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Geschichte von Arenberg, Salm und Leyen : 1789 - 1815
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Haltung des Fürst-Primas.

stehenden Rechte die Konskriptionsliste ein und auf den 26, Juni wurdeder Rekrutenzug" anberaumt. Am 26. Juni kamen die nassauischenBeamten wieder nach Nievern, wo man von 61 erschienenen Burschensechs durchs Spiel zum Militär nahm. Da die Söhne Grisars undLabontts bei dem Rekrutenzuge frei blieben, erschien dies Etscheid einezweifellose Bestätigung seiner Ansicht, beide hätten Nassau den Siegerleichtert, wie er überhaupt oft über ihre Willfährigkeit gegen Nassauklagte i. Die herzogliche Administrationskommission blieb bei ihremSystem in Nievern und es half dem Fürsten Philipp wenig, daß aucher nicht nachgeben wollte und ein neues Memoire am 30. August 1807nach Paris schickte Der Streit begegnet uns auch in den folgendenJahren.

Und auch der Fürst-Primas konnte seinem Neffen dabei nicht helfen,auch nicht bei dem Wunsche Philipps, mit dem primatischen FürstentumNegensburg für seine Verluste entschädigt zu werden. Er schrieb ihmeinmalHier ist das Resultat meiner Erwägungen. Der großeMann, welcher die Anarchie aufhielt, stellte die Religion wieder her,bewahrte Europa vor der Invasion der nordischen Völker; er ist dasOrgan der Vorsehung, uns und unserem Vaterland von Nutzen, wenndie Zeit dazu kommt. Mit meinen schwachen Mitteln werde ich seineAbsichten unterstützen, nie werde ich von ihm etwas fordern. DiePflicht erlaubt mir nicht, über das Fürstentum Regensburg zu ver-fügen, außer allein wenn der Kaiser erklären sollte, dieser Besitz seimit dem Primate, das weder von Österreich noch von Bayern beein-flußt werden soll, unverträglich. Während Deutschland noch unterder politischen Unordnung seufzt, erlaubt die Ehre mir nicht, Regens-burg für meine Familie anzunehmen. Dieser Anschein von Egoismuswürde mir das Vertrauen meiner Landsleute rauben. Als guter Ver-wandter liebe ich Dich, mein lieber Neffe, die Leyen und unsereVettern Dalberg; ich werde suchen, mir Mittel zu verschaffen, umdurch weise Ökonomie meinen Verwandten nützlich zu sein. Obwohlmeine Entschließungen durch die seit lange meinem Charakter gegebenePrägung unwandelbar sind, so bin ich nicht weniger empfänglich für

^ Etscheid starb am 4. Dezember 1807. Er verwaltete seit 1786 das AmtNievern.

- Etscheid an Philipp, 24. September 1807. (O.> e.)

° Frankfurt, 12. November 1807. (K. H.W.)