wie oben erwähnt, blieb im O. Jahrhundert der Bürgermeister nur einJahr im Amt' es war ein Ehrenamt, für dessen Verwaltung eine nur geringe Ver-gütung gezahlt wurde; doch gab es reichliche Diäten.
Als nun Friedrich Wilhelm I. den jährlichen Wechsel aufhob, wurde demPennrich wintgens, dem (»Hein: des Bosrats, die Stadtverwaltung weiter als Ehren-amt anvertraut. Das sieht man daraus, daß ihm bei wegsall aller Bebeneinkünstenur )00 rr bewilligt wurden, während der sparsame König für den Tekretarius200 rr bestiinmte; von diesen: nahm er offenbar an, daß er seine ganze Tätigkeit derTtadt widmen und demgemäß ein ausreichendes Gehalt beziehen müsse. Allmählichänderten sich die Zeiten und Verhältnisse. Nachdem Johann Gerhard Keller gestorbenwar, der noch in den alten Verhältnissen ausgewachsen war, galt auch der Ober-bürgermeister lediglich als Beamter luicht alle andern Wagistratsmitglieder; denn derzweite Bürgermeister war auch Postmeister und Direktor des Adreß-Tomptoirs). Da-her wurden auch dem Tchaumburg, dem Nachfolger Kellers, sofort 200 rr bewilligt;1767 wurden, wie schon oben erwähnt, noch Ol) rr jährlich für den Oberbürgermeisterbestimmt, die er nach dem Tode Tchaumburgs erhalten sollte. Aber obwohl diesernoch bis l785 gelebt hat, erhielt der posrat schon 1,773 300 rr und noch einigegeringe Tmolumente von 8—» rr. Diese Tumme mochte damals für einen ivcht zugroßen Paushalt ausreichen. 5 Professoren erhielten 1773 i?ur 270 rr und die nichtbedeutenden Tollegiengelder; tieidensorst, bereits 32 Jahre im Dienst, 370 rr, dersenior der juristischen Fakultät ebensoviel; zwei Theologen Hl)» rr. Der Rektor desGrmnasiums nebst freier lvohnung nur 180 rr uud etwas Schulgeld; natürlichinußte er durch 2lusuahme von Zöglingen sein Tinkommen zu vermehren suchen.Die Prediger erhielten zu der Zeit 30» rr, allerdings nebst freier Wohnung; aberda das Gehalt bis gegen Tnde des Jahrhunderts nicht erhöht wurde — erst 17Z8wurde es aus H3I rr gesetzt — so hat es für den Gberbürgerineister zweifellos nichthingereicht, um die Ausgaben zu decken. Denn inzwischen war eine große Preis-steigerung eingetreten: 1805 wurde dem Prof. Krummacher eine Predigerstellemit 60» rr Gehalt angeboten, aber er lehnte sie, als nicht auskömmlich, ab, trotzdemer fort wollte; er müßte gegen 1000 rr haben. Auch sehen wir, daß die Kinderdes Bosrats bei ihrer Trbteiluug die Grundstücke und Waldhusen, welche er 1757bei der Teilung mit seinem Bruder erhalten hatte, ineist zun: vierfachen wert ansetzten.
Demnach hat der posrat offenbar seinem vaterlande große Opfer gebracht.Das wurde ihn: als einen: Akanne der friedericianischen Zeit nicht schwer, wie stolzer aus sein Preußen war, das sehen wir aus einen: schreiben an die Regierung vomJahre sc»2, in den: er sich gegenüber der Klage des Grasen Tpee, daß die wildenPferds von Duisburgern geschädigt würden, darüber beschwerte, daß den Bewohnern vom