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2 (1909) Die Immatrikulationen vom Wintersemester 1634 bis zum Sommersemester 1709
Entstehung
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Philipp Müller, der G5 Jahre alt, seit 41 Jahren Assessor der Faciütät und seit 35 Jahren Professorder Physik und Mathematik war. Gegen Schluß des Jahrhunderts zeigt sich in den Ueberschriftender Semester im Großen und Ganzen das Streben nach größerer Kürze.

Der Semestereinleitung und Nennung des Decans folgt die Anführung der Namen derdrei Executoren, der zwei Clavigeri und der Examinatoren.

3. Die Promotionslisten. Bei weitem am wichtigsten sind unter den Aufzeichnungendes Decans für uns die Verzeichnisse der Promovirten. An die Nennung der durch das Loos fürjede Prüfung bestimmten vier Examinatoren, unter denen jede Nation vertreten sein mußte, schließtsich im Sommersemester der Bericht über die zwei Baccalariatsprüfungencirca solstitium aestivumundad aequinoctium autumnale, im Winter der über die Magisterprüfungcirca brumam und dieBaccalariatspriifungcirca aequinoctium vernum an. Wie in früherer Zeit erfolgte Anfangs dieRenuntiation der Baccalarien des Sommers der Regel nach im Juli und Anfang October, die derMagister Ende Januar oder im Beginn des Februar, der Baccalarien des Winters im März oderApril. Doch fielen wegen ansteckender Krankheit oder Kriegsgefahr die Prüfungen zuweilenaus oder wurden auf spätere Zeit verschoben. So heißt es zum Winter 1G36, daß die Candidatendes Magisteriums schon am 2G. Januar 1637 für würdig dieses Grades erklärt wurden, aber wegender Belagerung der Stadt durch die Schweden unter Banner erst am 20. April feierlichpromovirt werden konnten, und daß aus demselben Grunde das Baccalariatsexamen ausfiel.Zum S. 1637 bemerkt der Decan, daß eine zweite Baccalariatsprüfung wegen Auftretens eineransteckenden Krankheit und der Flucht der Studirenden nicht zu Stande kam. Die Frühjahrs-promotion der Baccalarien im W. 1637 mußte wieder wegen der kriegerischen Wirren ausfallen.Die feierliche Renuntiation der Magister wurde im W. 1642 wegen der Belagerung der Stadtdurch die Schweden unter Banner auf den 13. April 1643 verschoben. Im W. 1645 konntewieder des Krieges halber nicht die Frühjahrsprüfung der Baccalarien abgehalten werden.Zum S. 1706 endlich bemerkt der Decan, daß die Herbstpromotion wegen des Einfalls derSchweden unterbleiben mußte.

Abgesehen aber von diesen durch äußere Ereignisse herbeigeführten Unregelmäßigkeiten,trat mit der Zeit eine Verschiebung in den Terminen ein. Etwa seit 1660 fiel die erste Baccalarien-prüfung erst häufiger, dann regelmäßig aus. Die zweite aber, die im Herbst stattfinden und vorBeginn des Wintersemesters abgeschlossen sein sollte, wurde regelmäßig bis in den Winterverschoben und endete erst im November mit der Renunciation. Seit dem S. 1681 galt als Regel,daß im Sommer überhaupt keine Promotion mehr vorgenommen wurde und im Winter außer derMagisterpromotion zwei Baccalarienpromotionen, die eine im November oder December, dieandere im März stattfand. Die letztere kam freilich statt im April, wie sie sollte, häufig erst imMai, ja im Juni zum Abschluß. War es früher schon Sitte gewesen, daß der Decan, der einePrüfung einleitete, sie, wenn sie hinausgeschoben wurde, unter seinem Nachfolger als Exdecan zuEnde führte, so mußte jetzt dafür gesorgt werden, daß der Decan und die Examinatoren desSommers, die nur noch die Herbstprüfung zu leiten hatten, für den Ausfall der Gebühren Ent-schädigung erhielten, zumal die Einnahmen aus den Baccalariatsprüfun gen an sich geringer warenals die aus den Magisterprüfungen und durch den immer mehr einreißenden Brauch, Baccalariatund Magisterium zusammen zu erwerben, noch vermindert werden mußten. Es kam daher imW. 1653, wie der Decan zu den Eintragungen dieses Semesters bemerkt, zu einem wichtigenBeschluß, der dahin ging, daß dem Decan und den Examinatoren des Sommersemesters auch dieFrühlingspromotion, am Ende des Wintersemesters, überlassen und der Decan und die Exami-natoren des Wintersemesters auf die Magisterpromotion beschränkt wurden. Die Eintragungen derBaccalarien des Wintersemesters hat man zum Theil nachträglich bei dem vorhergehendenSommersemester bewirkt. Die Unübersichtlichkeit, die hierdurch herbeigeführt wurde, hat zur

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