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Geschichte von Arenberg, Salm und Leyen : 1789 - 1815
Entstehung
Seite
254
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Lätl AmaUenS Scheidezruß an Friedrich.

ich grolle nicht weiter darüber. In den Augen der Neligionsphilo-sophie und im Augenblicke, in dem man diese Welt verläßt, ist allesgleichgültig; wenn die Geführtin, die Du mit Deinem Lose verknüpfthast, achtungswert ist, wie ihr Betragen gegen Dich zu beweisenscheint, so laß uns über die Vergangenheit einen Schleier werfen.Ich danke dem Himmel nochmals, daß er Dir ein Wesen gegeben hat,das Dich liebt, das für Dich sorgt, wie ich es getan, wenn ich Dichnicht verlassen hätte.

Dein letzter Aufenthalt bei mir, liebes Kind, hat mir wohlgetan;er bezeugte nur Deine Zärtlichkeit, Deine Liebe zu mir, auf die zählenzu können ich fast nicht mehr wagte. Ich bestand darauf, Dich noch-mals zu sehen, weil ich fühlte, wie meine Gesundheit abnahm. . . .Mein Ende naht. Ich danke dem Himmel, daß ich nicht sterben mußte,bevor ich die Sache desjenigen sichergestellt, den ich erzog und denich als Erben der Zärtlichkeit und der Tugenden meines vielgeliebtenBruders betrachte.

Mein letzter Rat, liebes Kind, ist Dich zu veranlassen, Dumögest dem Dir eigenen Hange folgen, Dich uns anzunähern. Dubist aus hiesigem Boden erzogen und Deine Familie betrachtete meinenMann wie Deinen Vater, meinen Sohn wie Deinen Bruder; macheDich ihrer Freundschaft würdig, sie sind gut und lieben Dich gleichmir, ohne es Dir so sehr zu zeigen. Komme, komme manchmal undweine auf meinem Grabe, besuche die Spaziergänge von Jnzigkofen,überall wirst Du die Seele Deiner zweiten Mutter wiederfinden, dieüber Dir wachen wird; mache Dir Freunde, lieber Friedrich! BewahreDir Herrn von Voumard, der Dir stets gute Ratschläge geben wird; erwar für Dich nicht nur ein Erzieher, sondern auch ein aufrichtiger Freund;fei auch gut für meine kleine Helene, die Gefährtin Deiner Kindheit

Adieu, mein lieber guter Friedrich! Ich habe Dich sterbendDeinem Oheim empfohlen, ich verzeihe Dir, ich verzeihe Deiner Lebens-gefährtin. Sei zufrieden, ich nehme kein peinliches Gefühl für denGegenstand Deiner Neigung ins Grab mit, ich empfehle ihr DeinGlück, Deine Gesundheit und meinen Friedrich.

Adieu, lieber Sohn, lieber Neffe, lieber Freund.

17. 7. 1819. Deine Mama Amalie."

^ Fräulein von Wangenheini, Tochter seiner Gouvernante.