Druckschrift 
Geschichte der Familie Wintgens von Wintgenshof zu Duissern bei Duisburg : im Auftrage Julius und Ludwig Wintgens
Entstehung
Seite
31
Einzelbild herunterladen
 

und des Preises der umliegenden Grte den preis festzusetzen. Ehe ein Euer ge-schlachtet wilrde, mntzte es eine Stllilde an der Scharm (der öffentlichen Fleischbank)allsgestellt werden, um von den Marktmeistern geprüft zu werden (nachher besichtigtees dervennekieker", der es auf Hinnen untersuchte). (632 wurde ihm die Accise-erhebllug (Schlacht- uild Akahlstelier liud verzolluilg der eingeführten Maren), diegewöhnlich an den Meistbietenden verpachtet wurde, übertragen. Dafür wurden ihm70 Daler (( Dalsr nach heutigem Gelde etwa 3,(5 A(k.) bewilligt. Die Geschäftsführungfand solchen Beifall, datz er für das folgende Jahr denselben Auftrag erhielt. ZurBesichtigung der ballfälligen Mühle, der Schlachten und Rribben an Ruhr undRhein, zur Abschätzung des den Pächtern der Gemeindegüter vom Heinde oder vomUnwetter zugefügten Schadens, zur Begutachtung der von Vormündern abgelegtenRechnungeil, zur Untersuchung der finanziellen trage der Stadt, kurz zu allen vor-kommenden Geschäften wurde er deputiert; 29 uml war er Pate; er war zeitweiseÄltester und Rirchenmeister an der Salvatorkirche; wollten wir seine Tätigkeit für diepolitische Gemeinde vollständig schildern, so müßten wir die ereignisreiche Geschichteder Stadt Duisburg in jener Jeit hier darstellen.

Nachdem im Jahre (629 (vergl. S. 22.) die Spanier ausgezogen waren,besetzteil die Niederländer die Stadt; sie versaheil sie mit neuen Befestigungen, ver-ließen sie aber wieder «lach einer zwischen den streitenden Parteien herbeigeführtenVereinigung am 3(. März (630 Etwas über ein Hahr war sie frei, da wurden dieEinwohner vou neuem durch heraunahendes Rriegsheer erschreckt. Pappenheim zogim August (632 von der Elbe über den Rhein, um das von den Holländern belagerteMastricht zu eutsetzen. Das gelang ihm ,licht, die Stadt ergab sich am 23. Augustden Biederländern; drauf kehrte er über deu Rhein zurück und lagerte anfangs Septembereinige Tage bei und in Ruhrort. Tr ließ am 4. Sept. die Aufforderung an dieStadt Dnisburg ergeheil, ihm die Tore zu eröffnen. Trotzdem die Bürger in dergrößten Angst lebteil, und trotzdem eine Verteidigung kaum möglich gewesen wäre,wurde das Gesuch abgeschlageu; aber man gab außer einigen persönlichen Geschenken(300 Daler, 3000 Pfund Brot und 30 Tonnen Bier.

Schon als Pappeilheim Ende Huli nach Mastricht zog, verbreitete sich in derStadt das Gerücht, der frühere Bürgermeister Höh. Dorn und der StadtrentmeisterMichael wintgens hätten bei Pappenheim Befreiung von Einquartierung für sich

nachgesucht uud erhalteil.

Und iil der Tat scheint es so, daß ein dahin zielendes Gesuch von einem inder Stadt lebenden Spanier Don Harme von Allemand ergangeil und eine zusagendeAntwort erfolgt war. Die beiden wurden am 3(. Huli von Rat und Sechzehnernzur Rede gestellt; aber sie leisteten deu Tid,daß sie weder selbst, noch durch einen

Zl