1. Vor der Revolution.
Die Familie von der Leyen, früher de Petra, ist nicht, wie esoft geschah, mit einer Familie von Lehen zu verwechseln, die ihrenNamen von der Burg Lehen bei Rümmelsheim in der Nahegegendhatte und 1732 im Mannesstamme erlosch 968 begegnet unsSigismund a Petra auf dem Turniere in Magdeburg und 1170 nenntsich Emmerich zuerst nicht de Petra, sondern von der Lehen, was amRhein Schiefer bedeutet. Wahrscheinlich waren die Leyen ursprünglichDynasten; sie hatten von Anfang an den Vorrang vor allen im Trier-schen ansässigen Adelsgeschlechtern, Daß sie Autochthonen waren, be-zeugt schon ihr Wappen, die blaue Ley, eine Stapelware des Landes,mit dem senkrechten silbernen Pfahle in der Mittel Ihr Stammsitzwar Gondorf an der Mosel. Die durch Urkunden im fürstlichen Haus-archiv zu Waal belegte Stammreihe beginnt mit Werner I, von derLeyen, genannt zu Gontreve (Gondorf), laut Urkunde 1272 vermähltmit der Tochter des Earsilius von Arras s.
An Kirchenfürsten finden wir frühe Heinrich, 1145 bis 1164Bischof von Lüttich, Friedrich I, von Fels, 1220 Abt vonPrüm und Stablo, 1222 auch in Malmedy, bis 1245, undAdam, Bischof von Bethlehem, verstorben am 22, September1363 in Palästina.
Von Georg I. von der Lehen (1296) stammen alle späteren Leyenab, unter ihnen Werner (1387—1408), 1395 mit der Vogtei Gondorfbelehnt. Im Jahre 1444 belehnte der Kurfürst Jakob I. von Trier
' Chr. von Stramberg, Denkwürdiger und nützlicher Rheinischer Anti-quarius usw. Mittelrhein. II. Abteilung. Bd. 16. Koblenz 1869. Auszüge ausdem Bliesgaubuche von C. A. Woll im „Pfälzischen Museum", 1892 und 1893.
° Heutige Helmzier: weißer Windhundhals mit goldenem Halsband und roterZunge.
^ Nachricht des Fürsten von der Leyen, 5. September 1909.