb, genannt und zugleich die Bestätigung desin dem Gesuche angeführten Prokanzellars für die in Aussicht stehende Prüfung erbeten wurde.Nach den beiliegenden Antworten erfolgte die Bestätigung des Prokanzellars nur wenige Tagenach Einlaufen des Gesuchs. Die Prüfung ließ nicht lange auf sich warten. Unmittelbar darauferfolgte die Doctorpromotion, zu der eine erneute Prüfung nicht erforderlich war. Esmuß immer angenommen werden, daß die Licentiaten der Medicin auch alsbald zu Doctorenpromovirt wurden. Zu bemerken ist, daß nicht selten der medicinische Doctorgradin absentiaerworben wurde. Natürlich handelte es sich dabei nur um den bloßen Titel. Ein Anrecht aufeinen Platz unter den Doctoren der Facultät gab in diesem Fall der Grad nicht.

2. Die Zahl der Promotionen. Die jährlich vorgenommenen Promotionen sind ausder III. Tabelle am Schlüsse der Einleitung zu ersehen.

1 ) Erler, Die Matrikel der Universität Leipzig (Leipzig 1897) II, Seite XIII.

2 ) Die urkundlichen Quellen zur Geschichte der Universität Leipzig in den ersten Jahren ihres Bestehens.Abhandl. der lhilolog.-IIistor. Classe der K. S. Gesellsch. der Wissenschaften (Leipzig 1857) II, Seite 897.

3 ) A. a. 0. Seite XXVI.