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Geschichte von Arenberg, Salm und Leyen : 1789 - 1815
Entstehung
Seite
253
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Amaliens Scheidcgruß an Friedrich.

geben." Nach ihrem Tode übergab Fürst Anton, ihr Gemahl, am27. Oktober 1841 dies Schreiben an Friedrich IV. Es lautet

Ich habe Dich, mein lieber Friedrich, mit der Sorgfalt und derZärtlichkeit einer Mutter erzogen, Du warst für mich ein kostbaresPfand, das mir Dein unglücklicher Vater sterbend anvertraut hatte.Die Freundschaft, die uns verband, und das ewige Bedauern, dasich ihm weihte, sind Dir genug bekannt, um nicht zu bezweifeln, daßmir seine Empfehlung heilig sein werde; gewissenhaft habe ich michdieser letzten Verpflichtung entledigt und habe mich an Dich wie anein geliebtes Kind attachiert.

Ich weiß, mein lieber Friedrich, daß ich Dich trotz all meiner Be-mühungen nicht mit einem glänzenden Vermögen auf dieser Welt zurück-lasse, weit entfernt von dem Deiner Väter, aber beschimpfe Du, meinFreund, nicht das Gedächtnis Deines Vaters, indem Du ihm vor-wirfst, er habe es vergeudet. Es ist wahr, er war ein Verschwender,das lag aber an seinem edlen und großmütigen Herzen, er hat seinLeben geopfert, um Dir den noch sehr schönen Rest seines Vermögenszu retten, die unglückselige Revolution aber und sein trauriges Endehaben alles zerstört . . . und haben mir mehr Kummer bereitet, alsmeine Kräfte ertragen konnten. Ich hatte auch noch den Verdruß,daß mir nichts glückte; vor Dir brauche ich mich nicht zu entschul-digen, ich kann Dir vielmehr versichern, daß das bißchen Vermögen,das meine Schwestern 2 mir gegeben hatten, mit dem Deinen ausFurcht, Dich um einen Heller zu bringen, verbraucht ist und daß ichdiese Welt verlasse, ohne mir irgendeinen auch noch so kleinen Vor-wurf machen zu müssen.

Wisse, Friedrich, als mutiger Mann dies Mißgeschick zu tragen,regele Deine Ausgaben nach Deinen Mitteln und ordne immer vorder Deinen die Rechnung der andern. Lebe mit dem Reste bescheiden,Du wirst Dir dann die allgemeine Achtung erwerben und noch Mittelfinden, den Armen wohlzutun . . . eine Tugend, die Dein armerVater im höchsten Maße besaß. Du hast mir vielen und schwerenKummer bereitet, mein Freund, aber Du hast es nicht getan, ummich zu kränken. Du bist durch Dein Alter zu Leidenschaften ver-führt worden. - Kurz, ich verzeihe es Dir; es ist nicht mehr zu ändern.

1 O. S.K.

2 Die Herzoginnen von La Tremo'ille und von Croy-Diilmen.