Druckschrift 
2 (1909) Die Immatrikulationen vom Wintersemester 1634 bis zum Sommersemester 1709
Entstehung
Seite
XXXIX
Einzelbild herunterladen
 

XXXIX

Dazu die Unterschrift:

Admirationi suae satisfacturus scribit Christianus Weise,

Gymnasii Zittav. Red. Christian Romstet sculpsit.

Unter den Eintragungen des Decans Joli. Ilnr. Ernesti zu S. 1700 findet sich ein Bild-werk. Fliegende Putte, Posaune blasend. An der Posaune Banner mit Aufschrift: Gloria inexcelsis Deo. Zu W. 1700 endlich gehört ein die ganze Seite füllendes Bild. Obelisk, auf viergoldenen Kugeln stehend, über einem würfelförmigen Unterbau. Der Obelisk, gekrönt durcheinen Januskopf. Unter dem Obelisk: Moderatore Domino Deo. Am Schlüsse der Eintragungeine Vase in barocker Blumenumrahmung. Darunter liest man:

Multa tuli in vita miseranda et tristitia, Iesu,

Fata mihi tandem fac meliora fluant.

Endlich ist noch die Einleitung zum Decanat des Hieron. Dicelius im W. 1708 mit einemBildwerk geschmückt. Zwei geflügelte Putten halten in der einen Hand Palmzweige, in derandern ein Spruchband mit der Legende:

Soli Deo Gloria .

Der vierte Band der Matrikel schließt mit dem W. 1717.

2. Die Form der Eintragungen ist in der Zeit von W. 1634 S. 1709 dieselbe ge-blieben, wie in der Zeit vorher. Auf die Einleitung, in der sich der jedes Semester im Wandelder Nationen wechselnde Decan nennt 1 ), folgen die beiden Clavigeri, die regelmäßig nach demAmtsalter mit Berücksichtigung der Nation gewählt 2 ), und die drei Executoren, die ebenfallsunter Berücksichtigung der Nation ausgeloost wurden. 3 ) Alsdann werden die Prüfungsterminemit den aus den vier Nationen durch das Loos erwählten Examinatoren, bei der Magisterprüfungauch der Prokanzellar genannt. Hierauf folgten unter jedem Prüfungstermin die Listen der Candi-daten, die Angabe, daß ihnen die erbetene Würde verliehen wurde, und in der Regel auchder Tag, an dem dies geschehen ist, wie auch der Name des Renuntiators oder Promotors. DenSchluß bilden die Berichte über die wichtigsten Beschlüsse der beiden jährlichen Convente vonS. Aegidius und von S. Gregor über die Wahlen der Praefecti depositionis, der Stipendien-inspectoren, ferner über die Aufnahme in das Concilium der Facultät, über Beurlaubung vonProfessoren, die Stellungen auswärts einnahmen, aber die Rückkehr in ihr Universitätsamt sichvorbehielten, gelegentlich auch über Veränderungen in der Besetzung der Professuren, über dieErnennung zum Assessor der Facultät, über die Haltung der zwei Disputationen, durch die mansich zum academischen Lehramt habilitirte, und über die Aufnahme fremder Magister, die sichdurch eine Disputation ihren Platz unter den Leipziger Magistern erwerben mußten.

Die Semestereinträge werden in der Regel durch einen Sinnspruch eingeleitet und ge-schlossen. So findet sich über der Einleitung: ,,Aw rep #«p,Cum Deo,Deo benevolente,Iesufortunante,Christo feliciter fortunante,Altissimi gubernante humanitate,Moderante Iehovatriuno, Volente Altissimo,Auspice Iesu,Iuvante Deo,Iesu nostro redemptore iuvante, Virtute Altissimi,Deo pii'opitio,Moderatore Homine Deo,Deo annuente, und anderederartige Devotionsformeln. Auch hebräische Worte werden über die Eintragung gesetzt.Am Schlüsse lesen wir:ö'oja rep TQiaayh\>.Tunc suus ex merito quemque tuetur honos,

) Nicht immer war jede Nation im Stande, den Decan zn stellen, seitdem die Universität überwiegend vonLandeskindern besucht wurde. Im W. 1684 erscheint der Meißner Joachim Feiler, obwohl die bayrische Nation An-spruch auf das Decanat hatte, als Decan. Er warBavarizatus.

2 ) So heißt es hei Aufzählung der Clavigeri S. 1675:(inline exigenie, S. 1679:ordine, W. 1679:secundumordinem, W. 1678:per suffragia.

) Bei der Anführung der Executoren wird häufig der Loosung Erwähnung gethan, z. B. S. 1675, W. 1678,

S. 1679.