Philipps Promemoria von 1795, 31.1
Francis Barthöleiny beschied sie aussichtslos ihre Geldnot war sogroß wie die ihres Sohnes, der den befreiten Geiseln, die nach demLehenschen zurückkamen, keine Hilfe leisten konnte. Seybert rietPhilipp, sich direkt an den Kaiser und an den König von Preußenzu wenden, und Freiherr von Hardenberg, der für Preußen am 5. April1795 zu Basel mit Frankreich Frieden geschlossen hatte, versicherteCordier am 11. April 2, der König habe sein Augenmerk patriotischauf Wohl und Interesse seiner Reichsmitstände gerichtet. Cordier riefSehbert zu^: „Gott verhelfe den Ständen jenseits des Rheins wiederzu ihren Landen. Das wird wohl der beste und einzige Ersatz sein.Denn das ruinierte Geraubte zu ersetzen, ist leider! nach dem euro-päischen Völkerrecht nicht üblich und auch wohl . . . unmöglich."Hessen-Kassel schloß in Basel am 28. August ebenfalls mit Frank-reich Frieden, Salm wandte sich durch Fürst Colloredo an den Kaiser,dachte aber auch, Noöl nach Basel zu schicken, und Graf Philippkonnte in Wien, wo Baron Thugut an der Spitze war, selbst Schrittetun. Aus Wien übersandte Philipp am 18. Juni 1795 an den Kaiserund an den Reichstag ein weitläufiges Promemoria ' seiner „hartenund kaum zu beschreibenden auf einige Millionen ansteigenden Schäden,Bedrückungen und Vergewaltigungen". Er hatte seit dem Rückzügeder alliierten Truppen 1794 alle linksrheinischen Besitzungen Aden-dorf, Saffig, die zu den Kellereien in Mainz, Oberwesel, Boppard,Koblenz, Trier, Bernkastel, Pommern, Gondorf, Rothberg und Kölngehörigen Güter mit allen Einkünften eingebüßt und allein an Ein-künften für 1794 gegen 140 000 Gulden verloren. Das Promemoriagelangte in Regensburg am 13. Juli zur Diktatur; „die Beschädi-gungen zu spezifizieren ist um so unmöglicher", schrieb Seybert anCordier „als solche täglich vermehrt werden". Friedrich Wilhelm II.erklärte das Promemoria zu einer Komitialerörterung nicht geeignetund befahl ^ dem Grafen Görtz, seinem Reichstagsgesandten, sich wie
' Basel, 25. Januar 1795. (O. H.W.) - H zg
' Wetzlar. 23. April 1795. (O. Nr. 5462, e.)
^ Gedruckt. betr. die Entschädigungsforderung de? regierenden Grafen
von der Leyen und Hohen-Gcroldseck über die während dem Kriege mit Frankreicherlittenen Schäden. 1795—1816. Ii. 8. Nr. 62». (G.St.B.)
° Limburg, 20. Juli 1795. (O. H.W.)
" Berlin, 9. August 1795.