Am 28. Okt. ^8^9 wurde sein achtzigster Geburtstag gefeiert; dazu schrieb Aoß:lvie mancher schöne Denkstein steht an Deinem Lebenswege; ich will nur zweierwähnen: Der eine ist das Ghe-, der andere das Gesnndheitsdenkmal. Der erste wurdeerrichtet, als Gott Dir Deine Lebensgefährtin zuführte, die durch ihre geistige Bildung,ihre ungeschminkte Frömmigkeit, durch ihre treue Liebe, durch ihre Atarien-Demnt undAkartha-Gorgsaiilkeit Dein Leben, Deine Freuden gehoben, Deine borgen erleichterthat. Das zweite Utonnment ist Dein Gesnndheitsstein. In Deinen jnngern Iahrenwar Deine Gesundheit oft wankend, und Aörperleidsn verstimmten oft Dein Gemüt.Aber siehe! 'velch ein kräftiger Daum ist die zarte pflanze geworden! Diele zllDeiner Aechten und Linken hat der Gtnrin gefället, oder sind durch äußere oder innereSchäden ausgegangen, und Dil stehst da in Deinem 80. Lebensjahr eine kräftige Giche,die allen stürmen getrotzt hat.
Ich freue mich, daß wir uns so lange — über ein halbes Jahrhundertlieb gehabt und außer dein berühmten halbviertelstündigeil streit über den ausgerissenenGchirlingsstranch an der Decke stets herzliche Gintracht unter uns gewaltet hat.
In dieser Zeit des Höhepunkts im Familienleben wurde am 26. Oktober l85ldie goldeile bjochzeit der Großeltern wie ein städtisches Iest gefeiert.
Am Vorabend brachten die Arbeiter ein Gtändchen, bei dem sie sangen: AleinDater, Deine Gnade n. f. w. und Dallelnja! Gott zu loben, bleibe meiner GeelenIrend'! Gbenso am Atorgcn des Iesttages, wo sie schlössen mit dein Gborai: Lobeden Derril. Außerdem gaben sie ihrer Verehrung durch die Stiftung eines silbernen jOokalsAusdruck. Derselbe wird jetzt aufbewahrt von Julius und Louis lvmtgens in Grefeld.
Am zweiten Tage wurde ihnen am Pünderich ein Iest gegeben, wo alt undjung, der Iabrikherr »lit seiner Iamilie und seiilen Irennden, das Dienstpersonalerschien nnd bewirtet wurde und zu gemeinsamem Tanze sich vereinigte. Aoß kündigtesich mit folgendem schreiben an:
Daß Du am 26. Oktober Deine goldene Dochzeit feierst, hat mir Iritz ge-schrieben, llild seitdem singe ich wie Du vor 50 Iahren, als Du mich besuchtest: „Ichhabe meinen pAan gemacht." Der Deinige war, mit mir nach Därmen zu reisen,um die nähere Dekanntscbast mit ^Henriette Gpbel zu »lachen, und der meinige ist, aufGnrer goldeilen lhochzeit an Tnrer Geile zu sein. An diesem pAan kann ich mich innächtlichen schlaflosen Gtnnden so ergötzen, daß mir die Träneil in den Augen stehen . . .Aber ob ich ihn realisieren kann, das ist die Irage. Ich habe seit Jahr und Tag sehrabgenommen; im vorigeil 'Vinter habe ich so viel an Drnst und Unterleib gelitten, daßich nicht gedacht habe, den Frühling zu erleben . . . Aber ich möchte doch gar zu gerndie goldeile Dochzeit mit Glich seiern. Atehr als 50 Jahre habeil wir uns so herzlichlieb gehabt und Irend und Leid miteinander geteilt, und es wird mir sehr viel fehlen,
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