Die Franzosen fallen ein. Übergriffe.
10. Juni 1791 bestätigte Dekret der Nationalversammlung vom7. Juni i große Abstriche an den Herren- und Grundrenten des leyen-schen Hauses gemacht, so besetzten die Franzosen trotz hochtrabenderVersicherungen, womit sie ja nicht sparten, am 1. Februar 1793 dasOberamt Blieskastel, die Ämter Oberkirch, Münchweiler und Otterbachund bald darauf die Herrschaft Burweiler — alles als Reichsgebiet;auch nach der Erklärung des Rcichskrieges blieb Lehen neutral undstellte keine Truppen zum Neichsheere; trotzdem beschlagnahmten „dieBefreier" alle Herrschaftskassen, trieben enorme Lieferungen ein, suchtendie Untertanen französisch zu machen und predigten „die Freiheit derSatanase", wie Lavater sagte. Die Mosellegion stahl wie die Raben,die Offiziere in ihr zitterten vor ihren Leuten; das Bliestal wurdegesperrt, in Blieskastel hausten gegen 7000 Mann fast zehn Monate,alles fortnehmend und zerstörend. Marianne sah sich bitter enttäuschtüber ihre „Freunde". Bonqueton beklagte" die „ollsro eonoitozwuno",beschwor sie aber, dem Sturm zu trotzen, und riet ihr, selbst nachParis zu reisen, um vom Konvente und von der Exekutivgewalt Ent-schädigung zu fordern, oder jemanden hinzusenden, mit Geld in derTasche, „das sei das Mittel, sich Gehör zu verschaffen". Auf dieBitte ihrer Untertanen gab Marianne diesen ihr Ehrenwort sie nichtzu verlassen; anstatt des Sohns suchte sie zu vermitteln und hieltfünf Monate „täglich tausend Gefahren" stand. Es galt, die Fran-zosen in guter Laune zu erhalten, darum entließ sie ihre Truppen undlieferte ihre elf Kanonen, sechs Mörser und die Flinten aus wieein Erlaß des muroollul lls euiup Landrcmont aus Karlsberg vom7. März 1793 bezeugt^. Durch Konventsdekret vom 9./11. Mai 1793wurden alle linksrheinischen Güter der deutschen Fürsten mit Kriegs-sequester belegt, Blieskastel hatte Wein, Brot, Holz und Licht zustellen, „die Bürgerin Marianne Lehen" lieferte Heu, Stroh undHafer und weil sie statt der geforderten 55 000 Gulden nur 24 750aufbringen konnte, nahmen die Rotten für den Rest die Saline Rül-
K. H.W.
2 Metz, 20. und 27. Februar, 8., 11. und 21. März, 22. April 1793.(O, e.)
^ Journal, s. o.
' Erster« wurden nach Metz, die Flinten nach Saargemllnd geschafft.- O. H.W.